Größere Streitlust

Schlafforscher: Müde Menschen verhandeln schlechter

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Bei langen Verhandlungen kann selbst starker Kaffee nicht viel bewirken. Übermüdeten Menschen fehlt es an Konzentration und Erinnerungsvermögen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Bei schweren Verhandlungen ist oft Audauer gefragt. Doch werden bis spät in die Nacht Gespräche geführt, kommt selten das beste Ergebnis zustande. Schlafforscher erklären, warum das so ist.

Berlin (dpa) - Schlafentzug und lange nächtliche Beratungen können die Qualität von Entscheidungen senken und Verhandlungen zum Scheitern bringen. Daran erinnern Schlafforscher nach den am Sonntag abgebrochenen Gesprächen über eine Jamaika-Koalition.

Müdigkeit führe zu Konzentrationsmangel, gesteigerter Risikobereitschaft und Streitlust. "Wer nicht genug schläft, kann Probleme schlechter lösen. Emotionen spielen dann eine größere Rolle", sagt Jürgen Zulley, ehemaliger Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Universität Regensburg.

Außerdem sehen die Forscher einen starken Zusammenhang zwischen Müdigkeit und Erinnerungsvermögen. "Schlafentzug führt dazu, dass das Langzeitgedächtnis geschwächt wird", sagt Steffen Gais von der Universität Tübingen. Langfristig könnten sich die Teilnehmer der Sondierungsgespräche schlechter an die Verhandlungen erinnern, weil sie übernächtigt waren.

Die Vertreter von CDU, CSU, FDP und Grünen hatten in den vergangenen Wochen teilweise bis vier Uhr morgens über eine mögliche Regierungskoalition auf Bundesebene verhandelt. Durch den Rückzug der FDP wurden die Gespräche am Sonntagabend für gescheitert erklärt.

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