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Cannes mit Kreuzfahrt-Verbot: "Wir werden keine Kreuzfahrtpassagiere mehr akzeptieren..."

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Kreuzfahrtschiff vor Cannes.

Frankreichs viertgrößter Kreuzfahrthafen liegt in der Stadt Cannes. Diese wird die am wenigsten umweltfreundlichen Kreuzfahrtschiffe ab nächstem Jahr verbieten.

Die Maßnahme der Stadt Cannes soll die Luftqualität in der Stadt verbessern. Das Verbot gilt für Schiffe, die eine Schwefelobergrenze von 0,1 Prozent in ihrem Kraftstoff nicht einhalten.

Cannes verbietet umweltunfreundliche Kreuzfahrtschiffe

Das Verbot wird Kreuzfahrtschiffe mit zahlreichen Passagieren daran hindern, in der für ihr Filmfestival berühmten Stadt anzulegen. Das exponentielle Wachstum der Kreuzfahrtindustrie wird von den Bewohnern der Touristenstädte immer häufiger kritisiert und als Bedrohung für die Umwelt angesehen. Erst vor Kurzem hatte der Chef der Hafenbehörde für die nördliche Adria in Venedig, Pino Musolino, gefordert, den Kreuzfahrtverkehr an vielen Städten in Europa einzuschränken.

Nun will auch Cannes Verbote vorantreiben. "Es geht nicht darum, gegen Kreuzfahrtschiffe zu sein. Es geht darum, gegen Umweltverschmutzung anzukämpfen", erklärte der Bürgermeister von Cannes, David Lisnard, gegenüber Reuters Television in einem Interview. "Wir werden keine Kreuzfahrtpassagiere mehr akzeptieren, die mit umweltschädlichen Kreuzfahrtschiffen zu uns kommen."

Lesen Sie hier: Kreuzfahrt zum ersten Mal: Das ist zu beachten, damit die Reise unvergesslich wird.

Im Rahmen der Luftreinhaltepolitik der Europäischen Union wird die Obergrenze bereits an einigen Häfen durchgesetzt. Sie könnte im Weiteren auch auf das Mittelmeer ausgedehnt werden, wie es heißt. Kreuzfahrtschiffe fahren mit Öl, das rund 2.000 mal mehr Schwefeloxid enthält als gewöhnlicher Diesel, so der deutsche Umweltanalyst Axel Friedrich gegenüber dem Portal Voa News.

Nach Angaben der Cruise Lines International Association (CLIA) werden in diesem Jahr voraussichtlich 30 Millionen Passagiere auf rund 300 Schiffen unterwegs sein. Zum Vergleich waren es vor zehn Jahren nur 17,8 Millionen jährlich.

Auch interessant: Kreuzfahrtschiffe gehen mysteriöserweise unter: Gefahr auf hoher See durch Offizier aufgedeckt.

Jetzt hat sich eine echte Tragödie auf einem Kreuzfahrtschiff ereignet: Ein Junge (12) starb auf einer Reise mit seiner Familie.

sca

Kreuzfahrten: Wie umweltfreundlich und vertretbar sind sie wirklich?

Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen.
Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen.  © Andrea Warnecke
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen.
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen.  © Hurtigruten
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben.
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben.  © Juanjo Martinez
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird.
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird.  © Juanjo Martinez
Felix Eichhorn ist Präsident der Reederei Aida Cruises.
Felix Eichhorn ist Präsident der Reederei Aida Cruises.  © Andrea Warnecke
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Daniel Skjeldam ist CEO der norwegischen Reederei Hurtigruten.  © Hurtigruten
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Kreuzfahrtschiffe gelten vielen als "Dreckschleudern", die die Umwelt verschmutzen.  © Philipp Laage
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Umweltschutz ist besonders in ökologisch sensiblen Gegenden wie hier in der Arktis wichtig.  © Verena Wolff
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Mit der "Roald Amundsen" von Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start.  © Hurtigruten
Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, dem Überrest aus den Erdölraffinerien.
Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, dem Überrest aus den Erdölraffinerien.  © Andrea Warnecke

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