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Medientipp: Dan Brown - Inferno

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Von: Christopher Göbel

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Endlich ist er da – der neue Roman von Dan Brown. Als ich ihn das erste Mal in Händen hielt, konnte ich mich kaum bremsen, das Buch gleich auszup

Endlich ist er da – der neue Roman von Dan Brown. Als ich ihn das erste Mal in Händen hielt, konnte ich mich kaum bremsen, das Buch gleich auszupacken und zu lesen. Thema des neuen Brown ist Dantes "Göttliche Komödie", deren drittem Teil auch der Titel des Romans entliehen ist: "Inferno".

Auf 688 Seiten erzählt der Autor eine spannende Geschichte, deren Wurzeln wie üblich auf einem dunklen Geheimnis beruhen. Wie so oft bei Dan Brown ist das Böse zwar stets vorhanden, aber am Ende fragt man sich, ob die Idee des Bösen wirklich eine Bedrohung ist – oder ob er es eigentlich gut meint.

Mit dem inzwischen seit vier Büchern agierenden Helden Robert Langdon, der seit der Verfilmung von "The Da Vinci Code" und "Illuminati" das Gesicht von Tom Hanks hat, ist die junge und hochbegabte Sienna Brooks unterwegs auf den Spuren eines Rätsels, das die beiden durch Florenz, Venedig und eine weitere Stadt führt. Im Hintergrund steht stets die Bedrohung, die im Verlauf des Buches einen Namen und ein Gesicht bekommt.

Nach dem eher drögen Vorgänger "Das verlorene Symbol" hat Brown mit "Inferno" wieder in die volle Trickkiste der Verquickung von Historie und Moderne gegriffen und einen spannenden Roman geschrieben, der zwar nicht an "Illuminati" heranreicht, aber auf jeden Fall lesenswert ist. Nach der (katholischen) Kirche ("Illuminati" und "Sakrileg") sowie dem Freimaurer-Orden ("Das verlorene Symbol" sind es diesmal die Gentechnik und die "WHO" (Welt-Gesundheitsorganisation), die Hauptrollen der Geschichte spielen.

Bemerkenswert ist, dass das ganze Buch – ausgenommen wenige Rückblenden – in weniger als 24 Stunden spielt. Brown hat es auch wieder meisterhaft geschafft, reale Orte so detailgetreu zu beschreiben, dass mich als Leser gleich die Reiselust gepackt hat, den Spuren Robert Langdons zu folgen. Zumindest habe ich mich gleich per Internet-Bildersuche daran gemacht, den Dom von Florenz, das oktogonale Baptisterium, die Totenmaske Dante Alighieris, den Markusdom in Venedig und ein weiteres berühmtes Bauwerk der Geschichte – das hier natürlich noch nicht offenbart wird – anzuschauen.

Was mich etwas verwirrt hat, ist die Frage, warum der geniale Gentechniker eigentlich eine Spur zur Wurzel allen Übels gelegt hat – will er doch, dass sein Werk vollendet und nicht vorzeitig von Langdon und seinen Kumpanenbeendet wird.

Alles in allem ist "Inferno" ein typischer Dan Brown, der uns am Ende aber mit einem schalen Nachgeschmack zurücklässt. Denn (fast) alles könnte irgendwann so geschehen, wie Brown sich das ausgedacht hat – wenn es nicht schon längst soweit ist.

Christopher Göbel

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