Überblick für Urlauber

Coronavirus in Italien: Auswärtiges Amt rät von Reisen in diese Regionen ab

Italien ist in Europa am stärksten vom neuartigen Coronavirus betroffen - und eines der beliebtesten Urlaubsländer. Wir erklären, was Reisende jetzt wissen müssen.

  • Das neuartige Coronavirus ist in zahlreichen europäischen Ländern angekommen - insbesondere Italien.
  • Deutsche Urlauber fragen sich nun, ob sich Reisen kostenlos stornieren lassen oder Einschränkungen auf sie warten.
  • Das Auswärtige Amt rät zum Teil von Reisen in betroffene Regionen ab.

Genügend Deutsche zieht es jedes Jahr wieder in den Süden, zu den schönen Stränden und antiken Städten Italiens. Seit Februar wütet aber hier das neuartige Coronavirus*, das in China seinen Ursprung nahm. Täglich steigt die Zahl der Infizierten, 107 Tote gab es bisher (Stand: 05.03.2019). Zahlreiche Ortschaften in der Provinz Lodi in der Lombardei und in der Provinz Padua wurden von den lokalen Behörden abgeriegelt. Was das nun für Italienreisende bedeutet und ob Sie Ihre Reise stornieren können, erfahren Sie hier.

Gibt es eine Reisewarnung für Italien-Urlauber?

Bisher hat das Auswärtige Amt keine generelle Reisewarnung für Italien ausgesprochen. Allerdings rät es von nicht erforderlichen Reisen in die Provinz Lodi in der Lombardei und in die Stadt Vò Euganeo in der Provinz Padua in Venetien ab (Stand: 27.02.2020).

Seit dem 23. Februar gilt in den betroffenen Ortschaften ein Ein- und Ausreiseverbot, das von lokalen Behörden verhängt wurde. Zu den Orten gehören bisher:

  • Codogno
  • Castiglione d’Adda
  • Casalpusterlengo
  • Fombio
  • Maleo
  • Somaglia
  • Bertonico
  • Terranova dei Passerini
  • Castelgerundo
  • San Fiorano

Großveranstaltungen in den betroffenen Regionen - auch der Karneval in Venedig - wurden abgesagt oder vorzeitig abgebrochen. Viele öffentliche Einrichtungen bleiben geschlossen.

Das Auswärtige Amt weist daraufhin, dass durch die Ausbreitung der Atemwegserkrankung COVID-19 mit "verstärkten Einreisekontrollen zur Identifizierung erkrankter Reisender und Auftreten von Krankheitsfällen im Land bis hin zu Quarantänemaßnahmen und Einreisesperren gerechnet werden" muss (Stand: 27.02.2020). An Flughäfen und Häfen sowie im Überlandverkehr in Regionen, in denen es zu Coronavirus-Fällen kam, würden Gesundheitskontrollen durchgeführt werden. Generell wären Flughäfen, Häfen und Bahnhöfe jedoch regulär in Betrieb.

Video: Zahl der Coronavirus-Infizierten in Italien steigt stetig weiter

Kann ich meine Italien-Reise wegen des Coronavirus stornieren?

"Erst wenn das Auswärtige Amt eine offizielle Reisewarnung bekannt gibt, hat der Pauschalreisende eine hundertprozentige Sicherheit, dass bei einem Rücktritt vom Reisevertrag der Veranstalter eine Stornogebühr nicht in Rechnung stellen darf", erklärte der Berliner Reiserechtsanwalt Roosbeh Karimi dem Tagesspiegel. Demnach sei eine offizielle Reisewarnung zwar keine gesetzliche Voraussetzung, um kostenlos stornieren zu können, allerdings könne es den Vorgang erleichtern und Ärger mit dem Reiseveranstalter ersparen.

Individualreisende - im Gegensatz zu Pauschalreisenden -, die Unterkunft und Flug auf eigene Faust gebucht haben, müssen laut Experten zudem damit rechnen, dass beides nicht kostenlos storniert werden kann, selbst wenn der Coronavirus am Reiseziel wütet*. Dennoch bieten zahlreiche Reiseanbieter und Verkehrsunternehmen mittlerweile kostenlose Stornierungsmöglichkeiten an.

Coronavirus in Italien: Kann ich meine Bahn-Tickets stornieren?

