1. lokalo24
  2. Magazin
  3. Kino & TV

Kinoscout: Alles steht Kopf

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
© Lokalo24.de

Der neueste Film aus der Animationsschmiede Disney-Pixar hat Niclas Bub vollends überzeugt. Warum? Lest selbst.

Herrlich: Endlich steht ein neuer Pixarfilm in den Startlöchern. Was man wohl diesmal erwarten kann? Sprechende Tiere? Sprechende Autos? Sprechende Spielzeuge? Nein, Pixar legt noch einen drauf: Emotionen.

Riley ist ein ganz normales Mädchen. Seit Beginn ihres Lebens beginnt auch das Leben dessen, was sie und überhaupt jeden Menschen ausmacht: Gefühle. Die personifizierten Emotionen Ekel, Furcht, Wut, Angst, Kummer und Freude kennen Riley schon ihr ganzes Leben und steuern sie, seit sie denken können. Riley und ihre Emotionen führen ein bislang glückliches Leben. Doch eines Tages muss Riley zusammen mit ihrer Familie umziehen, was zu einer emotionalen Krise führt, die es zu überstehen gilt.

Oh, mittlerweile, weiß ich schon gar nicht mehr, was genau man von einem Disney-Pixar-Film erwarten soll – außer dass er gut wird. Ich versuche mich bei jedem dieser Filme von meinen "Fanboy”-Gedanken zu lösen und jeden Film als eigenständigens Produkt zu sehen, um auch Fehler herausdeuten zu können – so weh das auch manchmal tut. Nur Gott sei dank findet man fast nie welche.

Mit "Alles steht Kopf” hat man sich wirklich noch einmal komplett selbst übertroffen. Es hieß nicht umsonst wochenlang in den Kritiken "Bester Pixar-Film aller Zeiten”. Bei der Animation kann ich mich wie immer kurz halten. Absolut umwerfend.

Was den Film hier wirklich so gut macht, ist die Tatsache, dass man sich an ein solch wahnwitziges Konzept getraut hat. Das Zusammenspiel von Gefühlen eines Menschen darzustellen, ist schwer und genial zugleich. Dann auch noch eine Gefühlskrise bei einem kleinen Mädchen darzustellen, ist einfach grandios. Natürlich hat so etwas in den magischen Händen von Disney und Pixar auch geklappt, wie soll es anders sein? Es macht riesigen Spaß, zu sehen, für was genau die Macher sich entschieden haben, um Gedanken, Erinnerungen, Persönlichkeit, das Langzeitgedächtnis und mehr darzustellen.

Und das ist erneut das Geniale an "Alles steht Kopf”: Indem man etwas solch schwieriges und Abstraktes wie Gefühle versucht zu verbildlichen und ihnen Persönlichkeiten gibt, die einen Menschen und dessen Handeln steuern, macht man diese Gefühle ein wenig greifbarer. Man kann sie auf eine gewisse Art damit fassen und zeigen, warum Gefühle an einer Stelle präsenter sind als andere und warum eines von dem anderen abhängig ist. Den Sinn, Aufbau und vor allem die Message des Films muss man auf jeden Fall danach noch einmal in Ruhe Revue passieren lassen, um auch das Beste aus dem Film herauszuholen und sich klar zumachen: Was wollte dieser Film mir jetzt genau sagen?

Bei Pixar-Filmen muss man natürlich schon mehr als einmal eine Träne verdrücken, das ist Standard. Dass es mich dann aber so heftig und unerwartet in diesem Film treffen würde, hatte ich seit "Oben” nicht mehr geglaubt. Ja, Sie haben richtig gehört. Das ging sogar soweit, dass ich zu Hause noch ein bis zwei Stunden innerlich ein wenig schluchzen musste.

Von diesem FIlm kann man eine Menge mitnehmen, wenn man sich nur ein paar Gedanken darüber macht. Dass dies der oberhammer-knüppel-granaten-beste Pixar-Film aller Zeiten sein, kann ich jedoch nicht bestätigen. Dass er trotzdem in der obersten Liga mitspielt, steht aber trotzdem außer Frage. Machen Sie sich das doch mal klar: Animierte Emotionen! Hut ab!

Regie: Pete DocterSynchronisation: Nana Spier, Philine Peters-Arnolds, Vivien GilbertBundesstart: 1. Oktober 2015FSK: 0 JahreKino-Scout-Bewertung: 5 von 5 Sternen

Auch interessant

Kommentare