Falche Hygienemaßnahme

Corona-Schutz: Handschuhe bringen auf Reisen nichts

Aus Angst vor Corona den ganzen Tag Baumwollhandschuhe tragen? Das ist aus Sicht von Experten keine geeignete Maßnahme auf Reisen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn
+
Aus Angst vor Corona den ganzen Tag Baumwollhandschuhe tragen? Das ist aus Sicht von Experten keine geeignete Maßnahme auf Reisen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

Man sieht sie in öffentlichen Verkehrsmitteln und an Flughäfen: Atemmasken und Handschuhe, vermeintlich zum Schutz vor einer Ansteckung mit Corona. Aber bringt das überhaupt was?

Berlin (dpa/tmn) - Aus Sorge vor dem neuen Coronavirus greifen Reisende mitunter zu skurrilen Schutzmaßnahmen - die allerdings oft wirkungslos sind. So sind zum Beispiel Handschuhe aus Baumwolle etwa auf einem Kreuzfahrtschiff oder im Flieger nicht hilfreich.

"Handschuhe nehmen alles auf, was Sie berühren", erklärt Prof. Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin (CRM) in Berlin. Die Gefahr sei dann, dass man mit den Händen irgendwann ins Gesicht gehe. Wenn man schon Handschuhe trage, dann müsse man sie ständig wechseln, wie das etwa in Kliniken passiere - auf Reisen nicht praktikabel.

Fazit Jelinek: "Sie können nicht mit einem Paar Handschuhe durch den Tag gehen, das bringt überhaupt nichts außer Ekzeme."

Atemmasken helfen dem Träger nicht

Auch Atemmasken aus Papier, die man teils an Flughäfen sieht, seien für den eigenen Schutz nicht effektiv, betont der Reisemediziner. Es bringe nur etwas, wenn ein Infizierter eine Maske trage.

Sich auf einer Reise vor Corona zu schützen, sei nicht so einfach, da es sich um eine Tröpfcheninfektion handelt, so Jelinek. Er rät: Abstand halten, falls möglich - was etwa im Flugzeug aber nicht unbedingt funktioniert. Darüber hinaus sei regelmäßiges Händewaschen sehr wichtig. "Viel mehr kann man nicht tun."

Infektionsrisiko unterwegs ist meist gering

Der Experte rät Reisenden jedoch zu Gelassenheit: Die Infektionsgefahr durch das Coronavirus sei in den meisten Destinationen nicht besonders herausragend. "Die Wahrscheinlichkeit, dass man einem begegnet, der einen ansteckt, ist nicht groß." Zweitens sei die Wahrscheinlichkeit, wirklich ernsthaft an Corona zu erkranken, ebenfalls nicht groß - es sei denn, man gehöre zu einer Risikogruppe.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Reisewarnungen vor den Herbstferien: Weitere Corona-Risikogebiete - Urlaubsregionen betroffen

[Update] Neue Reisewarnungen kurz vor dem Start der Herbstferien: Die Bundesregierung hat Regionen in 15 EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch …
Reisewarnungen vor den Herbstferien: Weitere Corona-Risikogebiete - Urlaubsregionen betroffen

Urlaub auf Kreuzfahrtschiff: TUI geht drastischen Schritt und setzt Passagiere in Griechenland aus

Weil sich Passagiere nicht an die Regeln gehalten haben, hat TUI Cruises die Gäste kurzerhand nicht mehr an Bord des Kreuzfahrtschiffes gelassen. Das war der Grund.
Urlaub auf Kreuzfahrtschiff: TUI geht drastischen Schritt und setzt Passagiere in Griechenland aus

Beifahrersitz frei und Tankstopp tabu: Alle Infos zur Einreise nach Kroatien, Italien, Österreich und Co.

Wer in Italien, Kroatien und Co. Urlaub machen will, muss sich vorher gut informieren. Hier finden Sie alles zu den aktuellen Einreisebestimmungen und Corona-Maßnahmen.
Beifahrersitz frei und Tankstopp tabu: Alle Infos zur Einreise nach Kroatien, Italien, Österreich und Co.

Wie das Reisen immer schneller wurde

Als Johann Wolfgang Goethe per Kutsche nach Italien reiste, brauchte er vor allem eines: viel Zeit. 234 Jahre später hat sich das dramatisch geändert.
Wie das Reisen immer schneller wurde

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.