Wie werde ich..? Podologen behandeln Füße

Berührungsängste dürfen Podologen nicht haben: Die Auszubildende Laura Müller bringt mit einer Fräse die Nägel einer Patientin in Form. Foto: Ronny Hartmann
1 von 6
Berührungsängste dürfen Podologen nicht haben: Die Auszubildende Laura Müller bringt mit einer Fräse die Nägel einer Patientin in Form. Foto: Ronny Hartmann
Worauf ist bei der Behandlung zu achten? Die angehende Podologin Laura Müller bekommt es von ihrer Ausbilderin Petra Agajew (l) erklärt. Müller lernt an der Fit-Ausbildungs-Akademie gGmbH, einer Berufsfachschule für Gesundheitsberufe in Magdeburg. Foto: Ronny Hartmann
2 von 6
Worauf ist bei der Behandlung zu achten? Die angehende Podologin Laura Müller bekommt es von ihrer Ausbilderin Petra Agajew (l) erklärt. Müller lernt an der Fit-Ausbildungs-Akademie gGmbH, einer Berufsfachschule für Gesundheitsberufe in Magdeburg. Foto: Ronny Hartmann
Zu den Aufgaben der angehenden Podologin Laura Müller gehört es, Korrektur-Bandagen für einen Hammerzeh zu machen. In der Berufsschule lernt sie Fächer wie Anatomie oder Krankheitslehre. Foto: Ronny Hartmann
3 von 6
Zu den Aufgaben der angehenden Podologin Laura Müller gehört es, Korrektur-Bandagen für einen Hammerzeh zu machen. In der Berufsschule lernt sie Fächer wie Anatomie oder Krankheitslehre. Foto: Ronny Hartmann
Kein Patient ist wie der andere: Die angehende Podologin Laura Müller muss sich immer wieder auf einen anderen Menschen und dessen Befindlichkeit einstellen. Foto: Ronny Hartmann
4 von 6
Kein Patient ist wie der andere: Die angehende Podologin Laura Müller muss sich immer wieder auf einen anderen Menschen und dessen Befindlichkeit einstellen. Foto: Ronny Hartmann
Mit einigen geübten Handgriffen regt die angehende Podologin Laura Müller bei einer Patientin die Durchblutung an. Foto: Ronny Hartmann
5 von 6
Mit einigen geübten Handgriffen regt die angehende Podologin Laura Müller bei einer Patientin die Durchblutung an. Foto: Ronny Hartmann
Laura Müller macht die zweijährige Ausbildung zur Podologin. Ihr gefällt, dass sie in dem Beruf weitestgehend selbstständig arbeiten kann. Foto: Ronny Hartmann
6 von 6
Laura Müller macht die zweijährige Ausbildung zur Podologin. Ihr gefällt, dass sie in dem Beruf weitestgehend selbstständig arbeiten kann. Foto: Ronny Hartmann

Ganz schön ekelig! Das mag mancher denken, wenn es um den Beruf des Podologen geht. Die medizinischen Fußpfleger kümmern sich um Warzen und Hühneraugen, auch Patienten mit müffelnden Füßen bleiben hin und wieder nicht aus. Was ist also an dem Beruf attraktiv?

Magdeburg (dpa/tmn) - Ein eingewachsener Nagel im Zeh kann ganz schön schmerzhaft sein. Laura Müller bekommt das von ihren Patienten immer wieder zu hören. Die 24-Jährige lernt in Magdeburg den Beruf der Podologin - so nennen sich medizinische Fußpfleger.

Seit Oktober 2015 besucht sie die Fit-Ausbildungs-Akademie gGmbH, eine Berufsfachschule für Gesundheitsberufe in Magdeburg. An drei Tagen pro Woche hat sie Unterricht, an zwei Tagen behandelt sie an der Schule Menschen mit Fußproblemen. Unterschiedliche Instrumente kommen dabei zum Einsatz - dazu gehören auch eine Zange oder ein Skalpell. "Das klingt brutal, ist es aber in der Praxis nicht", sagt Müller.

