Monarchie-Expertin verrät:

Das waren Sissis dunkle Geheimnisse

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Sie schaffte es wie keine andere aus ihrem Leben bis heute ein großes Geheimnis zu machen. (Annemieke van Dam als Elisabeth)

Wien - Ihr Leben war ein Mythos und gibt bis heute Rätsel auf. Monika Levay, anerkannte Monarchie-Expertin verrät die dunklen Geheimnisse der schönen Kaiserin Elisabeth - bekannt als „Sissi“.

Update vom 5. Dezember 2016: „Sissi“ läuft an Weihnachten wieder im deutschen TV. Und zwar gleich auf mehreren Sendern. Wir haben für Sie alle Sendetermine von "Sissi" an Weihnachten 2016 zusammengefasst.

Ein Musical räumt mit dem kitschigen Sissi-Mythos auf: Am 22. Oktober 2009 feiert das Musical „Elisabeth“ Premiere im Deutschen Theater München. Seit 1992 läuft das Stück von Sylvester Levay auf der Bühne in Wien und geht jetzt auf Europatournee. Das Stück selber erzählt eine ungewöhnliche Geschichte der Kaiserin. „Elisabeth“ erzählt die Geschichte einer Frau, die sich mit ihrer Rolle nicht abfinden wollte. Gefangen in den Erwartungen ihrer Gesellschaft lehnte sich die Kaiserin permanent auf.

Das Leben von Romy Schneider

Ein Streifzug durch Romy Schneiders Leben

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Im Dezember 1955 hatte der erste Sissi-Film Premiere, und es war gleichzeitig der Beginn einer Welt-Karriere für die während der Dreharbeiten gerade mal 16-jährige Romy Schneider. Unternehmen Sie mit uns einen Streifzug durch ihr Leben. © dpa
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Romy Schneider mit ihrer Mutter Magda Schneider im Jahr 1954 in Hamburg © dpa
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Ein Foto von "Sissi"-Dreharbeiten im Jahr 1956 © dpa
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Schauspieler Horst Buchholz steckt seiner Kollegin Romy während des Berliner Filmballs am 5. Januar 1957 eine Nelke ins Haar. © dpa
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Romy Schneider tanzt 1959 mit dem französischen Schauspieler Alain Delon auf dem Münchener Filmball. © dpa
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Die beiden waren insgesamt fünf Jahre ein Paar. © dpa
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Romy Schneider in einer Szene des Films "Don't cry" ("Schrei nicht"), der 1969 ihn London gedreht wurde. © dpa
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Romy Schneider und Klaus Kinski in dem Film "Nachtblende" © dpa
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Talkmaster Dietmar Schönherr (r) und sein Talk-Nachfolger Hansjürgen Rosenbauer (M) unterhalten sich nach der Sendung von "Je später der Abend" am 30.10.1974 mit Romy Schneider. © dpa
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Romy Schneider 1974 in dem Film "Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen" © dpa
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Romy Schneider ("Sissy", "Das Mädchen und der Kommissar") im Jahr 1980. Sie verstarb rund zwei Jahre später am 29. Mai 1982 im Alter von nur 43 Jahren in ihrer Wahlheimat Paris. © dpa
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Romy Schneider ist tot, doch die Erinnerung lebt weiter: Dieses Originalkostüm ist Teil der Ausstellung "Mythos Romy Schneider". © dpa
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Diese Originalbriefe aus der Feder Romy Schneiders wechselten 1999 für umgerechnet rund 10.000 Euro den Besitzer. © dpa
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Im Jahr 2000 wurde Romy Schneider eine Briefmarke gewidmet. © dpa
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Romy Schneider als Wachsfigur in der Rolle der "Sissi" im Hamburger Panoptikum © dpa
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Echt oder nicht? Die berühmte Schauspielerin Romy Schneider wurde als Kaiseirn "Sissi" noch einmal in Wachs gegossen. Sie ist seit Juli in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett in Berlin zu sehen. © dpa
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Besucher schauen im Jahr 2007 im Hamburger Museum für Arbeit in der Ausstellung "Filmkostüme! Das Unternehmen Theaterkunst - 100 Jahre Firmengeschichte" ein Kleid an, das Romy Schneider in dem Film "Die schöne Lügnerin" (1959) getragen hat. © dpa

Exklusiv für tz-online erzählt Monika Levay, Frau des Komponisten und Sissi-Expertin, unbekannte Details aus dem oftmals traurigen Leben der Kaiserin. Schon ihr Entschluss, den Kaiser Franz Josef zu heiraten, hatte rein gar nichts mit Romantik zu tun. Levay: „Als ihre Mutter Ludovika mit ihr über den Antrag des Kaisers Franz Josef  unterhielt und ihre Tochter fragte, ob sie den Antrag annehmen würde, war die Antwort der jungen Elisabeth bezeichnend: „Einem Kaiser kann man keinen Korb geben. Ich nehme an!“

