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Kinoscout: Interstellar

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Fulda. Der neue Film mit Matthew McConaughey soll ein echtes Highlight sein - ob das stimmt, sagt euch unser Kinoscout Niclas Bub.

Es soll noch Menschen geben, die sich trauen groß zu denken. Forscher, aber auch Filmemacher. Leute, die solch standhaftes Werk in die Welt setzen, von dem ein Zuschauer noch Jahre lang zehren kann. Man sollte in der Einleitung zwar nichts verraten, aber - Interstellar ist solch ein standhaftes Werk. Er versucht es, groß gedacht zu werden und schafft es auch.

In mittelferner Zukunft sind der Planet Erde und dessen menschliche Bewohner am Ende angekommen. Der Planet ist ausgelaugt, die Ressourcen werden knapp, die Erde verdreckt. Die Menschheit sieht sich ihrem eigenen Hungertod ins Auge. In solch einer Zeit braucht es eben keine Verwalter und Farmer, die es dort im Überfluss gibt, um sie vielleicht noch eine Generation am leben zu erhalten, sondern man braucht Forscher. In einer Gesellschaft, die auf Wissenschaft keinen Ton mehr spielen will, sieht eine Hand voll kluger Leute die aussichtslose Situation der menschlichen Rasse und des Planeten Erde ein und setzt alles auf eine letzte alles entscheidende Karte. Cooper, der fähigste Pilot den es gibt, ist zu dieser Zeit nur noch als Farmer tätig und rutscht in dieses all entscheidende Programm herein. Das Überleben der menschlichen Rasse hängt von ihm ab, sowohl als auch das Leben seiner Kinder und ein Versprechen, dass er ihnen gibt.

Interstellar ist einfach überdimensional, gigantisch, fast schon göttlich. Und damit meine ich nicht, dass man sich hier überhoben hat. Damit meine ich, dass dieser Film an allen Ecken und Winkeln für mich ein kleines Stück Filmgeschichte bildet. Man hat richtig gemerkt, wie in 3 Stunden die Messlatte einer gesamten Filmlandschaft nach oben katapultiert wurde. Chris Nolan war für mich schon immer einer der ganz Großen und es gibt nur sehr wenige Leute, die sich beim Filmemachen derart ernst nehmen. Dass sich dies auch auszahlt, kann man bei diesem Film nur allzugut erkennen. Fabelhafte Schauspieler wie Matthew Mcconaughey und die vor allem hier sehr starke Anne Hathaway zu nehmen, ist allein an sich schon ein riesiger Pluspunkt für einen derartigen Film. Wenn das dann noch alles unter die genialen Zauberhände eines Christopher Nolan gerät, der mit seinem einzigartigen Filmverstand und Genius eine derartige Symphonie zaubert, ist das für einen kleinen Fanboy wie mich einfach nur ein Stück Himmel. Chris Nolan hat die Gabe, in Menschen immer ein paar ganz bestimmte Fäden zu zupfen, und genau das gefällt mir so gut. Der Film hat nur wie wenige Filme die Eigenschaft, den Zuschauer derart zu verschlingen, dass man absolut das Zeitgefühl verliert. Der Film zieht den Zuschauer so in sich, dass man gar nicht merkt, wie schnell 3 Stunden vergehen können. Vor allem bei dem gewählten Setting im Weltall kommt ein furchtbar schönes aber auch mulmiges Gefühl auf, dass den Zuschauer so herinzieht. Dieses Grundbefinden der Menschheit, dass man irgendwo zwischen der Erforschung des Orbits und dessen furchteinflößende Unkenntnis steht, genau dieses Empfinden hat man den ganzen Film über und lässt den Zuschauer gefühlsmäßig angespornt. Das Emotionssprektrum dieses Films ist unfassbar intensiv und bewegt sich irgendwo zwischen einfühlsamer Bedrücktheit und spiritueller Freude. Dieses spirituelle Gefühl, sich an dem entscheidensten Punkt der Menschheitsgeschichte zu befinden, ist schon allein absoluter Wahnsinn.

Christopher Nolan hat es einfach wieder geschafft. Er hat wieder einen unanfechtbaren massiven Fels in die Filmlandschaft gesetzt, welchen niemand mehr so schnell verrücken kann. Dieses Werkt zählt für mich ab sofort als einer von Nolans Glanzleistungen und zu einer der Glanzleistungen der internationalen Kinolandschaft überhaupt. Ein hochemotionaler und fast schon spiritueller Film, der mit 3 Stunden einfach zu schnell vergeht. Keine dämliche 3D-Effekte, einfach nur Nolan und dessen Bruder. Wer bei diesem Film keinen Berührungspunkt mit sich selbst fühlt, kann Filme auch gleich sein lassen.

+++ +++ Bewertung +++ +++

Regie:       Christopher NolanDarsteller:    Matthew Mcconaughey, Anne Hathaway, Jessica ChastainBundesstart:    6. November 2014 FSK:    12 Jahre

Kino-Scout-Bewertung: 5 von 5 Sternen

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