Kick-Ass 2: Kinokritik von Marina Siebert

Foto: Universal
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Teil zwei der "echten" Superhelden ist einerseits nichts für schwache Nerven, aber andererseits unterhaltsam und herrlich makaber.

Noch makaberer, noch actionreicher und noch blutiger: Das ist "Kick-Ass 2"! Die Fortsetzung zum ersten Teil der Comicverfilmungen hat von allem etwas mehr als sein Vorgänger. Dafür haben Regisseur Jeff Wadlow ("The Fighters") und Produzenten wie Brad Pitt gesorgt.

Handlung

Nachdem Mindy alias Hit-Girl bei der letzten Superheldenmission ihren Vater verloren hat, versuchen sie und Kick-Ass wieder ein "normales" und ruhigeres Leben zu führen. Mindy, die nun bei einem Freund ihres Vaters aufwächst, fällt es sehr schwer sich an den Highschool-Alltag zu gewöhnen. Da macht es ihr eine hinterhältige Mädchenclique auch nicht unbedingt leichter. Während Mindy mit der Entscheidung zu kämpfen hat, ob sie ihr Leben als Hit-Girl völlig aufgeben soll, hat Kick-Ass ganz andere Probleme. Sein Erzfeind Red Mist, der sich inzwischen "The Mother Fucker" nennt, will sich für den Tod seines Vaters an Kick-Ass rächen und hat für diesen Zweck eine Gruppe von Superschurken zusammengestellt. Nun muss Kick-Ass auf die Hilfe der Amateur-Superhelden hoffen, denen er sich angeschlossen hat und außerdem muss er Hit-Girl von ihren Qualitäten als Superheldin überzeugen, um sie für den Kampf zu gewinnen.

Schauspieler

Auch wenn es bei "Kick-Ass 2" von verrückten Charakteren nur so wimmelt, überzeugen doch überraschend viele Darsteller mit gutem schauspielerischem Talent. Aaron Taylor-Johnson (Kick-Ass) und Chloë Grace Moretz (Hit-Girl), die bereits im ersten Teil gemeinsam vor der Kamera standen, zeigen nun sogar noch mehr Einsatz, vor allem in den emotionalen Szenen. Ebenso Christopher Mintz-Plasse ("Superbad"), der für seine schrillen Filmrollen bekannt ist, spielt den rachsüchtigen Millionärssohn noch hinterhältiger und unberechenbarer als zuvor. Außerdem ist Comedy-Star Jim Carrey ("Bruce Allmächtig") mit an Bord, wenn auch nur in einer kleinen Rolle. Zum Glück jedoch ohne seine üblichen Grimassen, so dass hier mal wieder sein wahres Talent zum Vorschein kommt, das wir leider viel zu selten zu Gesicht bekommen.

Kritik

Nach einer kurzen Zusammenfassung des ersten Teils, beginnt "Kick-Ass 2" zunächst etwas schleppend und eine klare Handlung ist am Anfang noch nicht erkennbar. Dies ändert sich jedoch im Laufe des Films und dem Zuschauer wird bald bewusst, dass der Film einen tieferen Sinn hat, als erwartet. Neben all den witzigen Sprüchen, den makaberen Szenen und den durchgeknallten Figuren, geht es hauptsächlich um Identitätsfindung. Aufgrund dieser Thematik fällt es dem Publikum leichter, sich in die überzeichneten Charaktere hineinzuversetzen, da es sich im Allgemeinen mit den Problemen der Filmfiguren identifizieren kann. Die Action, die Spezial-Effekte, die Musik – alles passt bei "Kick-Ass 2" hervorragend zusammen. Die Spannung wird zunächst langsam aufgebaut und steigt zum Ende hin immer mehr, nicht zuletzt durch unerwartete Ereignisse und Wendungen. Es ist ein knallharter Film voll von schwarzem Humor, viel Blut und purer Unterhaltung. Voraussetzung bei diesem Film ist, den ersten Teil zu kennen und Spaß am Genre zu haben, ansonsten könnte "Kick-Ass 2" recht albern und sinnlos wirken.

Bei all dem schwarzen Humor und der blutigen Action kann es schon mal passieren, dass die Story nicht gerade die Originellste ist. "Kick-Ass 2" ist einerseits nichts für schwache Nerven, aber andererseits unterhaltsam und herrlich makaber.

Wertung: 5 von 6 Sternen

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