Angst vor dem Coronavirus

Veranstalter: China-Reisende können umbuchen oder stornieren

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Angesichts der starken Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit hat China seine Maßnahmen inzwischen deutlich verschärft. Foto: Vincent Yu/AP/dpa

Das Coronavirus ist inzwischen in fast jeder Provinz oder Region Chinas aufgetaucht. Das hat Folgen für den Tourismus - auch in Deutschland.

München (dpa) - Nach der Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit in China ziehen mehrere deutsche Reiseveranstalter Konsequenzen. Kunden können bevorstehende Trips umbuchen oder stornieren.

Die wirtschaftlichen Folgen für die Branche dürften sich aber in Grenzen halten. Für viele Veranstalter ist China kein großer Markt. Umgekehrt ist Deutschland dagegen ein beliebtes Reiseziel für Touristen aus China. Peking hatte jüngst den Verkauf von Pauschalreisen auch ins Ausland untersagt.

Tui-Kunden, die in den nächsten zwei Wochen eine China-Reise geplant haben, können gebührenfrei auf einen anderen Reisetermin umbuchen, wie der deutsche Branchenprimus mitteilte. Aktuell hat Tui nach eigenen Angaben nur wenige Gäste in dem Land. Hauptreisezeit ist der Sommer. "Wir stehen weiterhin in Kontakt mit den Behörden und beobachten die Situation genau", sagte eine Sprecherin.

Kostenlose Stornierungen

DER Touristik bietet kostenlose Stornierungen und Umbuchungen für China-Reisen mit Abreisetermin bis 31. März an. Die Veranstaltermarken Dertour, Meiers Weltreisen und ADAC Reisen haben das Reich der Mitte im Programm. Aktuell ist eine knapp dreistellige Anzahl von Gästen in dem Land unterwegs. Sie würden mit SMS und Aushängen in den Hotels auf dem Laufenden gehalten, erklärte DER Touristik. Man beobachte die Lage genau.

Gäste der FTI Group können nach Angaben des Veranstalters Trips mit Abreisedatum bis einschließlich 21. Februar kostenfrei umbuchen oder stornieren.

Studiosus sagte unterdessen Reisen in das Land bis einschließlich 15. April ab. "Vor dem Hintergrund einer anhaltenden Lage-Verschlechterung und der Verschärfung der Reisehinweise des Auswärtigen Amtes sehen wir derzeit keine Möglichkeit, geplante Chinareisen durchzuführen", teilte der Anbieter auf seiner Homepage mit. Mit einer raschen Entspannung werde nicht gerechnet.

Aktuell hat Studiosus nach eigenen Angaben keine Gäste in China. Der nächste Trip sollte ab dem 15. März stattfinden. China-Gäste mit Abreise bis zum 31. Mai können kostenlos umbuchen oder stornieren.

Von Reisen in betroffene Gebiete wird abgeraten

Das Auswärtige Amt in Berlin riet dazu, nicht notwendige Reisen in die betroffenen Gebiete zu verschieben. Allgemein sei derzeit mit erheblichen Einschränkungen der Mobilität innerhalb Chinas zu rechnen. Der Erreger ist inzwischen in fast jeder Provinz oder Region des Landes aufgetaucht.

China ist für deutsche Veranstalter eher ein kleiner Markt. Der Deutsche Reiseverband (DRV) wies darauf hin, dass jährlich etwa 600.000 bis 650.000 Bundesbürger in das Land reisen. Davon sind etwa zwei Drittel Geschäftsreisende.

China kappt zahlreiche Überlandverbindungen

Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung der Lungenkrankheit hat China drastische Maßnahmen ergriffen. In der Provinz Hubei wurden mehr als 45 Millionen Menschen in mindestens 14 Städten weitgehend von der Außenwelt abgeschottet.

Flüge und Zugverbindungen sowie der öffentliche Nahverkehr in der Provinz wurden gestoppt. Zudem sollen in der Öffentlichkeit Schutzmasken getragen werden.

Selbst Metropolen wie Peking und Shanghai und mehrere Provinzen haben die Überlandverbindungen mit Bussen ausgesetzt, damit das Virus nicht eingeschleppt wird. An Flughäfen, Bahnhöfen, Busstationen und Passagierhäfen sollen Fiebermessgeräte installiert werden, kündigte der Staatsrat an.

Kontrollen an Flughäfen

Chinas asiatische Nachbarn, die USA und Großbritannien haben wegen der Lungenkrankheit inzwischen Fieberkontrollen bei der Einreise aus Wuhan eingeführt. Auch Italien setzt nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Rom auf Kontrollen am Flughafen in Rom. Und Russland verstärkte die Kontrollen an allen Grenzposten zu China.

Die französische Fluggesellschaft Air France hat vorerst alle Direktverbindungen von und nach Wuhan in China gestrichen. Der Istanbuler Flughafen ließ Wärmebildkameras anbringen, um Fluggäste aus China damit zu scannen.

Studiosus-Mitteilung

Reisehinweise Auswärtiges Amt

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