Olympische Sommerspiele

Nach Schlag mit der Faust: Fünfkampf-Trainerin Kim Raisner von Olympia ausgeschlossen

Fotomontage: Kim Raisner und Annika Schleu weinend auf Pferd
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Trainerin Kim Raisner schlägt Pferd mit Faust und wird von Olympia ausgeschlossen (Fotomontage)

Nach dem Skandal um die Moderne Fünfkämpferin Annika Schleu ist Bundestrainerin Kim Raisner von den Olympischen Sommerspielen in Tokio ausgeschlossen worden.

Tokio - Die Schlagzeilen um den Reitsport im Modernen Fünfkampf bei den Olympischen Sommerspielen reißen aktuell nicht ab. Bundestrainerin Kim Raisner (48) ist wegen ihres Verhaltens vom Weltverband für Modernen Fünfkampf (UIPM) von den Olympischen Spielen ausgeschlossen worden. Beim Wettkampf der Frauen hatte Raisner ein Pferd mit der Faust geschlagen und dessen Reiterin Annika Schleu (31) dazu aufgefordert, mit der Gerte „richtig draufzuhauen.“ Extratipp.com* berichtet.

Annika Schleu aus Deutschland reagiert, nachdem ihr Pferd den Sprung verweigert hatte.

Olympia: Als Annika Schleus Pferd nicht gehorcht, greift sie zur Gerte

Dem Ausschluss Raisners ging das Drama um die Athletin Annika Schleu voraus. Die war nach zwei Disziplinen im Modernen Fünfkampf eigentlich schon auf Goldkurs, doch dann kam das Reiten. Das Schleu zugeloste Pferd „Saint Boy“ ließ sich von der Reiterin nicht unter Kontrolle bringen, weigerte sich zunächst den Parcours zu starten. Punktlos beendete Schleu den Ritt und belegte damit Rang 31.

Einen Shitstorm in den sozialen Netzwerken erntete sie für ihre Versuche, das Pferd unter ihre Kontrolle zu bringen. Schleu und Trainerin Raisner wird Tierquälerei vorgeworfen. Als sich der sichtlich verängstigte „Saint Boy“ beim Springreiten weigerte, den Befehlen Schleus zu folgen, hatte diese in Tränen aufgelöst die Gerte eingesetzt. Angestachelt wurde sie dabei noch von Trainerin Kim Raisner, die ihr zurief: „Hau drauf, hau richtig drauf!“ Hinzu kommen Bilder, die zeigen, wie Raisner selbst mit der Faust auf das Tier einschlägt.

Fünfkampf-Bundestrainerin Kim Raisner (r) wurde vom Rest der Olympischen Spiele ausgeschlossen. Durch ihre Aufforderungen an Fünfkämpferin Annika Schleu (l), das Pferd mit Schlägen ruhig zu stellen, war Raisner stark in die Kritik geraten.

Olympia: Bundestrainerin Kim Raisner von weiterer Teilnahme ausgeschlossen

Für den Umgang mit dem Pferd gerieten Schleu und Raisner stark in die Kritik. Auf Instagram* bekam die 31-jährige Reiterin eine derartige Hasswelle zu spüren, dass sie ihren Account deaktivierte. Für die Bundestrainerin folgen härtere Konsequenzen. Wie der Weltverband für Modernen Fünfkampf (UIPM) am Samstag (7. August) mitteilte, werde Raisner von den Olympischen Sommerspielen ausgeschlossen.

Der Vorstand habe die Videoaufnahmen überprüft und entsprechend entschieden. „Ihre Handlungen wurden als Verstoß gegen die UIPM-Wettbewerbsregeln angesehen, die für alle anerkannten Wettbewerbe im Modernen Fünfkampf einschließlich der Olympischen Spiele gelten“, so der Weltverband. 

Am Wettkampf der Männer am Samstag durfte Kim Raisner schon nicht mehr teilnehmen. Durch den Vorfall wurden Rufe nach einer Reformierung des Reitsportes immer lauter. Die Zukunft wird zeigen, ob es beim bloßen Aufschrei bleibt oder ob tatsächlich weiterreichende Konsequenzen folgen. *extratipp.com ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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