Bewerbung

Was steht eigentlich im Führungszeugnis? 

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In manchen Berufen müssen Bewerber ein privates Führungszeugnis vorweisen.

Bei manchen Jobs ist ein Führungszeugnis erforderlich. Doch was ist das eigentlich - und warum brauche ich es? 

Manche Arbeitgeber wollen bei neuen Mitarbeitern kein Risiko eingehen und verlangen ein privates Führungszeugnis bei der Bewerbung. 

Was ist ein Führungszeugnis? 

Ein Führungszeugnis, früher auch polizeiliches Führungszeugnis genannt, ist in Deutschland eine behördliche Bescheinigung zu den registrierten Vorstrafen einer Person

Die persönlichen Vorstrafen werden beim Bundesamt für Justiz im Bundeszentralregister (BZR) geführt. Aber nicht jedes Vergehen wird ins Führungszeugnis aufgenommen, und auch nicht auf Dauer. Die Vorstrafen werden je nach schwere der Straftat nach bestimmten Fristen (drei, fünf oder zehn Jahre) wieder aus dem Führungszeugnis entfernt und später sogar ganz aus dem Register gelöscht. Der Grund dafür ist die Resozialisierung von Straftätern.

Was steht im Führungszeugnis?

In das Führungszeugnis werden nur schwere Verurteilungen aufgenommen, wie etwa: 

  • rechtskräftige Entscheidungen der Strafgerichte,
  • Vermerke über Schuldunfähigkeit,
  • bestimmte Entscheidungen von Verwaltungsbehörden und Gerichten sowie
  • ausländische strafrechtliche Verurteilungen gegen Deutsche oder gegen in Deutschland wohnende ausländische Personen.

    Was steht nicht im Führungszeugnis?

Anders verhält es sich mit geringeren Straftaten: "Geldstrafen bis zu 90 Tagessätzen und Freiheitsstrafen unter drei Monaten finden im Führungszeugnis keine Erwähnung", erklärt der Hamburger Rechtsanwalt Jes Meyer-Lohkamp gegenüber dem Kölner Express

Nur wer zu höheren Strafen verurteilt wurde, gelte als vorbestraft. Und auch bestimmte Jugendstrafen auf Bewährung werden nicht aufgeführt. 

Lesen Sie auch: Bewerbung - Woran Personaler sehen, dass Sie verzweifelt sind.

Erweitertes Führungszeugnis

Neben dem privaten Führungszeugnis gibt es auch ein erweitertes Führungszeugnis, das über Sexualdelikte oder Straftaten gegenüber Minderjährigen Auskunft gibt. Wer zum Beispiel mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten möchte - auch ehrenamtlich - von dem kann der Arbeitgeber ein solches einfordern. Aber auch Einrichtungen für pflegebedürftige und behinderte Menschen oder minderjährige Asylsuchende fordern ein erweitertes Führungszeugnis. 

Zum Weiterlesen: Zehn Fehler bei der Jobsuche, die Sie unprofessionell wirken lassen.

Europäisches und behördliches Führungszeugnis

Weitere Formen des Führungszeugnisses sind das europäische Führungszeugnis (für Mitarbeiter aus dem EU-Ausland) sowie ein behördliches Führungszeugnis. Letzteres ist nötig, um ein Gewerbe anzumelden und enthält Entscheidungen von Ämtern über die Person, etwa über eine widerrufene Gewerbeerlaubnis.

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Von Andrea Stettner

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