Corona-Pandemie

Reisestopp für Flüge aus Großbritannien und Südafrika: Was passiert mit gestrandeten Urlaubern?

Flugzeuge, Busse oder Züge aus Großbritannien und Südafrika dürfen seit Mitternacht nicht mehr nach Deutschland einreisen. Was passiert mit gestrandeten Urlaubern?

Update vom 22. Dezember 2020: Seit Mitternacht gilt ein Einreisestopp für Passagierflugzeuge aus Großbritannien oder Südafrika nach Deutschland. Damit will die Regierung die unkontrollierte Ausbreitung einer Variante des Coronavirus vermeiden, die hochansteckend ist. Die Beförderung durch Zug, Bahn, Schiff oder Flugzeug durch die entsprechenden Unternehmen sei laut einer am Montag im Bundesanzeiger veröffentlichten Verordnung zu unterlassen. Personen, die seit dem 22. Dezember nach Deutschland einreisen und sich in den zehn Tagen zuvor in Großbritannien, Nordirland oder der Republik Südafrika aufgehalten haben, müssen sich beim zuständigen Gesundheitsamt melden und einen negativen Corona-Test vorlegen, der höchstens 48 Stunden vor der Einreise vorgenommen wurde. Diese Regelungen gelten als „Vorsichtsmaßnahme“ wie Gesundheitsminister Spahn auf Twitter erklärt.

Am Sonntag landeten die letzten Flugzeuge aus Großbritannien in Deutschland. Die Passagiere durften die Flughäfen erst mit einem negativen Testergebnis wieder verlassen. Was gestrandete Deutsche in Großbritannien oder Südafrika angeht, so hat eine Sprecherin des Auswärtigen Amts bei der Regierungspressekonferenz am Montag schlechte Nachrichten: „Für Deutsche vor Ort bedeutet das leider, dass es zu erheblichen Einschränkungen kommt.“ Grundsätzlich sei es nach Erkenntnissen des Auswärtigen Amts so, dass öffentliche Verkehrsmittel in Großbritannien fahren und Reisende somit an ihren Ausgangsort innerhalb des Landes zurückkehren könnten. Hotels müssten nicht gezwungenermaßen schließen. „Wir empfehlen Betroffenen, nach Möglichkeit vor Ort zu bleiben und die Lage zu beobachten.“ Wer aktuell in Südafrika gestrandet ist, könnte laut der Sprecherin unter Umständen noch weitere Rückreisemöglichkeiten nutzen.

Die Frage einer Rückholaktion von Deutschen aus Großbritannien oder Südafrika stelle sich derzeit nicht: „Die Maßnahmen sind kurzfristig angelegt und der Zugverkehr aus dem Vereinigten Königreich beispielsweise ist um 24 beziehungsweise 48 Stunden ausgesetzt. Auch im Fall Südafrikas ist es wie gesagt nicht so, dass es keine Verbindungen mehr nach Europa gibt“, so die Sprecherin. Der Einreisestopp von Flugzeug, Bahn oder Bussen ist laut der veröffentlichten Ordnung bis zum 6. Januar geplant.

Deutschland verbietet Flüge aus Großbritannien – Was Reisende jetzt wissen müssen

Originalmeldung vom 21. Dezember 2020: Um die Verbreitung einer hochansteckenden Coronavirus-Variante in ganz Europa* zu vermeiden, verbieten zahlreiche Länder nun den Flugverkehr aus Großbritannien. Schon am Sonntagmittag (20. Dezember) verhängten die Niederlande und Belgien einen Flugstopp. Die Bundesregierung will nun ebenfalls ab Mitternacht den Flugverkehr zwischen Deutschland und Großbritannien nahezu komplett einstellen, wie das Verkehrsministerium und Gesundheitsministerium erklärten. Zuerst berichtete die „Bild“-Zeitung darüber. Flüge von Deutschland nach Großbritannien sollen demnach weiterhin möglich sein.

Der Flughafen Hannover ist heruntergefahren.

Europäische Länder machen Grenzen zu Großbritannien dicht – Deutschland will einheitliche Regelung

Die Bundespolizei soll laut Medienberichten dazu angehalten sein, nicht nur Reisende aus England, sondern auch aus Südafrika – wo sich ebenfalls seine neue Virusmutation verbreitet – systematisch zu kontrollieren. Ausgenommen davon sind Frachtflüge, Flüge mit medizinischem Personal sowie Jets, auf denen nur Crews an Bord sind.

Damit die mutierte Variante des Coronavirus nicht über andere Wege ins Land gerät, strebt die Bundesregierung eine Lösung für ganz Europa an. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft rief für Montag ein Notfalltreffen mit Vertretern und Experten anderer Mitgliedstaaten ein. Seither haben viele weitere Länder Europas auf den hochansteckenden Virus aus Großbritannien reagiert: In Frankreich gilt ein Flugverbot, außerdem ist seit Sonntag, 23 Uhr, der Eurotunnel dicht, wie der Betreiber auf Twitter mitteilte. Auch das Fähr-Terminal im englischen Dover ist nun geschlossen.

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In Italien und Österreich soll ebenfalls geplant sein, den Flugverkehr zu stoppen. Laut Mallorca-Zeitung sieht es mit Flügen nach Spanien bisher aber noch ganz anders aus: Die Regierung reagiere auf die Virus-Mutation demnach mit verschärften Kontrollen. Passagiere, die mit einem Flugzeug aus Großbritannien ankommen, werden besonders genau auf ihren negativen PCR-Test geprüft. Die spanische Regierung hoffe bei dem Treffen der Expertenkommission der EU am Montag auf eine „koordinierte Antwort auf diese neue Situation“, heißt es laut der Zeitung.

Wie lange gilt das Flugverbot von Großbritannien nach Deutschland?

Die Regelung soll vorerst bis zum 31. Dezember gelten. Die „Bild“-Zeitung berichtet allerdings schon von einem Flugstopp bis zum 6. Januar. Viele Länder haben sich vorerst jedoch auf Einschränkungen bis zum Ende des Monats festgelegt. (fk) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
1. Tod oder unerwartete, schwere Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende). © dpa
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2. Unerwartete Impfunverträglichkeit. © dpa
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3. Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson. © dpa
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4. Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch). © dpa
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5. Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber. © dpa
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6. Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent). © dpa
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7. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte. © dpa
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8. Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum. © dpa
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9. Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität. © dpa
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10. Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt). © dpa
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11. Bruch von Prothesen oder unerwartete Lockerung von Implantaten. © dpa
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12. Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage. © dpa
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13. Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verscheibung des Termins nicht zustimmt. © dpa
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14. Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes. © dpa
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15. Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt. © dpa
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16. Ausfall der Urlaubsvertretung eines Selbständigen, z.B. wegen Krankheit. © dpa
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17. Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist. © dpa
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18. Unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers. © dpa
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19. Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen. © dpa
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20. Unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark). © dpa

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