Fit im Job

Widerstandsfähigkeit in der Arbeitswelt stärken

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Resilienz, auch Widerstandsfähigkeit genannt, ist erlernbar und kann in stressigen Jobsituation Gold wert sein. Foto: Jens Schierenbeck

Stressige Situationen im Joballtag zu meistern, fällt vielen schwer. Manchmal reicht schon ein tiefes Durchatmen. Doch bei bestimmten Konflikten sind andere Strategien gefragt.

Düsseldorf (dpa/tmn) - In einer sich wandelnden Arbeitswelt sind Beschäftigte oft mit neuen Herausforderung konfrontiert. Darauf können sie mit einer speziellen Verhaltensstrategie reagieren.

"Wenn ich bei der Arbeit unter Druck stehe, Stress habe, oder Veränderungen auf mich zukommen, ist resilientes Verhalten wichtig", sagt Anika Peschl vom ifaa - Institut für angewandte Arbeitswissenschaft.

Was bedeutet das? Resilienz, erklärt die Expertin, ist die Widerstandsfähigkeit von Einzelnen gegenüber äußeren Belastungen. Es geht also um die Fragen: Wie kann ich mit unvorhergesehenen Situationen oder Turbulenzen umgehen? Und wie nehme ich Herausforderungen als Anlass für meine persönliche Weiterentwicklung?

"Das Gute ist: Resilienz ist erlernbar, und es ist nie zu spät, die persönliche Resilienz zu entwickeln und zu stärken", erklärt Peschl. Wichtig ist zunächst einmal, dass Beschäftigte positive Einstellungen verinnerlichen, wie: "Ich kann es", "Ich glaube daran" und "Ich nehme wahr und lasse los" - also ein Glaube an die eigenen Fähigkeiten und das Wissen und die Akzeptanz, manche Dinge nicht ungeschehen machen zu können.

Um resilientes Verhalten im Einzelfall zu stärken, gibt es Strategien: Zum Beispiel geht es darum, auch in schwierigen Situationen Ruhe zu bewahren und sein Verhalten nicht von Ärger und Ängsten bestimmen zu lassen. Das kann etwa ein anstrengender Kunde sein, der die Nerven strapaziert. Dann gilt: tief durchatmen, Ruhe bewahren und trotzdem Professionalität zeigen. "Wenn ich eine solche Situation ruhig bewältige, weiß ich, wie ich in Zukunft mit schwierigen Klienten umgehen kann", erklärt Peschl.

In Konfliktsituationen, etwa wenn es Zank zwischen Kollegen gibt, bedeutet resilientes Verhalten, die eigenen Emotionen zu lenken. Also: sich in das Gegenüber und dessen Sichtweise hineinversetzen und Kritik nicht zu persönlich nehmen.

Stehen schwierige Aufgaben im Job an, sollte man sie der Expertin zufolge rational und wohlüberlegt angehen. "Dabei ist es hilfreich, wenn ich einen Plan B zur Verfügung habe", also eine zweite Herangehensweise für den Fall, dass die Aufgabe nicht sofort gelingt.

Herausforderungen im Beruf sollten Beschäftigte als Chance sehen, sich weiterzuentwickeln. Es gehört auch dazu, schwierige Dinge nicht einfach zur Seite zu schieben, sondern bei der Sache zu bleiben.

Resilientes Verhalten zu verinnerlichen, sei grundsätzlich ein längerer Prozess, sagt Peschl. Dazu gehört Übung, und "natürlich muss man sich die Strategien auch immer wieder ins Gedächtnis rufen", so die Expertin. Das geht zum Beispiel mit Merkzetteln oder mit speziellen Trainings und Workshops, die im Team oder im Unternehmen umgesetzt werden.

Resilienzkompass des ifaa

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