Stationen aus Elisabeths Leben:

Kaiserin Elisabeth: Bilder des Mythos Sissi

Sie verdrehte vielen Männern den Kopf. © dpa
Wie der Fächer befindet sich dieses Kleid in Privatbesitz und wurde uns exklusiv für ein Foto zur Verfügung gestellt. Das Kleid stammt aus dem Jahr 1896 und zeigt, wie schlank die Kaiserin war. © Tanja Lugert
Ihr Leben ist ein Mythos. Schon zu Lebzeiten verstand sie es hervorragend, alles um ihre Person geheim zu halten. Kaiserin Elisabeth hatte einen einfachen, aber exquisiten Kleidergeschmack. Sie hasste die überladenen Kreolen. © dpa
Elisabeths Taufkleid. © dpa
Kaiserin Elisabeth liebte Meissner Porzellan. Solche Figuren, auch von ihrer Person, mussten in jedem ihrer Feriendomizile aufgestellt werden. © dpa
Schloss Schönbrunn © dpa
Zuckersüße Zeichentrickserie „Sissi“. Sie läuft auf KIKA und vermittelt nicht nur historisch falsche Fakten an kleine Mädchen. Die Serie ist an Kitsch nicht zu überbieten. © dpa
Dieser Fächer befindet sich in Privatbesitz. Exklusiv für uns wurde er fotografiert. Mit solchen Fächern „tarnte“ sich die Kaiserin auf ihren Reisen. © Tanja Lugert
Sie war sich ihrer Schönheit bewusst. So setzte Elisabeth ihr Aussehen als Waffe ein, um ihren Willen zu bekommen. © dpa
Der italienische Anarchist Luigi Lucheni erstach die Kaiserin am 9. September 1998 in Genf. Er wurde schnell gefasst. © dpa
Sammlerstück: Die Kaiserin selbst wollte nie, dass andere sie bewundern. Sie hasste es, wenn alle Blicke auf sie gerichtet waren. © dpa
Die Toilette der Kaiserin. © dpa
Sissi-Statue © dpa
Handschuhe der Kaiserin. Sie wurden auf einer „Kaiserauktion“ versteigert. Private Objekte der österreichischen Herrscherin sind hochbegehrt bei Sammlern. © dpa
Eine Kopie der Totenmaske. Das Orginal ist bis heute verschollen. © dpa
Kitsch! Zum hundertsten Todestag der Kaiserin, wurde neben einer Sissi-Porzellanpuppe auch eine Version ihres Cousins Ludwig II. angeboten. © dpa
Gedenkmünze © dpa
Elisabeths Gebetsbuch. Es wurde auf einer Auktion versteigert. © dpa
Nach dem Tod ihres Sohnes Rudolf trug Elisabeth nur noch Schwarz. Ganz selten, bei Hochzeiten oder Taufen, wechselte die Kaiserin für kurze Zeit ihre Kleidung. © dpa
Wurde zu wohltätigen Zwecken versteigert: eine Stiefelette von Elisabeth. Sie hatte sehr schmale Füße, trug aber Größe 40. © dpa
Sissi-Ausstellung in Schloß Unterwittelsbach im Landkreis Aichach-Friedberg. Dort verbrachte die Kaiserin oft ihren Urlaub. © dpa
Hoch zu Roß! Elisabeth war passionierte Reiterin. In England verfeinerte sie ihre Technik. Heute würde man ihren Stil als „Military“ bezeichnen. © dpa
Auf Elisabeths Spuren. Am Starnberger See war die Herrscherin sehr gerne. Erst nach König Ludwigs Selbstmord mied sie den Ort für viele Jahre. Ihr passte es nicht, wie die Familie mit der Geschichte umging. © dpa
So harmonisch war es zwischen Sissi und Franz leider nie. Schon nach der Geburt der zweiten Tochter war die Ehe des Kaiserpaars am Ende. © dpa
Elisabeths Milchzahn. © dpa
Fragmente ihres Hochzeitkleides... © dpa
...wo das restliche Material sich befindet, ist unbekannt © dpa
Gedenkstätte für die Kaiserin. Hier machte die Herrscherin Urlaub. © dpa
Schattensilhouette von Kaiserin Elisabeth. © dpa
Marmorstatue im Wiener Sissimuseum. © dpa
Griechenland: Elisabeth liebte Korfu mit seinen ästhetischen Figuren. © dpa

Franz Josef und seine Mätressen

Obwohl Elisabeth sich fühlte, wie in einem goldenen Käfig, war sie bereit und bemüht das Protokoll zu erlernen. Doch schnell erfuhr die junge Kaiserin, dass ihr Mann, der ihr seine Liebe schwor, Mätressen unterhielt - und sie permanent betrog. Mit Anna Nahaowski war er während seiner Ehe liiert. Die Geliebte des Kaisers lebte mit ihren gemeinsamen Kindern in der Nähe und Franz Joseph besuchte sie oft.

