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Kinoscout: "Mandela - Der lange Weg zur Freiheit"

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Unser Kino-Scout Nicals Bub hat sich für Euch "Mandela" angesehen und sagt Euch, ob sich der Film lohnt oder nicht.

Der Film versucht die Lebensgeschichte Mandelas in 140 Minuten zu packen. Es beginnt mit seiner Kindheit, erzählt von seiner Arbeit als Rechtsanwalt in Johannesburg, wodurch Mandela immer mehr in die Politik gerät. Das allzu deutliche Unrecht sitzt Mandela immer mehr in den Schläfen und in seinem Kopf entsteht mit einer Hand voll anderen Leuten ein Plan für einen Widerstand. Der Widerstand kämpft gegen die Apartheit, die zu dieser Zeit vorherrscht, und mit Mandela bekommt der Widerstand erstmals ein Gesicht. So ungerecht die Zeiten damals sind, so schnell kommt Mandela ins Gefängnis "Robben Island". Ein Gefängnis, in welchem sich die Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit auf einen Ort zu konzentrieren scheint. Während seiner nahezu zwei Jahrzehnte langen Inhaftierung, wird Mandela bewusst, dass seine Widerstandsbewegung ohne ihn Gefahr läuft, sich in zu viel Gewalt und in zu viel Hass auszudrücken. Die Darstellung der Macht des Volkes, angefacht von der Ungerechtigkeit, ist gut gelungen.

Das Leben eines Nelson Mandela in einen einzigen Film zu packen, ist eine schwierige Aufgabe, und es ist klar, dass man nicht alles davon zeigen kann. Leider reicht mir das nicht ganz als Ausrede, denn der Film ist im groben Gesehen eigentlich nur "recht okay". Pluspunkte sind, dass der Film sich an ein schwieriges Thema getraut hat und es einem möglich macht, seine schwachen Punkte ab und zu übersehen zu lassen. Der Film hat durchaus starke Momente und diese sind sehr regelmäßig über die Handlung verteilt. Von Langatmigkeit ist bei diesem Film also keine Spur. Man erkennt dem Film auch an, dass er die Geschichte nicht mit reißerischen Szenen um den wahren Wert des Films bringen will. Er bleibt nüchtern, verliert dabei aber nicht sehr viel an seiner Unterhaltung. Außerdem will der Film dem Zuschauer ein wichtiges Stück Menschenrechtsgeschichte näher bringen.Ein Minuspunkt sind für mich jedoch die Hauptdarsteller des Films. Als wichtigstes exemplarisches Beispiel soll hier der Hauptdarsteller Elba Idris dienen.  Im Verlauf des Films kommt er leider nur wenig aus sich heraus und erscheint somit in der Gesamtheit seines Spielens ein wenig versteinert. Ich konnte den Eindruck nicht vertreiben, dass Idris sich nicht richtig von seinem standardmäßigen Gesichtsausdruck verabschieden kann. Für die Rolle von Nelson Mandela hätte man also durchaus einen emotionaleren Schauspieler wählen können. So ist es auch mit vielen anderen Darstellern des Films. Vor allem versucht der Film durch die dargestellten Reden den Zuschauer zu greifen, was an sich nichts Schlimmes ist. Wenn jedoch dann genau dort die Emotionalität des Redners nicht richtig hervortritt, zerreißt es mir ein Stück weit das Herz. Idris hat zwar auch starke Szenen, doch diese treten eher selten auf.Der Film stellt sich selbst mit seiner Absicht schon einmal in ein positives Licht. Die Umsetzung der Geschichte ist okay, doch hapert es mir zu sehr an den Schauspielern. Ich hatte mir erhofft, dass der Film mich noch einige Zeit über ihn nachdenken lässt, nachdem ich den Kinosaal verlassen habe. Leider ist das nicht wirklich eingetreten. Wer sich also mit Nelson Mandela vor dem Film nicht außeinander gesetzt hat, wird es nach diesem Film auch nicht wirklich tun. Der Film ist gut gemeint, aber an einigem gescheitert, was ihn leider nur auf ein "okay" bringt.

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Regie:    Justin ChadwickDarsteller:    Idris Elba, Naomie Harris, Mark ElderkinBundesstart:    30. Februar 2014FSK:    12  Jahre

Kino-Scout-Bewertung: 3 von 5 Sternen

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