Nach Kritik an seinen Restaurant-Preisen

Offener Brief: Schweiger rechtfertigt sich für teures Wasser

Hamburg - Nach einem Artikel über das 4,20 Euro teure Leitungswasser in Til Schweigers Restaurant Barefood Deli, liefern sich der Schauspieler und die Hamburger Morgenpost nun einen regelrechten Schlagabtausch.

Gerade einmal knapp drei Monate ist es her, dass Til Schweiger (53) in Hamburg sein erstes eigenes Restaurant, das Barefood Deli, eröffnet hat. Die Eröffnung erregte allgemeines Aufsehen und auch das Konzept wurde öffentlich diskutiert. Schließlich lässt Til in seinem Restaurant hauptsächlich seine eigenen Lieblingsgerichte servieren, kombiniert mit Artikeln aus seinem Barefood-Lifestyle-Shop, der direkt über dem Restaurant liegt.

4,20 Euro für Leitungswasser - ein Skandal!

Ein Artikel der Hamburger Morgenpost offenbarte nun, dass Til Schweiger in seinem Restaurant einen Liter Wasser für 4,20 Euro verkauft. Dabei handelt es sich um Leitungswasser, das direkt vor Ort gefiltert, veredelt und sauber abgefüllt wird. So machen es mittlerweile viele Restaurants. Aber 4,20 Euro für Leitungswasser? Daraus machte die Hamburger Morgenpost einen öffentlichen Skandal, der es sogar auf die Titelseite schaffte.

Doch die Hamburger Redakteure hatten sich mit dem Falschen angelegt. Der knallharte Action-Tatort-Darsteller kann nämlich bekanntlich gar nicht gut mit Kritik umgehen und so ließ seine Antwort an die Mopo nicht lange auf sich warten.

Til Schweigers Antwort folgt umgehend

Auf stern.de veröffentlichte er einen ironischen Brief, in dem er den „hochklassigen und investigativen“ Artikel bezüglich seines Wassers lobte und bedauerte, dass offenbar in der Welt nichts Interessantes passiere, dass ausgerechnet er und sein Wasser es auf die Titelseite geschafft hätten. Dann begann er mit der öffentlichen Verteidigung seines gefilterten und veredelten Wassers.

Es würde auf besondere Art und Weise behandelt, nachdem es aus der Leitung käme, die zusätzlichen Werbeeinnahmen für Markenwasser fielen weg. Somit sei er mit dem Literpreis seines Wassers am unteren Ende der Preiskette. Außerdem sei Wasser fast immer die Haupteinnahmequelle eines Restaurants. 

Tatsächlich liegt Til Schweiger mit seinen 4,20 Euro für einen Liter Wasser gar nicht so hoch im Preissegment. Zum Vergleich: In der Fußballkneipe von Promikollege Hugo Egon Balder, die sich auch in Hamburg befindet, zahlt man für 0,75 Liter einer eher unbekannten Wassermarke 6,50 Euro - also einen Literpreis von etwa 8,67 Euro und somit mehr als doppelt so viel, wie für Til Schweigers veredeltes Leitungswasser.

Mopo zeigt sich unbeeindruckt

Doch genau diese „Leitung“ scheint das eigentliche Problem der Mopo-Redakteure zu sein. In ihrer journalistischen Ehre gekränkt, boten sie dem ironischen Kommentar Schweigers noch einmal Kontra und veröffentlichten einen weiteren Artikel. Dort erklären sie, dass sie die von Schweiger angepriesene „Veredelung“ für „aufwendigen Schnickschnack“ halten, der so gar nichts mit Nachhaltigkeit zu tun habe. Das Leitungswasser gewinne dadurch, ihrer Meinung nach, an nichts, was den hohen Literpreis rechtfertigen würde.

Zudem würde Schweiger sein Nachhaltigkeits-Konzept in der Karte nicht erläutern und somit zusätzlich dazu beitragen, dass man sich als Gast „abgezockt“ fühle.Am Ende lassen die Redakteure verlauten, dass sie sich schon sehr auf Tils nächste Antwort freuen. Und so, wie wir ihn kennen, wird die auch wahrscheinlich nicht lange auf sich warten lassen.

Katharina Haase

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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