1. lokalo24
  2. Magazin
  3. Kino & TV

Kinoscout: Southpaw

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
© Lokalo24.de

Der neue US-amerikanische Actionfilm Southpaw ist ab sofort in den Kinos zu sehen. Unser Kinoscout Niclas Bub hat sich den Film bereits angesehen.

Billy Hope hat ein gutes Leben. Er ist Profi-Boxer. Um genau zu sein: Der Weltmeister im Mittelgewicht. Er ist nicht gerade arm und obendrein Teil einer glücklichen Familie. Selbst Entscheidungen muss er nicht treffen. Das einzige was Billy Hope tun muss, um dieses glückliche Leben aufrechtzuerhalten, ist boxen. Doch in was für eine tiefes Loch Hope letztendlich gezogen wird, ist nicht vorauszusehen. Einleitend muss ich sagen, dass ich relativ hohe Erwartungen an diesen Film hatte. Denn nach einer so guten Leistung seitens Gyllenhaal in "Nightcrawler" ist man doch gespannt, ob sich diese im nächsten Film hält oder gar steigert. Enttäuscht wurde ich nicht. Es ist keine Fortsetzung und es ist zum Glück kein Reboot. Hollywood scheint ab und an doch noch etwas Originelles einzufallen.Und selbst jemand wie ich, der mit Boxen so überhaupt nichts am Hut hat, hat danach das Gefühl, diesen Sport ein wenig besser verstanden zu haben. Und z uwissen, warum viele Leute diesen Sport leben und lieben. Denn es amüsiert schon, wenn Fäuste auf Körper prallen und man für seinen Favoriten mitfiebert, der Vorteil sich aber von Runde zu Runde auf eine andere Seite schlägt.Weiterführend ist "Southpaw” auch von der dramatischen Seite ein super Erlebnis. Immer wenn man denkt, jetzt könne es einfach nicht schlimmer werden, dann wird noch etwas draufgelegt. Ohne dass man es kommen sieht, versteht sich. Man würde sich schwer tun damit, nicht zu erkennen, wie aussichtslos die Lage des Protagonisten ist. Umso schwieriger ist es auch, nicht mit diesem mitzufühlen. Klar, man hat mit dem Charakter seine Differenzen, denn er hat Ecken und Kanten. Doch exakt diese sind doch da, um eine Charakterentwicklung von hier aus zu starten und sichtbar zu machen. Dieser scheinbar endlose Strudel aus Leid und dessen Bekämpfung erzeugt eine intensive und leicht verfolgbare Dramatik. Dies ist nicht minder den großartigen schauspielerischen Leistungen zu verdanken. Ganz oben natürlich Jake Gyllenhaal, der zeigt, dass er ein immer vielfältigerer und interessanterer Schauspieler wird. Doch auch Forest Whitaker und die 13-jährige Oona Laurence fügen sich mit ihren interessanten Charakteren hervorragend ein.Letztendlich kann man an "Southpaw" nur wenig rummeckern. Gute Schauspieler, gute Story und vor allem verdammt gute Dramatik. Wer Lust hat, einmal Fäuste fliegen zu sehen und mitzuerleben, wie sich jemand aus dem dunkelsten Tief seines Lebens zieht, ist hier goldrichtig. Abgesehen davon kriegt man nach dem Film ziemlich Lust aufs Boxen.Nicht zuletzt sehe ich diesen Film in Gedenken an James Horner, der im Juni bei einem tragischen Flugzeugabsturz ums Leben kam und uns in "Southpaw" mit einem seiner letzten Filmmusiken beschenkt hat.

+++ +++ Kinoscout-Bewertung +++ +++

Regie:    Antoine FuquaDarsteller:    Jake Gyllenhaal, Forest Whitaker, Oona LaurenceBundesstart:    20. August 2015FSK:    12 Jahre

Kino-Scout-Bewertung:4 von 5 Sternen  

Auch interessant

Kommentare