Feierliche Zeremonie

Japan feiert Thronbesteigung von Kaiser Naruhito

Nach dem Gebet verlässt Kaiser Naruhito den heiligen Schrein "Kashikodokoro". Foto: Kyodo News/AP/dpa
1 von 18
Nach dem Gebet verlässt Kaiser Naruhito den heiligen Schrein "Kashikodokoro". Foto: Kyodo News/AP/dpa
Kaiserin Masako nimmt an der Zeremonie zur Thronbesteigung des Kaisers Naruhito in den heiligen Schreinen teil. Foto: -/kyodo/dpa
2 von 18
Kaiserin Masako nimmt an der Zeremonie zur Thronbesteigung des Kaisers Naruhito in den heiligen Schreinen teil. Foto: -/kyodo/dpa
Prinzessin Mako (r) und ihre jüngere Schwester Prinzessin Kako, Nichten von Kaiser Naruhito, sind auf dem Weg zum Kaiserpalast. Foto: -/kyodo/dpa
3 von 18
Prinzessin Mako (r) und ihre jüngere Schwester Prinzessin Kako, Nichten von Kaiser Naruhito, sind auf dem Weg zum Kaiserpalast. Foto: -/kyodo/dpa
Prinzessin Kako und Prinzessin Mako in traditioneller Tracht. Foto: Issei Kato/Pool Reuters/AP/dpa
4 von 18
Prinzessin Kako und Prinzessin Mako in traditioneller Tracht. Foto: Issei Kato/Pool Reuters/AP/dpa
Japans Kronprinz Akishino (r) und Kronprinzessin Kiko (2.v.r) auf dem Weg zur Zeremonie. Foto: Uncredited/Kyodo News/AP/dpa
5 von 18
Japans Kronprinz Akishino (r) und Kronprinzessin Kiko (2.v.r) auf dem Weg zur Zeremonie. Foto: Uncredited/Kyodo News/AP/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender gehören zu den Ehrengästen. Foto: Carl Court/Pool Getty Images/AP/dpa
6 von 18
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender gehören zu den Ehrengästen. Foto: Carl Court/Pool Getty Images/AP/dpa
Rund 2000 Gäste sind geladen, darunter auch König Carl XVI. Gustaf von Schweden und Kronprinzessin Victoria. Foto: Koji Sashara/AP Pool/dpa
7 von 18
Rund 2000 Gäste sind geladen, darunter auch König Carl XVI. Gustaf von Schweden und Kronprinzessin Victoria. Foto: Koji Sashara/AP Pool/dpa
Aus Belgien angereist: König Philippe und Königin Mathilde . Foto: Carl Court/Pool Getty Images/AP/dpa
8 von 18
Aus Belgien angereist: König Philippe und Königin Mathilde . Foto: Carl Court/Pool Getty Images/AP/dpa

Kimonos in jahrhundertealtem Stil, mythenbehaftete Insignien und ein imposanter Thron: Würdenträger aus aller Welt werden in Japan Zeuge einer historischen Zeremonie zur Thronbesteigung des neuen Kaisers Naruhito. Auch Bundespräsident Steinmeier zeigt sich beeindruckt.

Tokio (dpa) - Japans neuer Kaiser Naruhito hat in einer von uralten Traditionen geprägten Palastzeremonie den Wechsel auf dem Thron der ältesten Erbmonarchie der Welt verkündet.

Gefolgt von drei donnernden "Banzai"-Hochrufen auf den Kaiser versicherte der 59-jährige Monarch in Anwesenheit von rund 2000 Würdenträgern aus dem In- und Ausland, im Einklang mit der Verfassung seine Verantwortung als "Symbol des Staates und der Einheit des Volkes" Japans zu erfüllen. Er werde immer für das Glück des Volkes und Frieden in der Welt beten, sagte er am Dienstag von seinem 6,5 Meter hohen überdachten Thron herab.

