Kritik über soziale Medien

TV-Mitarbeiter gefeuert, weil diese Schmuddel-Szene ausgestrahlt wurde

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Die pikante Szene aus dem Film „Stadt der Gewalt“, die zur Kündigung eines Regionaldirektors führte. 

Eine Schmuddel-Szene in einem Jackie-Chan-Film, der im iranischen TV ausgestrahlt wurde, hat für einen Skandal gesorgt. Ein Regionaldirektor wurde deswegen gefeuert.

Teheran - Eine Sex-Szene im Fernsehen hat im Iran zu großer Aufregung und zu personellen Konsequenzen beim staatlichen Fernsehkanal IRIB geführt. Ein Regionaldirektor wurde umgehend wegen Verstoßes gegen die strengen Zensurbestimmungen der Islamischen Republik gefeuert, mehrere Mitarbeiter erhielten Abmahnungen, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Isna am Montag berichtete. 

Skandal im Iran - „Unmoralische Szenen“ im Fernsehen sorgen für Kündigung

Der Grund dafür war eine Sex-Szene aus dem Jackie-Chan-Film „Stadt der Gewalt“, in welcher der Martial-Arts-Star Geschlechtsverkehr mit einer Prostituierten hat. Für den Iran ist eine solche Szene mehr als ein Skandal, denn im staatlichen Fernsehen ist normalerweise ein Handschlag zwischen einem Mann und einer Frau schon Grund genug, damit eine Szene aus einem Spielfilm herausgeschnitten werden muss.

Ausgestrahlt wurde der Film bereits vor Silvester lediglich im Regionalprogramm des Senders für die Insel Kisch, aber dort jedoch in einer Version, aus der die pikante Sex-Szene nicht herausgeschnitten wurde. Isna sprach von "unmoralischen Szenen", die "in absolutem Widerspruch" zu den Prinzipien des Senders IRIB stünden. Die personellen Konsequenzen beträfen die Verantwortlichen des Senders für Kisch. Wie die pikante Szene durch die so strenge Zensur im Iran rutschen konnte, ist derweil nicht bekannt. 

Nicht der erste Vorfall dieser Art - Kritik an staatlicher Vorgehensweise 

Bereits vor Weihnachten hatte IRIB eine für iranische Verhältnisse ungewohnt freizügige Filmszene ausgestrahlt, in der ein Mann und eine Frau Hand in Hand gingen. Dabei untertitelte der Sender die Szene aber mit der Information, dass die beiden Schauspieler auch im wirklichen Leben miteinander verheiratet seien und entschärfte so die Situation. 

Lesen Sie auch: Netflix warnt eindringlich: Neuer Film stiftet User zu gefährlichem Trend an

In den sozialen Netzwerken sorgt die Kündigung auch negative und spöttische Reaktionen aus. Unter dem  #Kish_channel sind einige User der Meinung, dass der Iran wohl größere Probleme hätte als eine Sexszene im staatlichen Fernsehen: "Im Iran verunglücken Busse, stürzen Flugzeuge ab, sinken Schiffe, und niemand wird entlassen. Wenn Jackie Chan einige Sekunden auf IRIB Liebe macht, muss gleich die gesamten Belegschaft gehen", schreibt beispielsweise ein offensichtlich erzürnter User. 

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