Dunkles Geheimnis

Sat.1-Moderatorin wurde Opfer von sexuellem Übergriff: „Er sah aus wie ein Monster“

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Marlene Lufen

Marlene Lufen hatte lange ein dunkles Geheimnis. Die Sat.1-Moderatorin wurde als 19-Jährige missbraucht. Ihr Schweigen hat nun ein Ende, und zwar aus einem ganz bestimmten Grund.

Hamburg - Fröhlich und gut gelaunt moderiert Marlene Lufen (47) morgens das „Sat.1 Frühstücksfernsehen“ - niemand ahnt von ihrem dunklen Geheimnis: Ein Fotograf hatte die Moderatorin im Alter von 19 Jahren fast vergewaltigt. Erst Jahre später, in der TV-Talk-Sendung bei Maischberger im Oktober offenbarte sie sich. 

Der Übergriff scheint sie nicht loszulassen - vor kurzem erschien ihr erstes Buch im Bastei-Verlag mit dem Titel „Die im Dunkeln sieht man nicht: Warum missbrauchte Frauen schweigen“. 

Jahrelang schwieg Marlene Lufen selbst zu dem Vorfall, weil es ihr peinlich war, sie sich schämte und schuldig fühlte. „Ich habe mich immer gefragt: Habe ich ein Zeichen nicht erkannt, bei dem ich vorher hätte weggehen müssen? Habe ich ihm zu viel zugestanden?“ verrät sie im Interview mit der Hamburger Morgenpost.

Doch mit ihrem Buch bricht Lufen endgültig das Schweigen und geht sogar ins Detail, was ihr mit 19 widerfahren ist. Als Grund dafür nennt sie der Bild: „Ich ergreife jetzt die Stimme für all diejenigen, die nicht die Möglichkeit haben zu sprechen.“

Marlene Lufen konnte ihrem Peiniger entkommen

Ihr Albtraum ereignete sich demnach bei einem Fotoshooting - der Fotograf stürzte sich auf sie, drückte sie aufs Bett und fing an sie zu begrapschen. „Er war grob, seine Hände und Knie fixierten mich. Sein Gesicht sah aus wie von einem Monster.“ Die Moderatorin, die damals Leistungssportlerin war, konnte sich aus eigener Kraft rechtzeitig befreien.

Anzeige: Fehlanzeige

Gesprochen hat sie nur mit ihrem damaligen Freund und ihren Eltern über den Vorfall. Eine Anzeige zog sie gar nicht in Betracht, es sei damals einfach eine andere Zeit gewesen. 

Stattdessen meldet sich Lufen jetzt zu Wort und lässt die Öffentlichkeit wissen, dass es jeden treffen kann. Auf ihren ersten veröffentlichten Facebookpost zu dem Thema vor zwei Jahren, bekam sie viele Reaktionen - sowohl positiv als auch negativ. Denn viele schreiben, die Moderatorin wolle sich nur wichtig machen.

Doch Lufen macht klar, dass ihr Verhalten typisch für Betroffene ist. Sie wolle mit ihrer späten Enthüllung auch zeigen: „Seht her, die normale Reaktion einer Frau ist nicht, es sofort anzuzeigen. Wenn sexuelle Gewalt stattgefunden hat, wollen sich viele erst mal zurückziehen. Das darf aber nicht die Glaubwürdigkeit der Betroffenen infrage stellen.“

Opfer schweigen

Lediglich fünf bis sieben Prozent aller sexuellen Übergriffe werden angezeigt. Die Frauen haben vor allem Angst, ausgegrenzt zu werden. Viele suchen die Schuld bei sich selbst und fragen sich, ob sie den Übergriff provoziert haben. Vor Gericht enden solche Fälle nur selten mit einer Verurteilung, denn es gibt meist keine Zeugen und Beweise. Besonders auch offen darüber zu sprechen, hält Lufen für wichtig: „Je mehr wir das Tabu durchbrechen und Betroffene bestärken, desto eher gibt es eine Chance, dass sich etwas ändert.“

rm

 

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