Algen: Ein unbekannter Rohstoff, Arte

TV-Kritik: Was Algen können - Arte zeigt überraschende Erkenntnisse

Was Algen können - Arte zeigt überraschende Erkenntnisse
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Was Algen können - Arte zeigt überraschende Erkenntnisse

Eine Dokumentation mit überraschenden Erkenntnissen über wenig bekannte pflanzenähnliche Lebewesen.

Vor ungefähr dreieinhalb Milliarden Jahren, als die Erde noch vergleichsweise jung war, begannen in ihren Ozeanen pflanzenartige Lebewesen mit einem erstaunlichen biochemischen Vorgang. Er heißt heute Photosynthese und ist unter anderem verantwortlich dafür, dass es auf unserem Planeten freien Sauerstoff gibt. Bis dieser Prozess auch an Land populär wurde, verging noch sehr viel Zeit. Ungefähr die Hälfte des Sauerstoffs in der Atmosphäre stammt aus der Photosynthese von Algen. Wir aber denken heute vor allem an Bäume, wenn wir von den hoch problematischen Folgen des Klimawandels sprechen.

Dass Algen uns helfen könnten, diese Probleme vielleicht nicht ganz zu lösen, aber immerhin einige Schritte in die richtige Richtung zu tun, ist eine der Botschaften dieses Films von Almut Faass.

Algen können nämlich viel mehr als am Strand herumliegen und übelriechend vergammeln. Einige von ihnen wachsen bis zu 20 mal schneller als Landpflanzen und können 30 mal so viel Öl produzieren wie Raps. Daraus könnte man also, wenn es gelingt, Algen in die Entwicklung einer industriellen Nutzung einzubeziehen, durchaus Alternativen zum Erdöl als Rohstoff der chemischen Industrie gewinnen. Aus Algen ließen sich vielleicht neue Arten von Kunststoffen herstellen, die nicht unverrottbar die Meere verseuchen, sondern sich wieder in ihnen auflösen. Na gut, und wenn man schon einen Verbrennungsmotor hat, wovon mittelfristig dringend abzuraten ist, dann sollte man vielleicht wenigstens aus Algenöl gewonnenen Treibstoff tanken.

Biotechnologen beschäftigen sich auch mit der Gewinnung von stabilen Karbonfasern auf Algen-Basis. Eine Biologin auf den Färöer Inseln arbeitet daran, Algen als Nahrungsmittel durchzusetzen. In ihrer Familie und im Fernen Osten ist sie schon recht weit damit gekommen, bei uns wird das wohl noch einige Zeit dauern, wäre aber bei Vegetariern und Veganern eher durchzusetzen als Insekten-Mahlzeiten. In Lachsfarmen werden Algen gezüchtet, weil sie eine gesundere Umgebung für die dort gezüchteten Fische schaffen als es die derzeitigen hohen Antibiotika-Verabreichungen können.

Man kann Algen sogar benutzen, um aus der Luft Kohlendioxyd auszufiltern. Das können sie viel effektiver als unser geliebter deutscher Wald. Eine ziemlich komplexe Biotechnologie arbeitet sogar mit lichtempfindlichen Algenzellen, mit deren Hilfe Menschen wieder sehen lernen könnten. Wunderalgen!

Aber auch Algen leiden unterm Klimawandel. Die Kelpwälder in der Nordsee, die eine Umgebung für das Leben vieler Arten von Wassertieren schaffen, leiden unter der Erwärmung des Wassers und werden das wohl nicht mehr lange aushalten. Schon verpesten und vergiften Algen bretonische Küstenstriche mit dem Schwefelwasserstoff, den sie beim Absterben freisetzen; das liegt aber vor allem an der Verunreinigung des Wassers durch die industriell betriebene Landwirtschaft.

Aber wer weiß, vielleicht können ja Teile unserer Welt, wie wir sie kennen, doch mit der Hilfe von Algen gerettet werden. Sie können wirklich erstaunlich viel. Von Hans-Jürgen Linke

Algen. Ein unbekannter Rohstoff. Arte, 4. Juli, 21:45 Uhr. Im Netz: arte +7

Eine weitere TV-Kritik: Die Arte-Dokumentation „Gerhard Schröder - Schlage die Trommel“ zeigt das Leben des SPD-Politikers aus einfachen Verhältnissen bis zum Aufstieg zur Macht und seine Aktivitäten als Alt-Kanzler.

Arte zeigt die Dokumentation „Hotel-Legenden: Das Adlon in Berlin“* als ersten Teil einer Reihe von vier weltbekannten Hotels, die nicht nur durch ihre luxuriöse Aufmachung bekannt geworden sind.

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