Berührungsängste gegenüber anderen Menschen dürfen Podologen nicht haben. Sie müssen sich darauf einstellen, dass sie dann und wann mit unangenehm riechenden Füßen konfrontiert werden. "Das kommt aber im Alltag weitaus weniger vor, als viele denken", erklärt Müller. Neben sämtlichen Arten von Nagelveränderungen behandelt sie auch Hühneraugen, Schwielen und Warzen. Um Druckstellen an den Zehen zu entlasten, fertigt sie sogenannte Orthosen und passt sie an. Einen veränderten Nagel behandelt sie etwa mit einer Nagelkorrekturspange. Betäuben und operieren dürfen Podologen allerdings nicht.

Kein Patient ist wie der andere. "Es gilt, sich immer wieder auf einen anderen Menschen und eine andere Befindlichkeit einzustellen", erklärt Annett Biedermann. Sie ist Vizepräsidentin des Deutschen Verbandes für Podologie (ZFD). Podologen arbeiten eng mit Ärzten zusammen und unterstützen sie im therapeutischen Bereich. Zu ihnen kommen in erster Linie Diabetespatienten mit Fußproblemen.

"Angenehm finde ich, dass ich als Podologin auf Anordnung des behandelnden Arztes weitgehend selbstständig arbeiten kann", erzählt Müller. Anders als bei vielen Berufen findet die Podologen-Ausbildung nicht in einem Betrieb und an einer Berufsschule statt, sondern ausschließlich an privaten, staatlich anerkannten Fachschulen. Hierfür müssen die Azubis Schulgeld zahlen. An der Fit-Ausbildungs-Akadmie gGmbH Magdeburg werden im Monat 260 Euro fällig.

Bundesweit beginnen nach ZFD-Angaben jedes Jahr rund 400 junge Menschen eine Podologen-Ausbildung, die zwei Jahre dauert. Bewerber brauchen den mittleren Schulabschluss oder einen Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Ausbildung. Eine hohe soziale Kompetenz, gute motorische Fähigkeiten und handwerkliches Geschick sind ein Muss.

Nach der Ausbildung können sich Podologen weiterqualifizieren. "Durch ein sechssemestriges berufsbegleitendes Studium kann der akademische Grad eines Bachelor of Science mit der Vertiefungsrichtung Podologie erreicht werden", sagt Volker Pfersich. Er ist erster Bundesvorstand des Verbands Deutscher Podologen (VDP) in Reutlingen. Die Vergütung der Fachkräfte ist nach ZFD-Angaben von Land zu Land unterschiedlich. "Berufseinsteiger erhalten zwischen 1500 bis 1800 Euro brutto im Monat", erklärt Biedermann. Es kann auch weniger sein. Klar, mit einem solchen Verdienst gehört man nicht zu den Großverdienern. Aber für Müller war das nicht entscheidend. "Wichtiger ist, dass ich einen Job habe, der mir Spaß macht", sagt sie.

Liste der Staatlichen Schulen für Podologie

Berufsbild bei der Bundesarbeitsagentur

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Resturlaub 2017: Das müssen Sie jetzt darüber wissen

Viele fragen sich, was mit ihren ungenutzten Urlaubstagen passiert: Wann verfällt der Resturlaub? Kann ich ihn ausbezahlen lassen? Was passiert bei Kündigung?
Resturlaub 2017: Das müssen Sie jetzt darüber wissen

Belästigung: Zimmermädchen erzählen, was sie täglich durchmachen 

Sie demütigen und belästigen Zimmermädchen bei der Arbeit - Hotelgäste, die denken, sich alles erlauben zu können. Eine Maßnahme könnte Angestellten helfen.
Belästigung: Zimmermädchen erzählen, was sie täglich durchmachen 

Die fünf bestbezahlten Berufe, für die Sie kein Studium brauchen

Sie wollen auch ohne Studium gutes Geld verdienen? Dann werfen Sie einen Blick auf diese fünf Ausbildungsberufe, die mit einem dicken Gehaltsscheck locken.
Die fünf bestbezahlten Berufe, für die Sie kein Studium brauchen

Chef führt Fünf-Stunden-Tag ein - das Ergebnis erstaunt alle

Von 9 bis 17 Uhr ackern - das war einem Firmen-Chef zu viel und führte den Fünf-Stunden-Tag ein. Wie es der Firma heute geht - und warum das alle erstaunt.
Chef führt Fünf-Stunden-Tag ein - das Ergebnis erstaunt alle

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.