Die nur 30 Minuten dauernde Zeremonie namens "Sokuirei Seiden no gi" (Zeremonie zur Thronbesteigung des Kaisers) entspricht den Krönungsfeiern in anderen Ländern. Sie war Höhepunkt einer Reihe von Thronfolge-Ritualen, die im Mai begonnen hatten, als Naruhito die Nachfolge seines abgedankten 85-jährigen Vaters Akihito antrat. Eine ursprünglich geplante Parade des Kaiserpaares in einem offenen Wagen durch die Hauptstadt wurde aus Rücksicht auf die Opfer einer kürzlichen Taifun-Katastrophe auf den 10. November verschoben. Würdenträger aus rund 190 Ländern und von internationalen Organisationen verfolgten die Zeremonie von Räumen und Gängen des Palastes aus.

Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender zeigten sich beeindruckt von dem historischen Ereignis. "Da verbindet sich Geschichte, Tradition, die Freude über die Thronbesteigung des neuen Kaiserpaares, aber eben auch viel Hoffnung auf Zukunft", sagte Steinmeier. Zu den Gästen gehörten auch Prinz Charles von Großbritannien, König Felipe von Spanien, Fürst Albert von Monaco, Schwedens König Carl Gustav, der niederländische König Willem-Alexander sowie der norwegische Kronprinz Haakon.

Eine letzte, religiöse Zeremonie, das "Daijosai", findet nächsten Monat statt. Dabei dankt der Kaiser in einem Schrein der Sonnengöttin Amaterasu Omikami, deren direkter Nachfahre er den Mythen zufolge ist, für die Reisernte. Dort wird sich der Kaiser - im Geiste - mit der Göttin allein in einem Raum aufhalten, wo sich ein Bett befindet. Erst danach ist er endgültig in die Reihe der Kaiser aufgenommen.

Wegen Regens musste das eigentlich auf dem Hof des Palastes geplante farbenprächtige Arrangement aus Bogen- und Schwertträgern, Trommlern und Gong-Spielern in die Innenräume des Palastes verlegt werden. Im Verlaufe der Zeremonie, die mit einem Gong-Schlag begann, kam jedoch kurz die Sonne heraus. Der in einer braun-orangenen Robe im Stile des 9. Jahrhunderts gekleidete Kaiser entzog sich zunächst den Blicken hinter dem Vorhang seines achteckigen "Takamikura"-Throns. Seine in einem prachtvollen, aus zwölf Lagen bestehenden höfischem Kimono gekleidete Gemahlin, Kaiserin Masako (55), nahm auf ihrem daneben stehenden "Michodai"-Thron Platz, ebenfalls hinter einem Vorhang.

Beamte des Haushofamtes legten zwei der kaiserlichen Throninsignien neben dem Thron des Kaisers ab: ein Schwert sowie die sogenannten Krummjuwelen, die das Kaiserhaus der Sage nach von der Sonnengöttin Amaterasu Omikami erhalten hat. Die Legende will es, dass der Ururenkel Amaterasus, Jimmu-Tenno, angeblich im Jahre 660 vor Christus das Yamato-Reich gründete und damit der erste Kaiser Japans wurde. Naruhito ist demzufolge der inzwischen 126. Tenno.

Niemand, selbst der Kaiser nicht, darf einen Blick auf die Throninsignien werfen, die sich in Schutzhüllen befinden. Ihr Inhalt ist dazu zu heilig. Dann wurden die Vorhänge geöffnet und das Kaiserpaar erhob sich. In der Hand hielt der Monarch einen Zeremonialstab. Ein Hofbeamter nahm ihm den Stab ab, und der Oberhofmarschall überreichte dem Kaiser einen Redetext. Naruhito öffnete den Text und verlas seine Rede. Kurz darauf hielt der rechtskonservative Ministerpräsident Shinzo Abe eine kurze Rede.

Am Ende ließ Abe den Kaiser mit einem dreimaligen "Banzai" (Zehntausende Jahre) hochleben. Die Anwesenden stimmten ein. Zum Schluss dröhnten Salutschüsse aus Kanonenrohren des japanischen Militärs durch den Palast - ein krasser Kontrast zum rhythmischen Rascheln der steifen, antiquierten Roben, in denen die höfischen Würdenträger langsam zum Thronraum schritten. Am Ende wurde der Vorhang des kaiserlichen Throns geschlossen, womit die Zeremonie endete.

