Kletterverbot in Kraft

Australien sperrt Uluru für Touristen

+
Für viele Australien-Urlauber ist es ein Muss, den Uluru im Uluru-Kata Tjuta Nationalpark zu besteigen. Der Zutritt zu dem Felsen wird ab dem 26. Oktober 2019 jedoch verboten. Foto: Lukas Coch/AAP/dpa

Der Aufstieg auf den Uluru gehörte für viele zum Pflichtprogramm eines Australien-Urlaubs. Jetzt ist der "Heilige Berg" der Aborigines-Ureinwohner für Touristen gesperrt. Wer sich an das Verbot nicht hält, muss teuer bezahlen.

Uluru (dpa) - Auf Australiens bekanntestem Berg, dem Uluru, darf nicht mehr herumgeklettert werden. Der 348 Meter hohe Felsen mitten in der australischen Wüste ist seit Freitag (25. Oktober) für alle Touristen gesperrt. Künftig darf er nur noch vom Boden und aus der Luft angeschaut werden.

Die Verwaltung des Nationalparks kam damit Bitten der Aborigines-Ureinwohner nach, die dort schon seit mehr als 30.000 Jahren zuhause sind. Für sie ist der rot schimmernde Berg heiliges Gelände.

Mit dem Kletterverbot ging auch ein dunkles Kapitel Kolonialgeschichte zu Ende. Nach historischen Aufzeichnungen wurde der Berg erstmals 1873 von einem Weißen bestiegen. Bis vor ein paar Jahren nannte man ihn noch Ayers Rock - nach Sir Henry Ayers, einem ehemaligen Premierminister von South Australia. Inzwischen benutzen in Australien aber fast alle den Aborigines-Namen Uluru.

Am Freitag nutzten nochmals tausende Touristen die letzte Möglichkeit, von oben viele Kilometer weit in den australischen Outback blicken zu können. Punkt 16.00 Uhr sperrte die Verwaltung des Nationalparks den Klettersteig ab. Nach und nach kamen die letzten Kletterer herunter. Wer gegen das Verbot verstößt, muss künftig mindestens 630 australische Dollar (knapp 390 Euro) zahlen.

Am Wochenende soll es zusammen mit Aborigines eine Feierstunde zur Schließung geben. Nächste Woche wird dann die Kette abmontiert, an der man sich bislang nach oben hangeln konnte. Der Uluru ist trotz seiner bescheidenen Höhe gefährlich. Der Fels ist nicht nur steil, sondern auch extrem glatt. Mindestens 37 Menschen kamen dort ums Leben. Zuletzt starb im Juli vergangenen Jahres ein 73 Jahre alter Japaner.

Nationalpark Uluru-Kata Tjuta

Eintrag auf der Unesco-Liste zum Weltkulturerbe

Australische Regierung zur Geologie des Uluru

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Lungenkrankheit in China: Wuhan besonders betroffen

Die Zahl der von Behörden bestätigten Infektionen mit einem neuen Sars-Virus in China steigt plötzlich auf 200. Die US-Gesundheitsbehörde rät Reisenden, Tiermärkte in …
Lungenkrankheit in China: Wuhan besonders betroffen

In Johannesburg steht "Afrikas gefährlichstes Hochhaus"

Wie ein Leuchtturm im Elend ragt der kreisrunde Ponte-Tower aus Johannesburgs Hochhauskulisse. Für viele Südafrikaner gilt er als No-go-Area, in der das Verbrechen …
In Johannesburg steht "Afrikas gefährlichstes Hochhaus"

Wechselkurs-Vergleich 2020: In diesen Reiseländern bekommen Sie jetzt mehr für Ihr Geld

In den Urlaub fahren und mehr fürs Geld bekommen? Dazu müssen Sie nur die Wechselkurse im Auge behalten. In diesen sieben Reiseländern holen sie jetzt das Meiste heraus.
Wechselkurs-Vergleich 2020: In diesen Reiseländern bekommen Sie jetzt mehr für Ihr Geld

Notfallvorsorge: Warum ist es in Flugzeugen eigentlich immer so kalt?

Wer in den Urlaub oder woandershin fliegt, sollte immer Socken und einen dicken Pulli mitnehmen. Denn in Flugzeugen ist es kalt - und das hat gute Gründe.
Notfallvorsorge: Warum ist es in Flugzeugen eigentlich immer so kalt?

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.