Neues Buch

Alice Schwarzer: Periode des Rückschlags für Frauen

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Alice Schwarzer mischt sich ein. Foto: Henning Kaiser

Die Frauenrechtlerin und Chefredakteurin der feministischen Zeitschrift "Emma" ist nicht wirklich überrascht darüber, dass Millionen Frauen unter dem Hashtag #MeToo von sexueller Belästigung und Gewalt berichten.

Köln (dpa) - Ein "unverkrampftes Miteinander" der Geschlechter ist laut Alice Schwarzer weiterhin nicht erreicht. "Davon konnte bisher leider noch nie die Rede sein", sagte die Frauenrechtlerin auch mit Blick auf die Debatte über sexuellen Missbrauch nach den Vorwürfen gegen Harvey Weinstein.

Sie sei in Zeiten von US-Präsident Donald Trump und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht wirklich überrascht von der Heftigkeit der MeeToo-Reaktionen. Millionen Frauen hatten unter dem Hashtag #MeToo von sexueller Belästigung und Gewalt berichtet.

Die Autorin - sie wird am 3. Dezember 75 Jahre alt - betonte: "Wir leben in einer Periode des Rückschlags, allgemein und für Frauen im Besonderen. Das bekommen nun auch jüngere Frauen zu spüren. Und sie beginnen, sich zu wehren." Es müsse unterschieden werden "zwischen sexueller Gewalt und gönnerhafter, sexistischer Ansprache. Doch es handelt sich eben um ein und denselben Geist, aus dem das Übel kommt."

Die Chefredakteurin der feministischen Zeitschrift "Emma" arbeitet derzeit an einem neuen Buch "Meine algerische Familie", wie sie der Deutschen Presse-Agentur in Köln sagte. "Ich erzähle die Geschichte anhand des heutigen Alltags der Menschen, ihres Lebens, Denkens und Fühlens." Algerien sei "ein Land, von dem wir heute fast nichts wissen, das aber sehr bald auch für Deutschland und ganz Europa von existenzieller Bedeutung sein kann."

Schwarzer im "Emma" zur Weinstein-Affäre

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