Ein Psychologe verrät:

Mit dieser Frage erhöhen Bewerber ihre Chancen auf eine Zusage drastisch

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Wer fragt, gewinnt - das gilt vor allem für Bewerber im Vorstellungsgespräch.

Im Bewerbungsgespräch zählt Strategie oft mehr als ein perfekter Lebenslauf. Wer nur eine bestimmte Frage stellt, erhöht seine Chancen auf den Job drastisch.

Die wichtigste Frage im ganzen Vorstellungsgespräch hat an sich gar nichts mit dem Job zu tun, sondern vielmehr mit dem Bewerber selbst. Sie erhöht Ihre Chancen auf den Job auf fast 100 Prozent. Das behauptet zumindest der amerikanische Psychologe Dr. Robert Cialdini.

Consistent Identity: der Personaler als beständiges Individuum

Der ehemalige Professor und Experte für Psychologie und Marketing sorgt derzeit mit seiner Idee von der "Consistent Identity" ("beständige Selbstwahrnehmung") für Aufsehen, wie das Karriere-Portal arbeits-abc berichtet. Mit ihr sollen Bewerber den Verlauf des Vorstellungsgesprächs positiv beeinflussen können, in dem sie den Personaler oder zukünftigen Chef als "beständiges Individuum" bestätigen. 

Laut Cialdini strebe nämlich jeder Mensch nach Kontinuität und Beständigkeit. Ständige Änderungen der eigenen Ansichten würden uns in eine Identitätskrise stürzen, wie arbeits-abc weiter berichtet. So auch den Personaler.

Wenn dem Personaler Ihre Bewerbungsunterlagen gefallen und er Sie einlädt, entscheide er sich in diesem Moment eigentlich schon für Sie. Er möchte Ihnen (wenn auch unterbewusst) eine Zusage geben - schließlich hat er sich ja schon für Sie mehr oder weniger entschieden, indem er Sie zum Interviw eingeladen  hat. Mit einer Zusage nach dem Gespräch könnte er seine "Consistent Identity" also vervollständigen. 

Lesen Sie auch: Zehn Fehler, die Sie bei der Jobsuche unprofessionell wirken lassen.

Zusage? Liefern Sie keinen Grund für eine Absage

Und hier kommt der Knackpunkt, wie arbeits-abc weiter schreibt: Alles, was Sie jetzt noch tun müssten, um eine Zusage zu bekommen, ist dem Personaler keinen Grund für eine Absage zu liefern. Klingt einfach? Ist es eigentlich auch, wenn Sie sich über dieses Prinzip im Klaren sind. 

Mit diesem Hintergrundwissen können Sie im Bewerbungsgespräch ganz anders auftreten - nicht als unterwürfiger "Bittsteller", sondern als selbstbewusste Persönlichkeit. Natürlich müssen Sie dafür auch gut vorbereitet sein, sympathisch wirken und überlegt antworten - damit Ihr Gesprächspartner keinen Grund findet, ihnen abzusagen. 

Frage am Beginn des Vorstellungsgesprächs erhöht Chancen

Doch Cialdini hat noch einen anderen Trick auf Lager, der Ihre Chancen auf den Job dank des Prinzips von der "Consistent Identity" drastisch erhöht - indem Sie diese simple Frage gleich zu Beginn des Vorstellungsgesprächs stellen

"Was hat Ihnen an meinen Bewerbungsunterlagen gefallen, um mich persönlich kennenlernen zu wollen?" 

oder auch: 

"Warum haben Sie mich eingeladen?"

Mit dieser Frage bringen Sie laut arbeits-abc den Personaler dazu, über Ihre eigenen Vorzüge zu sprechen. So bekennt er sich schon am Anfang zu Ihnen, wodurch er seine "Consistent Identity" erst recht bewahren will - das heißt, Ihnen zusagen. So beeinflussen Sie den Gesprächsverlauf schon zu Beginn des Interviews zu Ihren Gunsten und erhöhen damit Ihre Chancen auf eine Zusage erheblich.

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Mit welchen Fragen Sie Personaler sonst noch beeindrucken, erfahren Sie hier.

Außerdem interessant: Alles zu Bewerbungsprozessen, Erfolg im Job und Fragen zur Kündigung erfahren Sie hier.

Von Andrea Stettner

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Wer sich zu viel schminkt oder übermäßig stylt, der fällt bei 5 Prozent aller Personalchefs sofort durch. Wenn Sie sich also nicht gerade in einer Firma für Stylingprodukte bewerben, sollten Sie knalligen Lippenstift, zu viel Haargel oder auffälligen Lidschatten lieber sein lassen.
Wer sich zu viel schminkt oder übermäßig stylt, der fällt bei 5 Prozent aller Personalchefs sofort durch. Wenn Sie sich also nicht gerade in einer Firma für Stylingprodukte bewerben, sollten Sie knalligen Lippenstift, zu viel Haargel oder auffälligen Lidschatten lieber sein lassen. © pexels
Zu schlaff, zu stark oder verschwitzt? Ein schlechter Händedruck fällt bei sechs Prozent der Personaler negativ auf.
Zu schlaff, zu stark oder verschwitzt? Ein schlechter Händedruck fällt bei sechs Prozent der Personaler negativ auf. © pixabay
Wer mit einem Coffee-to-go oder der Coladose in der Hand beim Vorstellungsgespräch erscheint, sorgt bei 14 Prozent der Recruiter für Stirnrunzeln.
Wer mit einem Coffee-to-go oder der Coladose in der Hand beim Vorstellungsgespräch erscheint, sorgt bei 14 Prozent der Recruiter für Stirnrunzeln. © pexels
Ihr bewerbt euch für einen Job in der Bank, erscheint aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung disqualifiziert Sie bei 24 Prozent aller Personalchefs. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem - damit macht man nichts falsch.
Ihr bewerbt euch für einen Job in der Bank, erscheint aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung disqualifiziert Sie bei 24 Prozent aller Personalchefs. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem - damit macht man nichts falsch. © pexels
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job Interview ist nichts einzuwenden - aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. 38 Prozent aller Personaler finden es ziemlich unhöflich, wenn Sie nebenbei ihr belegtes Brot oder gar einen miefigen Döner kauen.
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job Interview ist nichts einzuwenden - aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. 38 Prozent aller Personaler finden es ziemlich unhöflich, wenn Sie nebenbei ihr belegtes Brot oder gar einen miefigen Döner kauen. © pixabay
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für 39 Prozent der Recruiter ist das ein absolutes No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle.
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für 39 Prozent der Recruiter ist das ein absolutes No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle. © pixabay
Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, aber wer ungepflegt zum Bewerbungsgespräch erscheint, ist bei der Hälfte der Personalchefs unten durch. Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen.
Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, aber wer ungepflegt zum Bewerbungsgespräch erscheint, ist bei der Hälfte der Personalchefs unten durch. Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen. © pexels
"Wer zu spät kommt, den betraft das Leben" - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich sofort bei 58 Prozent der Unternehmen. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein.
"Wer zu spät kommt, den betraft das Leben" - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich sofort bei 58 Prozent der Unternehmen. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein. © pixabay
Finger weg vom Handy - das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Bei 71 Prozent aller Recruiter schießen Sie sich gleich ins Abseits, wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken.
Finger weg vom Handy - das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Bei 71 Prozent aller Recruiter schießen Sie sich gleich ins Abseits, wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken. © pexels
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, der fliegt bei stolzen 86 Prozent aller Personalchefs von der Kandidatenliste.
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, der fliegt bei stolzen 86 Prozent aller Personalchefs von der Kandidatenliste. © pixabay

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