Sie hatten wochenlang Kontakt

So dreist legte eine Stalkerin Dunja Hayali rein

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Kein seltener Fall: Viele Leute fallen auf Fake-Profile im Internet rein - so erging es auch der Moderatorin Dunja Hayali. 

Viele Wochen tauschte sich Dunja Hayali mit einem Krankenpfleger aus - dann der Schock: Hinter dem Mann steckt eine Stalkerin. Eine Frau, die wohl alles tun würde, um die Aufmerksamkeit der Moderatorin zu bekommen.

Dunja Hayali hat viele Bewunderer - mehr als 288.000 alleine auf Twitter. Fans bewundern die offene und ehrliche Art der 43-Jährigen (vor allem dann, wenn sie auf Twitter DHL kritisiert). Doch nun wurde ihr ihre positive Art zum Verhängnis: Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali wurde Opfer eines Stalking-Angriffs. Das aber nicht auf die bekannte Weise - niemand stellte ihr im wahren Leben vor ihrer Haustür nach. Die 43-Jährige wurde in den sozialen Medien betrogen. Darüber berichtet sie in der Zeit.

Im Rahmen ihrer Talkshow-Reihe Dunja Hayali besuchte sie vor einiger Zeit die Menschen auf einer Demenzpflegestation, um sich den Problemen der Betroffenen zu widmen. Nach Ausstrahlung der Sendung erhielt sie eine persönliche Nachricht über den Kurznachrichten-Dienst Twitter. Ein junger Krankenpfleger namens Thomas Lehmann suchte den Kontakt zu der Moderatorin - er hatte ihre Reportage gesehen und wollte sich austauschen.

„Er war höflich und zurückhaltend, er wusste Bescheid. (...) Er wusste, dass das ein Thema ist, das mir wichtig ist und mit dem man meine Aufmerksamkeit bekommt“, schildert Dunja Hayali ihren ersten Eindruck von dem fremden Pfleger. Sie freute sich darüber, dass der Mann an ihrem Schaffen interessiert zu sein schien - anfangs keine Spur von Misstrauen. 

Nach mehreren Wochen Kontakt änderte sich das aber: Andere User machten die Moderatorin auf etwas Merkwürdiges aufmerksam. Wohl wiederholte sich seine Schreibweise, beispielsweise die Art seiner Rechtschreibfehler, auf die gleiche Weise bei anderen Usern. Daraufhin forschte sie etwas nach und fand heraus, dass das Misstrauen der anderen User gerechtfertigt war. „Die Art und Weise, wie sich Thomas mit mir austauschte, fand ich bei verschiedenen Usern wieder. Was sie vereinte, war das Wissen über meine Schwachpunkte“, so Hayali über ihre Erfahrung. Ein Nutzer zum Beispiel, mit dem sie in Kontakt stand, gab an, er hätte den gleichen Hund wie die Moderatorin - der angebliche Pfleger nutzte wiederum ihr Interesse am Pflegethema aus. 

Die bittere Erkenntnis: Thomas Lehmann gibt es gar nicht

Kurz darauf fand eine Freundin von Dunja Hayali heraus, dass Thomas Lehmann nicht existierte. Er existierte genauso wenig, wie Leandro Tressko, Axel Graf, Pia Carreras, Bernd Lechner oder Berlingirl - weitere Personen, mit denen die 43-Jährige in Kontakt stand. All diese Charaktere schuf eine Frau, ein „Hyperfan“, um der Moderatorin näher zu kommen. Teilweise schrieb Hayali sogar gleichzeitig mit mehreren der Fake-Profile, in dem Glauben, mit verschiedenen echten Menschen im Austausch zu stehen. Dabei saß am anderen Ende immer die gleiche Person. Die Stalkerin wurde auf Facebook und Twitter bereits vor langer Zeit von Dunja Hayali gesperrt.

Für die Moderatorin war diese Erkenntnis schwer zu verarbeiten: „Dass künstliche Menschen mein Vertrauen erschleichen, das schockiert mich. Ich investiere Zeit, Energie und Empathie in Attrappen.“ 

Um andere vor sogenannten „Real-Fakes“ zu warnen, ging sie mit dem Fall an die Öffentlichkeit. Wie sie der Bildmitteilt, soll diese Erfahrung nicht ihr komplettes Verhalten in den sozialen Netzwerken ändern: Auch wenn sie vorsichtiger und sensibler geworden ist, wird sie nicht aufhören, mit anderen Usern den Dialog aufzunehmen. Auf Twitter berichtet sie, dass sie nach ihrem öffentlichen Bericht schon mehrere Nachrichten erhielt: Wohl gibt es viele Internetnutzer, die ähnliche Erfahrungen machen mussten.

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