Rückzug gefordert

Beliebtes Skigebiet macht mit Werbung viele Menschen richtig wütend

Sessellift in Tirol. (Symbolbild)
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Sessellift in Tirol. (Symbolbild)

Eine Werbung des Skigebiets Axamer Lizum in Österreich erhitzt die Gemüter. Vor allem in den sozialen Netzwerken wird die Anzeige als unangebracht bezeichnet.

  • Auch den Tiroler Grünen-Politikerinnen Barbara Neßler und Stephanie Jicha ist die Kampagne zu viel des Guten.
  • "Sexismus in Reinform" nennen sie die Werbung der Axamer Lizum.
  • Doch warum die ganze Aufregung?

Werbung der Axamer Lizum erhitzt die Gemüter: Diese Bilder bringen viele auf die Palme

Grund für die Aufregung ist eine neue Werbereihe des Skigebiets Axamer Lizum. Auf einem der Bilder ist ein Mann abgebildet, der so enge Strumpfhosen trägt, dass man die Rundung seines Hinterns genau erkennen kann. Dazu die Worte: "Perfekt präpariert! Die olympische Herrenabfahrt wartet auf dich. Bist du wild genug?"

Ein weitere Bild zeigt ein weibliches Model, die Tiroler Künstlerin Maria Köfler, im Feinripp-Unterhemd. Der Text dazu lautet: "Perfekt präpariert! Die olympische Damenabfahrt wartet auf dich! Bist du wild genug?"

Und das dritte Bild der Reihe wiederum zeigt einen Herren mit deutlich durch das Unterhemd sichtbaren Bauchmuskeln. Der Text dazu: "Perfekt präpariert! Die Birgitzköpfl Buckelpiste wartet auf dich. Bist du wild genug?"

Lesen Sie hier: Wintersaison 2019/2020: Das sind die zehn günstigsten Skigebiete in Europa.

Die Werbung sorgt bei vielen Menschen vor allem im Netz für angespannte Gemüter. Unter dem Foto des Mannes mit dem knackigen Hinterteil schreibt etwa ein User: "Das ist absolut geschmacklos." Und auch Stephanie Jicha und Barbara Nessler von den Grünen in Österreich sehen darin "sexistische Seilbahn-Werbung" und fordern einen "sofortigen Werbe-Stopp". Die Anzeige sei "Sexismus in Reinform und hat im Jahr 2019 nichts verloren".

Video: Pistensaison auf der Zugspitze gestartet

Geschäftsführer der Axamer Lizum wehrt sich gegen Vorwürfe

Doch auch zahlreiche positive Rückmeldungen gibt es unter der durchaus kreativen Kampagne. Unter dem Bild mit dem weiblichen Model schreibt ein User "Gefällt mir.", woraufhin ein anderer meint: "..bin schon gespannt auf die Herrenabfahrt!" Zum Knackpo meint dann wiederum ein anderer Nutzer auf Facebook: "Da werden 'Die Grünen' aber wieder einen Jammer haben."

Geschäftsführer Michael Körber erklärte im Hinblick auf die Vorwürfe gegenüber dem Portal Meinbezirk.at: "Dieses Sujet wurde bei den Diskussionen leider aus dem Zusammenhang gerissen.Es handelt sich um eine dreiteilige Werbekampagne. Und um die derzeit offenbar wichtigste Frage gleich zu beantworten: Beim Plakat für die Herrenabfahrt gibt es ein männliches Fotomodell."

"Damenabfahrt" sei auch kein erfundener Name mit versteckten Anspielungen, so Körber. "Seit den ersten olympischen Spielen im Jahr 1964, bei denen die Abfahrt der Damen am 6. Februar 1964 auf dieser Piste ausgetragen wurde, ist das die offizielle Bezeichnung. Ebenso lange trägt die Herrenabfahrt diese Bezeichnung. Der dritte Teil der Kampagne bezieht sich auf die Buckelpiste vom Birgitzköpfl, bei der übrigens auch ein Mann zu sehen ist. Wir wollten bei der Damenabfahrt einen Bezug herstellen zu einer frisch präparierten Piste, die einem Feinripp-Trikot ähnelt und ja der Traum aller SkifahrerInnen ist. Wir stehen weiterhin zu dieser Werbelinie, auch wenn sie etwas außerhalb von üblichen Panoramabildern mit blauem Himmel angesiedelt ist. Übrigens hat diese Darstellung auch bei unseren Mitarbeiterinnen keinerlei Empörung ausgelöst und wir bekommen auch viele positive Stellungnahmen."

Auch interessant: Skigebiete in der Schweiz: Urlaub für Winter-Fans.

sca

Schöne Alternativen für Wintersportler in Europa

Das slowakische Skigebiet Jasné Nízke Tatry ist vor allem bei Familien beliebt. Foto: Slowakische Zentrale für Tourismus
Das slowakische Skigebiet Jasné Nízke Tatry ist vor allem bei Familien beliebt. © Slow. Zentrale f. Tourismus
Wintersportzentrum Polens: Bekannt ist Zakopane auch für das jährliche Weltcup-Skispringen. Foto: PKL Kasprowy Wierch
Wintersportzentrum Polens: Bekannt ist Zakopane auch für das jährliche Weltcup-Skispringen. © PKL Kasprowy Wierch
Über den Wolken: 31 Lifte gibt es im norwegischen Skigebiet Trysil. Foto: Casper Tybjerg/Visitnorway.com
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Borowez ist das älteste Skigebiet Bulgariens. Foto: Florian Sanktjohanser
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Größtes Skigebiet der Pyrenäen: Über 200 Pistenkilometer gibt es in Andorra. Foto: Manuel Meyer
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Nur eine Stunde vom Mittelmeer entfernt können sich Wintersportler in der spanischen Sierra Nevada austoben. Foto: Manuel Meyer
Nur eine Stunde vom Mittelmeer entfernt können sich Wintersportler in der spanischen Sierra Nevada austoben. © Manuel Meyer
Die Lifte im serbischen Skigebiet Kopaonik erschließen rund 55 Pistenkilometer. Foto: Nationale Tourismus Organisation Serbiens (NTOS)
Die Lifte im serbischen Skigebiet Kopaonik erschließen rund 55 Pistenkilometer. © NTOS
Günstige Alternative zu den Alpen: Spindlermühle liegt im höchsten tschechischen Gebirge, dem Riesengebirge. Foto: Skiareál Spindleruv Mlyn
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