Elisabeths Körperkult

„Elisabeth war auch eine Egomanin“, erzählt Levay. „Paradoxerweiser nur im Bezug auf sich selber. Ihre Diät war legendär und würde heutigen Zeiten durchaus standhalten.“ Sissi behielt Zeitlebens einen Taillenumfang von sagenhaften 51 cm. Ihre Turnübungen findet man heute in jedem Fitnessstudio. Doch trotz dieses Körperkults, war es der Kaiserin ein Greul, wenn andere Menschen sie ansahen. Sie hasste außerdem dicke Menschen - was dazu führte, dass ihre Hofdamen ständig wechselten.

Hatte Sissi eine Affäre mit dem Grafen?

„Mit dem ungarischen Graf Andrássy verband Elisabeth sicherlich mehr als nur Freundschaft“, meint Levay. Ob Elisabeth es gewagt hat, den letzten Schritt zu gehen, weiss aber keiner. „Die Gefahr vom Hofstaat enttarnt zu werden war sicherlich zu groß.“ Sollte Elisabeth und Andrássy tatsächlich mehr verbunden haben, haben beide eine Höchstleistung in Sachen Geheimhaltung vollbracht. Bis heute bleibt das Gerücht.

Zwei Selbstmorde in der Familie

Der Tod ihres Cousins Ludwig II. - des bayerischen Märchenkönigs - sowie ihres eigenen Sohnes Rudolph prägten Elisabeth stark.  Wie die bayerische Familie den Selbstmord von Ludwig behandelte, brachte sie in Wut. Sissi-Expertin Levay: „Lange Zeit weigerte sich Elisabeth ihre Verwandten in Starnberg und München zu besuchen, obwohl sie oft zu Besuch in der Landeshauptstadt weilte.“

Der größere Schicksalsschlag war sicherlich der Selbstmord ihres Sohnes Rudolph: Dieser erschoss sich zusammen mit seiner Geliebten Marie von Vetsera im österreichischen Schloss Mayerling. „Elisabeth gab sich in großen Teilen die Schuld daran“, meint die Expertin. Es war Elisabeth, die Rudolphs eigenwillige Meinung prägte:  „Rudolph war ein großer Verfechter der Republik“, erklärt Levay - obwohl er der künftige Kaiser von Österreich werden sollte. Der junge Mann fühlte sich missverstanden und sah keine Zukunft als Herrscher. „Die familiäre Neigung zu Depressionen spielten sicherlich auch eine Rolle bei dem Selbstmord.“

War Sissi psychisch Krank?

Nach dem Selbstmord ihres Sohnes Rudolph zog sich Elisabeth noch stärker zurück. Als Zeichen ihrer tiefen Trauer trug sie nur noch schwarze Kleidung. „Ihr Reise- und Bewegungsdrang prägten sich immer mehr aus“, sagt Monika Levay. Die Kaiserin legte absonderliche Verhaltensweisen an den Tag: „Hofdamen wurden inzwischen auf körperliche Schwächen untersucht. Elisabeth schaffte es sogar die Geheimpolizei abzuhängen, die zu ihrem Schutz bestimmt war.“ Zeitlebends war die Kaiserin ein unruhiger und unsteter Mensch, mit einem stark ausgeprägten Bewegungsdrang. „Nach heutigen, medizinischen Erkenntnissen könnte eine nicht behandelte Hyperaktivität in der Kindheit der Grund sein.“ Ihre familiäre Neigung zu Depressionen spielte sicherlich auch eine Rolle.

„Auffällig ist, dass Elisabeth in jeder neuen Stadt zuerst die dortigen Irrenhäuser besuchte“, sagt die Sissi-Expertin. Ob der Kaiserin bewusst war, wie sehr sie sich dem Wahnsinn näherte, wird man niemals sagen können. Allerdings war Sissi entsetzt über die Zustände der Einrichtungen. Levay: „Sie spendete viel Geld um diese zu sanieren. Viele Gelder stammten direkt aus ihrer Privatschatulle.“

Sissis tragisches Ende: Am 9. September 1898 wurde sie von dem italienischen Anarchisten Luigi Lucheni in Genf erstochen. Das kitschige Sissi-Bild entstand in den 1950-er Jahren mit den Filmen, in denen Romy Schneider die Hauptrolle spielte.

Tanja Lugert

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