Zahlreiche prominente Opfer

Hollywood-Mogul Weinstein: Ehefrau trennt sich nach Vergewaltigungsvorwürfen 

Die Liste der Frauen, die ihm Vergewaltigung vorwerfen wird immer länger - jahrzehntelang haben Anwälte und Pressesprecher Weinsteins Verhalten vertuscht. Nun lässt sich seine Frau scheiden.

Los Angeles - Der mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontierte Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ist nicht nur seinen Job los: Angesichts der Vorwürfe gegen den 65-Jährigen kehrte ihm nun seine Ehefrau Georgina Chapman den Rücken. Im Magazin "People" gab Chapman am Dienstagabend (Ortszeit) die Trennung vom Vater ihrer beiden Kinder bekannt. Das Magazin "New Yorker" hatte zuvor berichtet, drei Frauen beschuldigten Weinstein nunmehr der Vergewaltigung. 

Chapman erklärte, sie habe sich dazu entschlossen, ihren Mann zu verlassen. Sie wolle sich um ihre Kinder kümmern und bitte um die Achtung ihrer Privatsphäre. Vergangene Woche hatte die "New York Times" enthüllt, dass mehrere Frauen Weinstein sexuelle Belästigung vorwerfen. Daraufhin wurde er von seinem eigenen Filmstudio gefeuert. 

Mit den am Dienstag vom "New Yorker" veröffentlichten Recherchen nahmen die Vorwürfe an Schärfe zu: Drei Frauen beschuldigen demnach Weinstein, sie zum oralen oder vaginalen Sex gezwungen zu haben. 

Weinstein befindet sich in Behandlung

Der Film-Mogul wies dies zurück: "Alle Anschuldigungen über nicht einvernehmlichen Sex werden von Mr. Weinstein unmissverständlich zurückgewiesen," erklärte dessen Sprecherin Sallie Hofmeister. Weinstein befinde sich derzeit in Behandlung. "Er hofft, dass er, wenn er gute Fortschritte macht, eine zweite Chance bekommt." 

Die 42-jährige Asia Argento berichtete dem "New Yorker", Weinstein habe sie vor 20 Jahren in einem südfranzösischen Hotelzimmer zum Oralsex gezwungen. Wegen des Körpervolumens des Ex-Produzenten, der früher bis zu 136 Kilo wog, sei sie voller Furcht gewesen: "Es wollte nicht aufhören. Es war ein Albtraum." Sie gehe erst jetzt an die Öffentlichkeit, da sie Angst gehabt habe, Weinstein würde sie "zerschmettern": "Ich weiß, dass er schon viele Menschen zerschmettert hat." 

Auch die Schauspielerin Lucia Evans berichtete, Weinstein habe sie 2004 zum Oralsex gezwungen. Eine weitere Frau, die anonym bleiben wollte, erzählte, dass Weinstein sie unter einem Vorwand in ein Hotelzimmer gelockt habe. Dort sei er dann plötzlich über sie hergefallen. Das Magazin veröffentlichte zudem einen Tonbandmitschnitt der New Yorker Polizei, auf dem zu hören ist, wie sich Weinstein an das italienische Model Ambra Battilana Gutierrez heranmacht und diese ihn anfleht, sie in Ruhe zu lassen. Auch Hollywoodstar Rosanna Arquette wird als eines der Opfer Weinsteins genannt. 

Im Gegenzug versprach er, ihnen bei der Filmkarriere zu helfen

Der Produzent zahlreicher Hollywood-Kassenschlager soll den Frauen versprochen haben, ihnen im Gegenzug für Sex bei ihrer Filmkarriere zu helfen. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle zeigten sich "angewidert" vom Verhalten Weinsteins, der ein Großspender der Demokratischen Partei ist. "Jeder Mann, der Frauen in solcher Art erniedrigt und herabsetzt, muss verurteilt und zur Rechenschaft gezogen werden, unabhängig von seinem Reichtum oder Status", erklärten die beiden. Zugleich lobten sie den Mut der Frauen, die nun mit ihren "schmerzhaften Geschichten" an die Öffentlichkeit gegangen seien. Auch die ehemalige Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, zeigte sich "schockiert und angewidert von den Enthüllungen über Harvey Weinstein". 

Die Liste der Frauen, die Opfer von Weinsteins Verhalten wurden, wird immer länger: In der "New York Times" vom Dienstag berichteten die Hollywoodstars Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie, sie hätten sich Weinsteins sexuellen Belästigungen widersetzt. Dem Bericht zufolge forderte Brad Pitt, der damals mit Paltrow zusammen war, Weinstein auf, dieses Verhalten zu unterlassen. 

Laut "New Yorker" sorgte der Produzent mit Hilfe seiner Pressesprecher und Anwälte jahrzehntelang dafür, dass sein Verhalten nicht öffentlich gemacht wurde. Die Weinstein Company kündigte am Dienstag an, die juristische Untersuchung der Vorwürfe gegen ihren Mitgründer zu unterstützen.

AFP/Video: Glomex

Rubriklistenbild: © dpa

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