Noch mehr Daten

China verlangt Fingerabdrücke für Visum

China-Reisende müssen für ihr Visum künftig Fingerabdrücke abgeben. Foto: Henrik Joesef Boerger/dpa-tmn
+
China-Reisende müssen für ihr Visum künftig Fingerabdrücke abgeben. Foto: Henrik Joesef Boerger/dpa-tmn

China verlangt schon jetzt viele persönliche Daten von Reisenden, die das Reich der Mitte besuchen wollen. Nun geht das Land noch einen Schritt weiter.

Peking/Berlin (dpa/tmn) - China-Reisende müssen für ihr Visum künftig noch mehr persönliche Daten preisgeben. "Wir müssen vom 16. Dezember an Fingerabdrücke nehmen, bevor das Visum beantragt wird", bestätigte eine Mitarbeiterin des Berliner Visazentrums.

Auch wird zusätzlich vor Ort ein Foto gemacht, obwohl ohnehin ein Lichtbild zu dem Antrag eingereicht werden muss. Ob dabei Technik zur Gesichtserkennung eingesetzt wird, beantwortete die Mitarbeiterin nicht, sondern sagte: "Wir verlangen, dass ein Foto gemacht wird, um zu überprüfen, ob es sich tatsächlich um den Antragsteller handelt."

Bei der Ankunft in China müssen Ausländer mit gültigem Visum ohnehin schon länger an der Passkontrolle jeweils ihre Fingerabdrücke abgeben. Auch wird das Gesicht mit einer Kamera erfasst.

Gang zum Visazentrum wird Pflicht

Mit der Visaverschärfung baut China eine weitere Hürde für Reisende auf, die das Reich der Mitte besuchen wollen. Antragsteller können sich jetzt nicht mehr wie bisher den Gang zum Visazentrum sparen, indem sie einen kommerziellen Dienst beauftragen, der den Antrag abwickelt und das Visum per Post schickt.

Ausgenommen sind Personen unter 14 und über 70 Jahre sowie Diplomaten, wie es auf der Webseite heißt. Auch wessen Fingerabdrücke bereits innerhalb der letzten fünf Jahre für ein Visum erfasst wurden und wer denselben Pass mit dem früheren biometrischen Visum vorlegt, kann von der Erhebung befreit werden.

Aufwendige Prozedur

Schon seit dem Sommer häufen sich Klagen von Reisenden, dass die chinesische Visaanträge noch umfassender und aufwendiger geworden seien. Auch werden weitreichende persönliche Daten über Verwandte und Arbeitgeber gefordert, die vielen für einen Visumantrag nicht unbedingt notwendig erscheinen. Wie sich die strengeren Vorschriften auf die Zahl der Touristen auswirken, muss sich noch zeigen.

Chinesisches Visa-Zentrum

Chinesische Botschaft Berlin

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Genua will wieder hoch hinaus

Viele Jahrzehnte wurde Genua von Touristen verschmäht. Zu Unrecht. Die Geburtsstadt von Christoph Kolumbus ist ein echtes Kleinod, für dessen Entdeckung man sich einige …
Genua will wieder hoch hinaus

Wie Sprachreisen in Corona-Zeiten ablaufen

Sprachreisen leben vom Eintauchen in eine andere Kultur. Kann das in Corona-Zeiten mit all den Reisebeschränkungen klappen? Die Anbieter machen aus der Not eine Tugend - …
Wie Sprachreisen in Corona-Zeiten ablaufen

Zug verspätet, Flug verpasst: Reiseveranstalter muss zahlen

Kein Autostau, keine Parkhauskosten: Viele Urlauber reisen gern mit dem Zug zum Abflughafen. Doch auch die Bahn verspätet sich mal. Wer muss dann zahlen, wenn …
Zug verspätet, Flug verpasst: Reiseveranstalter muss zahlen

Lüneburger Heide erwartet in diesem Sommer frühe Blüte

Bald blüht es wieder in der Lüneburger Heide. Wer sich das Farbspektakel anschauen möchte, sollte in diesem Jahr früh dran sein.
Lüneburger Heide erwartet in diesem Sommer frühe Blüte

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.