Marie Nasemann aus Bayern packt aus

Oktoberfest-Albtraum: Beichte von GNTM-Kandidatin bewegt die Menschen

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Model Marie Nasemann berichtet über einen Vorfall auf dem Oktoberfest.

Marie Nasemann packt aus: Sie wurde auf dem Oktoberfest belästigt, was sie lange verschwieg. Ihre Geschichte bewegt die Menschen bei Facebook. 

München - Nachrichten von sexuellen Übergriffen überschatten jedes Jahr das Oktoberfest in München. Hier ein Auszug der Schlagzeilen von der Wiesn 2017:

Nun bricht die gebürtige Gautingerin (Bayern) Marie Nasemann ihr Schweigen, berichtet von einem sexuellen Übergriff auf dem Oktoberfest. Auf Facebook lesen gerade tausende Menschen unter dem Hashtag #MeToo (“Ich auch“) die intime Beichte des 1,77 Meter großen Models. Hunderttausende Frauen schildern in sozialen Netzwerken mit #MeToo ihre Erfahrungen mit männlichem Dominanz-Gehabe. Ein Trend, der vielen Frauen hilft, sexuelle Übergriffe nicht länger zu verschweigen. Nasemann, die 2009 bei „Germanys Next Topmodel“ ins Finale kam, schreibt: 

„Ich war auf dem Oktoberfest und der Typ griff mir im überfüllten Gang von hinten unters Dirndl zwischen meine Beine. Ich habe mich umgedreht und ihm eine Ohrfeige gegeben und ihn angebrüllt.“

Den schrecklichen Vorfall verschwieg das Model über Jahre, konnte sich erst jetzt öffnen und darüber sprechen.

„Damals kam ich gar nicht auf die Idee, ihn anzuzeigen. Als ich heute gesehen habe, wie viele meiner Freunde den Hashtag #MeToo geteilt haben, kam mir diese Geschichte wieder in den Kopf und es ärgert mich, dass ich damals klein bei gegeben habe. Es ist unglaublich alarmierend und schockierend zu sehen, wie viele Menschen auf der ganzen Welt #MeToo teilen. Time to wake up!“

Die Reaktionen auf die offenen Worte von Marie Nasemann sind überwältigend. Einige Frauen berichten sogar von ähnlichen Erfahrungen auf dem Oktoberfest. Ines Schmidt schreibt: 

„Waren am Wochenende auch auf dem Oktoberfest. Die Männer am Nachbartisch haben uns die ganze Zeit heimlich fotografiert. War sehr unangenehm.“

Kampagne #MeToo ruft auch die Politik auf den Plan

Angesichts der aktuellen Sexismus-Debatte hat der Missbrauchsbeauftragte Johannes-Wilhelm Rörig die künftige Bundesregierung aufgefordert, „ein neues Kapitel im Kampf gegen sexuelle Gewalt aufzuschlagen“. Die überwältigende Resonanz auf die Debatte unter dem Schlagwort #MeToo zeige, wie groß das weltweite Ausmaß sexueller Gewalt gegen Frauen, Kinder und Jugendliche sei, sagte Rörig den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). 

„Die Debatte zu sexueller Gewalt kann gar nicht laut genug geführt werden“, sagte der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Auch in Deutschland würden längst nicht alle Fälle der Polizei gemeldet. Neueste Studien gingen davon aus, dass etwa jede und jeder Siebte in Deutschland sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend erlitten habe. „Dies ist nicht länger hinnehmbar“, sagte Rörig. 

Die Internet-Kampagne unter dem Stichwort #MeToo ("Ich auch") wurde durch den Skandal um den unter Vergewaltigungs- und Missbrauchsverdacht stehenden US-Filmproduzenten Harvey Weinstein ins Rollen gebracht.

Weltweit haben sich Millionen Frauen der Internetaktion gegen Sexismus unter dem Schlagwort #MeToo angeschlossen. Sie berichten auch von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen im Kindesalter. Die Internet-Kampagne unter dem Stichwort #MeToo ) wurde durch den Skandal um den unter Vergewaltigungs- und Missbrauchsverdacht stehenden US-Filmproduzenten Harvey Weinstein ins Rollen gebracht.

Bei GNTM gibt es im kommenden Jahr eine gravierende Änderung: Das Sieger-Meeedchen wird auf dem Cover des High Fashion Magazins Harper‘s Bazaar laden.

Matthias Kernstock

GNTM-Casting in München - Wer wird „Germany‘s Next Topmodel“ 2018

Video: Glomex

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