Kino-Scout: Need for Speed

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Ob sich der Streifen anzuschauen lohnt, sagt Euch unser Kino-Scout Niclas Bub.

Videospielverfilmungen muss man leider Gottes heutzutage mit ausreichend skeptischem Blick angehen, denn nur wenige Regisseure haben ein Händchen dafür (Uwe Boll lassen wir hier einmal außen vor). Auch wenn "Need for Speed" kein Spiel ist, das sich besonders durch seine Handlung hervorhebt, hat man sich scheinbar trotz dieses Umstands gewagt, daraus einen Film zu machen, was diesen besagten skeptischen Blick nur noch skeptischer wirken lässt.

Der schraubende und fahrbegeisterte Tobey Marshall (Aaron Paul) will die Werkstatt seines jüngst verstorbenen Vaters übernehmen, was nicht ganz ohne Geldprobleme einhergeht. Tobeys reicher und arroganter Rivale Dino (Dominic Cooper) gibt Tobey die Chance, einen "Mustang Shelbey" für ihn wieder auf Vordermann zu bringen, was Tobey und seinem Team finanziell durchatmen lassen soll. Ein anschließendes Rennen, das als bloßes Kräftemessen beginnt, endet mit einem von Dino verursachten Mord, der Tobey fälschlicherweise angehängt wird.

achdem Tobey seine Falschstrafe abgesessen hat, will er seinen Rivalen bei einem exklusiven und geheimen Rennen in die Knie zwingen. Tobey schlägt sich zusammen mit Julia (Imogen Poots) zum Rennen durch, was nicht ganz ohne Verfolgungen, Cops und Kopfgeldjäger erfolgt.Ich muss zugeben, dass mich diese Art von Film nie besonders gereizt hat, weshalb es höchste Zeit war herauszufinden, ob dies berechtigt sein sollte. Pluspunkte für den Film sind zuerst einmal die Schauspieler. Spätestens seit "Breaking Bad" weiß man, dass Aaron Paul noch viel Großes vor sich hat und dies auch hoffentlich gekonnt ausnutzen wird.

Auch ist die Darstellung des Antagonisten, der von Dominic Cooper gespielt wird, ein ziemliches Glanzstück. Dieser Mann hat ersichtlich ein Händchen für Figuren von Bösewichten, wie man es auch zuletzt bei "Man of Steel" sehen durfte. Doch gute Schauspieler bedeuten nicht gleich eine gute Handlung. Man merkt im Film, dass man sich daran versucht hat, die Handlung mit gleich verteilten spannenden Szenen zu unterfüttern, damit der Zuschauer an der Leinwand und nicht am Smartphone kleben bleibt. Zugegeben, die ersten Szenen, bei der man den röhrenden Motor im Rücken spürt und man richtig fühlt, wie man adrenalingeladen am Lenkrad sitz, machen einen guten Eindruck.

Auch gegen Mittelteil und Ende erfüllen sie ihren Zweck, dennoch hat man mit dem zunehmenden Verlauf des Films das Gefühl, dass die Handlung relativ leicht dahinplätschert. Auch hat man die Liebeskomponente, die selbst in einem männlicheren Film wie diesem nicht fehlen darf, zu hochgefahren. Die gefühlvolleren Szenen erscheinen zu übertrieben, zu ausgiebig - ich möchte schon fast sagen: sülzig. Dies könnte auch damit zusammenhängen, dass die Figur der Frau, die den Protagonisten bei seinem Abenteuer begleitet, ab dem ersten Momente unglaublich nervtötend und vorhersehbar ist. Ein spannender Sidekick soll bei mir kein Augenrollen und Seufzen erzeugen, nein. Sondern ein überraschtes "Verdammt nochmal!".

Ich bin überrascht, was man aus der Marke "Need for Speed" machen konnte, dennoch ist dabei etwas entstanden, das sich nicht für einen Kinobesuch lohnt. Das 3D ist wie gewohnt unnötig, die Handlung trieft oft vor Seichtigkeit, vor Gesülze und man weiß am Ende nicht recht, was man von dem Film halten soll. Solange man solch ein ungemütliches Gefühl nach einem Film mit sich trägt, ist allein das schon ein Indikator dafür, dass der Kinogang nicht wirklich lohnt.

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Regie: Scott WaughDarsteller: Aaron Paul, Dominic Cooper, Imogen PootsBundesstart: 20. März 2014FSK: 6 JahreKino-Scout-Bewertung: 2 von 5 Sternen

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