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Immer mehr Karibik-Inseln weisen Kreuzfahrtschiffe wegen Coronavirus ab - Auswärtiges Amt warnt

Das Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" musste wochenlang im Hafen von Yokohama ausharren.
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Das Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" musste wochenlang im Hafen von Yokohama ausharren.

Wer momentan Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff machen will, könnte wegen des Coronavirus auf einige Hindernisse stoßen. In der Karibik werden immer mehr Schiffe abgewiesen.

  • Das neuartige Coronavirus verunsichert viele Reisende und Regierungen.
  • In der Karibik werden derzeit viele Kreuzfahrtschiffe abgewiesen.
  • Das Auswärtige Amt rät nun von Kreuzfahrten ab.

Aufgrund des Coronavirus* müssen Urlauber nicht nur mit Einschränkungen bei Reisen an Land rechnen, sondern auch auf hoher See. Schreckensgeschichten von Quarantänen-Schiffen wie der "Diamond Princess", die wochenlang am Hafen bei Tokio lag, oder der "Westerdam" die tagelang durch asiatische Gewässer geistern musste, weil sie nirgends andocken durfte, machen die Runde. Auch in der Karibik weisen nun immer mehr Länder Kreuzfahrtschiffe ab.

Coronavirus: Karibik-Inseln verweigern immer öfter Einschiffung von Kreuzfahrtschiffen

Zwei Schiffe der Carnival Cruise Line änderten kurzfristig ihre Routen, weil mehrere Länder in der Karibik ihre Einreisebestimmungen verschärften, wie der Miami Herald berichtete. Sowohl der Jamaika-, als auch der Cayman Inseln-Stopp wurden abgesagt, weil die Reederei nicht rechtzeitig die Zusage zum Andocken erhielt. Schon am 25. Februar wurde der MSC Meraviglia am jamaikanischen Hafen Ochos Rios die Freigabe durch die Behörden verweigert, weil ein Crew-Mitglied mit Influenza isoliert worden war. Nach vier Stunden entschied sich der Kapitän schließlich dazu, nicht länger auf eine Freigabe zu warten und verließ den Hafen in Jamaika.

Auch interessant: Reise wegen Coronavirus abgesagt: Was bringt mir die Reiseversicherung?

Um Probleme bei der Einschiffung zu vermeiden, sind viele Reedereien mittlerweile streng, was die Passagiere und Crew-Mitglieder angeht. Die Royal Caribbean International verweigert zum Beispiel Personen an Bord zu gehen, wenn diese in den letzten 15 Tagen durch China, insbesondere Hongkong und Macau sowie den Iran, Südkorea oder Italien gereist* sind. Auch Personen, die mit anderen in Kontakt waren, auf die diese Punkte zutreffen, dürfen nicht an Bord. Wer Symptome einer Erkältung oder Fieber aufweist, muss mit einer eingehenden Gesundheitsprüfung rechnen. Die meisten Reedereien orientieren sich bei diesen Bestimmungen an den Reisehinweisen des US State Departments.

Passend dazu: Coronavirus: Reise-Buchungen sinken drastisch - warum Sie jetzt viel Geld sparen können.

Auswärtiges Amt warnt vor Quarantäne-Risiko auf Kreuzfahrtschiffen

Nun reagiert auch das Auswärtige Amt: Wie die Berliner Morgenpost unter Berufung auf den Krisenstab der Bundesregierung am Mittwoch schreibt, erklärte dieser: "Das Auswärtige Amt nimmt in seinen Reisehinweisen auf, dass auf Kreuzfahrtschiffen ein erhöhtes Quarantäne-Risiko besteht." Allgemein weist das AA auch darauf hin, dass Urlauber sich vor der Buchung einer größeren Reise wie einer Kreuzfahrt persönlich durch ein Reisebüro beraten lassen sollten. Bei Urlaubern mit Vorerkrankungen oder im fortgeschrittenen Lebensalter sei gegebenenfalls eine ärztliche Beratung sinnvoll.

Lesen Sie auch: Urlaub in Zeiten des Coronavirus: Wo ist Verreisen noch sicher?

Kreuzfahrten: Wie umweltfreundlich und vertretbar sind sie wirklich?

Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen.
Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen. © Andrea Warnecke
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen.
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen. © Hurtigruten
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben.
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben. © Juanjo Martinez
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird.
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird. © Juanjo Martinez
Felix Eichhorn ist Präsident der Reederei Aida Cruises.
Felix Eichhorn ist Präsident der Reederei Aida Cruises. © Andrea Warnecke
Daniel Skjeldam ist CEO der norwegischen Reederei Hurtigruten.
Daniel Skjeldam ist CEO der norwegischen Reederei Hurtigruten. © Hurtigruten
Kreuzfahrtschiffe gelten vielen als "Dreckschleudern", die die Umwelt verschmutzen.
Kreuzfahrtschiffe gelten vielen als "Dreckschleudern", die die Umwelt verschmutzen. © Philipp Laage
Umweltschutz ist besonders in ökologisch sensiblen Gegenden wie hier in der Arktis wichtig.
Umweltschutz ist besonders in ökologisch sensiblen Gegenden wie hier in der Arktis wichtig. © Verena Wolff
Mit der "Roald Amundsen" von Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start.
Mit der "Roald Amundsen" von Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start. © Hurtigruten
Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, dem Überrest aus den Erdölraffinerien.
Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, dem Überrest aus den Erdölraffinerien. © Andrea Warnecke

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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