Bei strömendem Regen hatte der Monarch am Morgen (Ortszeit) zunächst die Shinto-Schreine namens "Kashikodokoro", "Koreiden" und "Shinden" aufgesucht. Bei dieser religiösen Zeremonie teilte Naruhito den Gottheiten mit, dass er am Nachmittag den Würdenträgern aus aller Welt den Antritt seiner Regentschaft verkünden werde. Sie trägt den Devisenamen "Reiwa" (schöne Harmonie). Der Kaiser ist laut der pazifistischen Nachkriegsverfassung auf die Rolle als Symbol des Staates beschränkt. Zu politischen Fragen darf er sich nicht äußern.

Einige Kritiker sehen hinter der kurzen Thronfolgezeremonie, für die ein Großaufgebot von 26.000 Polizisten abgestellt wurde, die Absicht der erzkonservativen Regierung Abe, Zustimmung im Volk zu gewinnen. Zu diesem Anlass verfügte sie auch die Begnadigung von 550.000 Kleinkriminellen und erklärte den Tag zum Feiertag.

Kritiker beklagen, dass die meisten Zeremonien zum Kaiserwechsel trotz ihres teils religiösen Inhalts von der Regierung als staatlich eingestuft werden. Denn die japanische Nachkriegsverfassung schreibt eine strikte Trennung von Staat und Religion vor. Umgerechnet 132 Millionen Euro kosten den Steuerzahler die Thronfolgezeremonien.

Naruhito ist der Repräsentant eines moderneren, offeneren Hofes. Er will den volksnahen Stil seines Vaters Akihito fortführen. Während dieser noch von anderen aufgezogen worden war, wurde Naruhito von den eigenen Eltern erzogen. Auch ist er der erste Kaiser Japans, der im Ausland - in Oxford - studierte. Seit jungen Jahren fühlt er sich auch der deutschen Kultur durch die Literatur und Kultur verbunden.

Er heiratete die damalige Karrierebeamtin im Außenministerium und Absolventin der Universitäten Harvard und Oxford, Masako Owada. Seit 15 Jahren erholt sie sich offiziell von einer "Anpassungsstörung", die vom Stress ihres Amtes am Hofe herrühre. Beobachter sehen dahinter vor allem den lange Zeit auf ihr lastenden Druck, einen männlichen Thronfolger zu gebären. Masako brachte Tochter Aiko zur Welt, doch Frauen ist der Thron bislang verwehrt.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

„Respektlos, schäbig ...“: Meghans Mantel bei Gedenkfeier in der Kritik

Herzogin Meghan Markles Outfits sorgen immer für Gesprächsstoff - egal, ob die Herzogin von Sussex auf eine Hochzeit oder zu einer Gedenkfeier geht. Doch ein Bild ihres …
„Respektlos, schäbig ...“: Meghans Mantel bei Gedenkfeier in der Kritik

Florian Silbereisen spricht von „neuem Lebensabschnitt“ - und erinnert sich an Moment mit Helene Fischer

Florian Silbereisen hat erklärt, wie viel die „Traumschiff“-Rolle ihm bedeutet. Gleichzeitig erinnerte er sich an einen Moment mit Helene Fischer.
Florian Silbereisen spricht von „neuem Lebensabschnitt“ - und erinnert sich an Moment mit Helene Fischer

„Bauer sucht Frau“: Burkhard bringt Tanja in Gefahr - Polizei ist informiert

„Bauer sucht Frau“: Die gefährliche Aktion eines Bauern schockt die TV-Zuschauer - Polizei äußert sich nach RTL-Eklat.
„Bauer sucht Frau“: Burkhard bringt Tanja in Gefahr - Polizei ist informiert

Dschungelcamp 2020 (RTL): Erste exklusive Fotos vom Camp im australischen Dschungel

Im Januar läuft die 14. Staffel des Dschungelcamps auf RTL an. Die Bewohner der britischen Ausgabe des Dschungelcamps wohnen im selben Camp, wie die deutschen …
Dschungelcamp 2020 (RTL): Erste exklusive Fotos vom Camp im australischen Dschungel

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.