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Kinoscout: Chappie

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Niclas Bub hat sich Chappie angesehen und sagt euch, was er von dem neuen Film rund um das Thema künstliche Intelligenz hält.

Je näher die Menschheit einer hochentwickelten künstlichen Intelligenz kommt, desto mehr beschäftigen sich Filme wie "Chappie” damit. Das Ziel ist es doch, ein solches Thema den Menschen in all seiner Vielfalt, mit seinen Problemen und Vorteilen deutlich zu machen – aber vor allem in diesem Rahmen eine gute Geschichte zu erzählen. Wie oberflächlich das Ganze bleibt, bleibt bei jedem Film dennoch offen.In der nahen Zukunft in Johannesburg nimmt die Kriminalität immer mehr zu. Polizisten sterben und das Verbrechen nimmt stetig seinen Lauf. Viele Leute forschen an der Lösung dieses Problems und schließlich wird die erste automatische Roboter-Polizeieinheit ins Leben gerufen. Der Erschaffer dieser Einheit forscht weiterhin im Geheimen an einer ersten vollständigen künstlichen Intelligenz und pflanzt diese in ein defektes Modell ein. "Chappie” wird geboren und lernt mit seinem Bewusstsein die kalte Welt der Kriminalität kennen.Der Film ist leider wieder eine zweischneidige Sache, denn die Charaktere agieren teils gut,  teils schlecht. Der Erbauer von "Chappie”, einer der Schlüsselcharaktere der Handlung, hat für mich nicht den nötigen Biss, den ich für eine solche Handlung erwartet hätte. Verkörpert wird er von Dev Patel, dessen Leistung hier ehrlich gesagt für mich eher schwach ist. Doch einen Hugh Jackman zu sehen, der einen eiskalten Drecksack spielt, ist außerordentlich interessant.Neben den Charakteren hat aber auch die Machart des Films zwei Seiten. Die eine taucht im mittleren Teil des Films auf, der auch der einzige starke Teil in "Chappie” ist. Szenen, in denen ein Roboter, der sich wie ein Kind verhält und auch Angst wie eines hat, wecken in einem Menschen Mitgefühl. Ein kindliches Wesen, das in die kalte und verkorkste Welt gesetzt wird und darunter leidet – solche Szenen sind es, die einen fast zum Heulen bringen. Das Mitleid, das bei solchen Szenen erzeugt wird, ist auf eine positive Art kaum zu ertragen. Dass ich wirklich solch bewegende Szenen in "Chappie” sehen würde, hatte ich nicht gedacht. Auch Moral schwingt in einigen Szenen mit und hält den Zuschauer ein wenig auf Trab. Leider bilden diese Szenen nicht den Großteil des Films. Das Tempo des Films wird nach dem mittleren Teil nicht mehr auf dem gleichen Niveau gehalten und lässt viele Teile davon recht seicht dahinplätschern.Und dann gibt es ja leider noch dieses Ende. Ich weiß, dass man sich schon etwas bei diesem Ende nach dem Motto "Der Zuschauer muss etwas zum nachdenken haben, wenn er aus dem Kinofilm geht” gedacht hat. Aber glauben sie mir: Wenn man dieses Ende gesehen hat, hat man nicht viel mehr als "Äh ... naja” im Kopf. Leider ist das Finale viel zu schwach und viel zu weit dahergeholt.

"Chappie” hat sehr Gutes und hat Schlechtes – von letzterem leider viel zu viel. Charaktere und Besetzung sind nicht durchweg gut, aber auch nicht durchweg schlecht. Und der einzige Teil, der wirklich unterhält ist leider nur die goldene Mitte. Ich würde aber fast behaupten, dass sich "Chappie” allein für die zwei bis drei sehr guten Sequenzen lohnt.

+++ Bewertung +++

Regie:    Neill BlomkampDarsteller:    Hugh Jackman, Dev Patel, Sigourney WeaverBundesstart:    5. März 2015FSK:    12 Jahre

Kino-Scout-Bewertung: 3 von 5 Sternen

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