Umfrage

So dreist lügen die Deutschen bei der Arbeit

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Bei der Arbeit lügen Ihre Kollegen öfter als Sie denken.

Vertrauen Sie Ihren Kollegen? Wenn es nach den neuesten Umfragen geht, sollten Sie lieber misstrauisch sein. Denn jeder Zweite lügt bei der Arbeit - täglich.

"Jeder Mensch lügt", pflegt Doktor House in der gleichnamigen US-Serie stets zu sagen. Der notorische Misanthrop hinterfragt deshalb jede Aussage seiner Mitmenschen. Und genau das sollten Sie ab sofort auch tun, denn die neusten Umfrageergebnisse des Cashback-Portals Shoop.de belegen, wie unehrlich Ihr Umfeld ist. 

Jeder zweite Deutsche lügt bei der Arbeit

Das Erschreckende: Besonders bei der Arbeit lügen die Deutschen ganz unverblümt. Egal ob beim Klatsch in der Büroküche oder im Meeting: 53 Prozent der Deutschen lügen ihre Kollegen täglich an - sechs Prozent sogar mehrmals am Tag. Dabei müssen sich vor allem Vorgesetzte auf die ein oder andere Flunkerei einstellen, denn stolze 43 Prozent der Mitarbeiter belügen Ihren Chef. Immerhin lügen 40 Prozent nur dann, wenn es die Situation erfordert. 

Im Beruf tolerieren nur wenige Unehrlichkeit

Erstaunlich viele Deutsche tolerieren Lügen im alltäglichen Leben, etwa um andere nicht zu kränken (66 Prozent) oder sich einer unangenehmen Person zu entziehen (70 Prozent). Anders sieht es im Beruf aus - hier wird Unehrlichkeit nur von wenigen geduldet. Nur neun Prozent der Arbeitnehmer finden es in Ordnung zu flunkern, um sich gegenüber den Kollegen einen Vorteil zu verschaffen. Auch in Geschäftsverhandlungen haben Lügen nichts zu suchen (20 Prozent Zustimmung). Am ehesten tolerieren die Deutschen noch kreative Ausreden, wenn Mitarbeiter zu spät kommen (28 Prozent). 

Gründe für Lügen bei der Arbeit

Warum Ihre Kollegen bei der Arbeit lügen? Vor allem, um ihren eigenen Job nicht zu verlieren und um in Geschäftsverhandlungen erfolgreich zu sein (beides 22 Prozent).

Lügen sind nicht nur im Job ungern gesehen: Auch wenn Sie sich auf eine Stelle erst bewerben, sollten Sie besser ehrlich auf heikle Fragen antworten.

Gekündigt! Diese Bagatellen können Sie den Job kosten

Brot
Der erste Fall, in dem das Bundesarbeitsgericht über eine Kündigung wegen eines Bagatelldiebstahl entschieden hat, führte zum „Bienenstich-Urteil“ von 1984. Eine Verkäuferin hatte einen Bienenstich verzehrt aber nicht bezahlt. Sie erhielt eine fristlose Kündigung. Das „Bienenstich-Urteil" gehört heute zum Einmaleins jedes Arbeitsrechtlers. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Oktober 2009: Weil sie für Gäste und den Chef bestimmte Brötchen selbst gegessen haben, müssen zwei Sekretärinnen des Bauverbands Westfalen um ihren Job kämpfen. Ein erster Gütetermin der einen Frau vor dem Arbeitsgericht Dortmund bleibt ohne Ergebnis. © Fotos und Texte: dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Der Verband will für die 59-Jährige eine außergerichtliche Lösung finden. Der Fall ihrer Kollegin wird voraussichtlich Ende November verhandelt. Die Frauen waren nach 34 beziehungsweise fast 20 Dienstjahren im Betrieb fristlos entlassen worden. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
September 2009: Ein Bäcker bestreicht am Arbeitsplatz ein gekauftes Brötchen mit firmeneigener Paste im Wert von vermutlich unter zehn Cent - nach seiner Darstellung, um sie abzuschmecken. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Der Arbeitgeber wertet das als Diebstahl und wirft ihn raus. Das Landesarbeitsgericht Hamm hebt die fristlose Kündigung durch die Bäckereikette aber als unverhältnismäßig auf. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Juli 2009: Der Streit um die gekündigte Supermarkt-Kassiererin “Emmely“ geht in die höchste Instanz. Wegen grundlegender Bedeutung des Falls lässt das Bundesarbeitsarbeitsgericht in Erfurt ein Revisionsverfahren zu. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Der unter ihrem Spitznamen bundesweit bekanntgewordenen Berlinerin war nach 31 Jahren Betriebszugehörigkeit fristlos gekündigt worden. Sie soll zwei Pfandmarken im Gesamtwert von 1,30 Euro unterschlagen haben. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Juli 2009: Ein Prozess um drei angeblich gestohlene Brötchen endet mit einem Vergleich. Das Arbeitsgericht Heilbronn hebt die Kündigung einer 59 Jahre alten Küchenhilfe eines Krankenhauses zwar nicht auf. Die Klinik wirft der Frau aber nicht länger Diebstahl vor und zahlt ihr Gehalt noch bis Ende September. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Juli 2009: Eine Abfallentsorgungsfirma in Mannheim kündigt einem Mitarbeiter fristlos, weil der Vater zweier Töchter ein Reisekinderbett aus dem Müll mit nach Hause genommen hatte. Eine Kündigung sei unverhältnismäßig, urteilt das Arbeitsgericht Mannheim. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Februar 2009: Wegen eines Fehlbetrags von 1,36 Euro in der Kasse wird eine Bäckereiverkäuferin in Friedrichshafen am Bodensee fristlos entlassen. Nach einem Vergleichsvorschlag des Arbeitsgerichts Ravensburg erhält sie eine ordentliche Kündigung. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Januar 2006: Ein Arbeiter hatte Aluminiumreste aus seinem Betrieb mitgehen lassen und an ein Recyclingunternehmen verkauft. Das Argument, es habe sich um Abfall gehandelt, überzeugt das Landesarbeitsgericht Mainz nicht. Es weist die Kündigungsschutzklage © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Mai 2005: Das Zerreißen von drei Briefen wird einem Postboten zum Verhängnis. Das hessische Landesarbeitsgericht bestätigt seine fristlose Entlassung. Der Briefträger hatte sein Verhalten mit einem “Blackout“ angesichts privater Probleme begründet. © dpa
Berühmte Bagatellvergehen
Oktober 2009: Wegen sechs Maultaschen im Wert von drei bis vier Euro verliert eine 58-jährige Altenpflegerin in Konstanz ihren Job. Das Arbeitsgericht Radolfzell gibt zunächst dem Arbeitgeber Recht. Bei der Berufungsverhandlung vor dem Landesarbeitsgericht Freiburg einigten sich die Parteien. Die Gekündigte erhält 42.500 Euro Abfindung und Gehaltsnachzahlung. Im Gegenzug akzeptiert sie die Kündigung. © dpa

Von Andrea Stettner

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