Aufgrund des Coronavirus kann es immer wieder zu Einschränkungen bei Bahnfahrten in den betroffenen Regionen kommen. So stellte die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) am Sonntag für kurze Zeit den Zugverkehr über die Brenner-Route von Italien nach München ein, weil Fahrgäste grippeähnliche Symptome aufwiesen. Tests auf das Coronavirus verliefen aber negativ, wie der Reisereporter berichtete. Nun bietet die ÖBB Reisenden mit ÖBB-Tickets nach Italien mit Gültigkeit zwischen 23.02. und 01.03.2020 an, diese kostenlos zu stornieren.

Das italienische Bahnunternehmen Trenitalia will laut Informationen der Süddeutschen Zeitung ebenfalls Zugfahrten unabhängig vom Tarif komplett erstatten, wenn diese aufgrund des Coronavirus abgesagt werden. Für Regionalzug-Tickets gebe es eine Erstattung in bar, während Tickets für einen Hochgeschwindigkeits- oder Fernzug durch einen Gutschein mit einem Jahr Gültigkeit ersetzt werden. Auch der Schnellzug-Anbieter Italo bietet Kunden, die Reisen aus den und in den betroffenen Regionen in Norditalien gebucht haben, Voucher mit Gültigkeit bis Ende Juli an.

Erfahren Sie hier: Schutz vor Coronavirus: Sollten Flug-Passagiere eine Mundschutzmaske tragen?

Wird der Flugverkehr von und nach Italien eingestellt?

Die Flughäfen in Venedig und Mailand, die sich im Verbreitungsgebiet des Coronavirus befinden, lassen ihren Flugbetrieb erst einmal normal weiterlaufen, wie beide Airports auf ihren Websites verlauten lassen.

Die Lufthansa bietet laut SZ zudem an, dass Passagiere ihre Flüge kostenfrei stornieren oder umbuchen könnten, falls sie ihre Reise aufgrund veränderter Einreisebestimmungen nicht mehr antreten wollen.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob sich Reisen bei Ihrem Reiseanbieter, der Fluggesellschaft oder beim Bahnunternehmen stornieren lassen, informieren Sie sich am besten immer direkt bei einem Ansprechpartner oder auf der Website des Unternehmens.

Auch interessant: Coronavirus: Kreuzfahrt-Mitarbeiter deckt auf - so sauber sind Kreuzfahrtschiffe wirklich.

Tourismusbranche in Italien in Krise

Das Coronavirus in Italien macht der Tourismusbranche vor Ort extrem zu schaffen. Wie der Spiegel von der Vizepräsidentin des Verbandes Federturismo Confindustria, Marina Lalli, erfahren hat, stünden den Unternehmen Einnahmeverluste in zweistelliger Millionenhöhe bevor: "Die Entwicklung ist in diesen Tagen so dramatisch, dass wir die Folgen noch nicht einmal richtig abschätzen können." Der Verband der italienischen Reise- und Tourismusvereinigungen schätzt die Quote der kurzfristigen Stornierungen auf rund 70 Prozent.

Weitere Informationen zu Reisewarnungen aufgrund des Coronavirus erhalten Sie hier.

Kreuzfahrten: Wie umweltfreundlich und vertretbar sind sie wirklich?

Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen.
Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen. © Andrea Warnecke
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen.
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen. © Hurtigruten
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben.
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben. © Juanjo Martinez
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird.
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird. © Juanjo Martinez
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Felix Eichhorn ist Präsident der Reederei Aida Cruises. © Andrea Warnecke
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Daniel Skjeldam ist CEO der norwegischen Reederei Hurtigruten. © Hurtigruten
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Kreuzfahrtschiffe gelten vielen als "Dreckschleudern", die die Umwelt verschmutzen. © Philipp Laage
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Umweltschutz ist besonders in ökologisch sensiblen Gegenden wie hier in der Arktis wichtig. © Verena Wolff
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Mit der "Roald Amundsen" von Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start. © Hurtigruten
Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, dem Überrest aus den Erdölraffinerien.
Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, dem Überrest aus den Erdölraffinerien. © Andrea Warnecke

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Rubriklistenbild: © Claudio Furlan/LaPresse via ZUMA Press/dpa

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