Ein schöner Nebeneffekt

Stehend arbeiten kann beim Abspecken helfen

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Wer stehend arbeitet, verbrennt pro Minute 0,15 Kalorien mehr als sitzend. Foto: Markus Scholz/dpa

Gerade Büroangestellte müssen in ihrem Beruf viel sitzen. Deswegen kommen mittlerweile immer mehr Stehpulte zum Einsatz - sie sollen vor allem dem Rücken Gutes tun. Helfen sie auch beim Abnehmen?

Rochester (dpa) - Am Schreibtisch zu stehen statt zu sitzen, kann beim Abnehmen helfen - allerdings nur mit Durchhaltekraft. Grund: Stehend verbrennt der Körper pro Minute 0,15 Kalorien mehr als sitzend, haben US-Kardiologen jetzt im "European Journal of Preventive Cardiology 1" ausgerechnet.

Ein 65 Kilogramm schwerer Mensch würde in vier Jahren zehn Kilogramm an Gewicht verlieren, wenn er sechs Stunden am Tag steht statt sitzt. Wem das nicht ausreicht, der kann den Effekt durch "zusätzliche Muskelbewegungen" beim Stehen noch vergrößern, schreiben die Kardiologen. Allerdings nur, wenn diese Muskelbewegungen nicht schnurstracks zum Kühlschrank führen - denn die Forscher gehen davon aus, dass es beim sechsstündigen Stehen "keine zusätzliche Nahrungsaufnahme" gibt.

"Stehen verbrennt nicht nur mehr Kalorien, die zusätzliche Muskelaktivität wird auch in Verbindung gebracht mit niedrigeren Raten an Herzattacken, Schlaganfällen und Diabetes", sagte Seniorautor Francisco Lopez-Jimenez von der Mayo Clinic in Rochester. "Die Vorzüge des Stehens könnten also über den Gewichtsverlust hinausgehen." Für ihre Übersichtsarbeit hatten die Forscher, unklar ob stehend oder sitzend, 46 Studien mit insgesamt rund 1200 Teilnehmern ausgewertet.

In Deutschland gaben 2016 beim jüngsten DKV-Gesundheitsreport zum Thema 46 Prozent der Berufstätigen an, dass sie vorwiegend im Sitzen arbeiten. Schreibtischarbeiter sitzen demnach insgesamt satte elf Stunden am Tag.

Seit Jahren werben Ernährungsmediziner und auch Rückenexperten dafür, stundenlanges Schreibtisch-Hocken regelmäßig zu unterbrechen. "Lange am Stück unbewegt zu stehen ist aber auch keine Lösung", betonte der Sportmediziner Ingo Froböse zur Veröffentlichung des DKV-Gesundheitsreports. Denn auch dadurch könnten Probleme am Bewegungsapparat entstehen. Am besten sei es, mehrere Male pro Stunde kurz aufzustehen, etwa zum Telefonieren.

Stehend zu arbeiten mache produktiver, sagte Ende 2015 eine andere US-Studie mit Callcenter-Mitarbeitern. Hintergrund der Studie war unter anderem die Frage, ob sich die Anschaffungskosten für höhenverstellbare Schreibtische oder für Tischaufsätze für die Betriebe auszahlten.

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