Landesarbeitsgericht Köln

Echt jetzt? Diskriminierung in Stellenanzeigen nicht immer verboten

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Unternehmen dürfen in Sonderfällen Mitarbeiter eines bestimmten Geschlechts suchen. 

Nicht immer verstoßen Stellenanzeigen, in der Mitarbeiter eines bestimmten Geschlechts gesucht werden, gegen die Gleichstellung. Das haben Richter entschieden.

In der Regel dürfen Arbeitgeber bei Stellenanzeigen nicht diskriminieren. In Ausnahmefällen kann es aber erlaubt sein, zum Beispiel gezielt nach einer Frau zu suchen, wenn in einem Betrieb bisher nur Männer arbeiten. 

Urteil zu Diskriminierung in Stellenanzeige - Mann hatte geklagt

Dies entschied das Landesarbeitsgericht Köln (Az.: 7 Sa 913/16). Geklagt hatte ein Mann, der sich erfolglos auf eine ausgeschriebene Stelle als Verkäufer in einem Autohaus beworben hatte. Unter der Überschrift "Frauen an die Macht" hatte der Händler gezielt nach einer Verkäuferin gesucht. Das sei Diskriminierung, fand der abgelehnte Bewerber - und zog vor Gericht.

Damit hatte er allerdings keinen Erfolg: Zwar sei der Mann hier tatsächlich benachteiligt gewesen, entschied das Gericht. In diesem Fall sei die Benachteiligung aber gerechtfertigt. Denn bisher arbeiteten im Verkauf- und Servicebereich des Autohauses nur Männer. Diesem Umstand wollte der Betrieb mit der Anzeige ein Ende bereiten.

Kein Verstoß gegen Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz

Für das Gericht war dieses Vorgehen damit kein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), sondern sogar im Sinne des Gesetzes: Denn das AGG solle ja gerade dafür sorgen, dass es im Berufsalltag mehr Gleichbehandlung der Geschlechter gibt.

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dpa/tmn/ans

Mit dieser Körpersprache geht das Bewerbungsgespräch schief

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