Debatte um Sauberkeit

Ist Paris dreckiger als Tokio?

+
Kampf gegen Verschmutzung: Im Parc du Champs du Mars im Schatten des Eiffelturms stehen in regelmäßigen Abständen große grüne Müllcontainer. Foto: Christian Böhmer

Paris rühmt sich gerne als Modehauptstadt und Touristenhochburg. Doch es gibt auch Schattenseiten. Nun ist eine neue Debatte um die Sauberkeit der Millionenmetropole entbrannt.

Paris (dpa) - Dreckiges Paris - das ist ein Thema, über das seit langem gestritten wird. "Die Kapitale - eine Müllkippe unter freiem Himmel?", fragte beispielsweise die Tageszeitung "Le Monde" bereits 2017 mit Blick auf herumliegenden Sperrmüll, Ratten oder Berge von Zigarettenkippen.

Das Schmuddel-Image ist wenig schmeichelhaft für die Millionenmetropole, die sich so gerne im Glitzergewand zeigt und 2024 die Olympischen Spiele ausrichten wird. Die Stadt gibt für Sauberkeit bereits rund 550 Millionen Euro im Jahr aus und versprach zu Jahresbeginn, noch mehr zu tun.

Als der frühere Kulturminister Jack Lang kürzlich aus Japan zurückkehrte, gab er der Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, den Rat, auch einmal in Richtung Tokio abzuheben: "Du solltest dort einige Tage verbringen. Die Stadt ist vorbildlich sauber." Paris könne sich davon inspirieren lassen, lautete die via Twitter verbreitete Botschaft.

Hidalgo verwies stattdessen knochentrocken auf den jährlichen Tag des großen Reinemachens ("Grand Nettoyage"). Dabei werden Bürger an diesem Samstag wieder zu Handschuhen und Müllsack greifen, um ihr Stadtviertel zu säubern. Hidalgo warnte in einer anderen Nachricht unter dem Hashtag #RendonsParisPropre ("Machen wir Paris sauber"), dass Bürger kostenpflichtig verwarnt würden, falls sie Regeln verletzten.

Wer nun angesichts der neu aufgeflammten Polemik meint, in der Touristenmetropole würden sich die Müllberge stapeln, sieht sich getäuscht. So stehen im Parc du Champs du Mars im Schatten des Eiffelturms in regelmäßigen Abständen große grüne Müllcontainer. Auf dem Rasen und den Wegen des Parks liegt sehr wenig Abfall herum. Auch sonst wird einiges getan: Bis zum späten Abend sind Reinigungskräfte unterwegs, um Bürgersteige der Hauptstadt abzuspritzen.

Die zum Eindruck der Unsauberkeit beitragende Rattenplage ist an der Seine noch längst nicht gelöst. Die Stadt lässt sich den Kampf gegen die Nager eine Million Euro kosten. Der Experte Pierre Falgayrac schätzte vor einigen Monaten, dass es ungefähr 3,8 Millionen Ratten in der Hauptstadt gibt - diese Zahl schwanke aber.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Fettnäpfchen-Gefahr: Wie viel Trinkgeld gebe ich eigentlich im Urlaub?

Wenn der Service im Restaurant gut war, gibt man hierzulande Trinkgeld. Auch im Taxi ist dies Standard. Doch nicht in allen Ländern auf der Welt ist das so.
Fettnäpfchen-Gefahr: Wie viel Trinkgeld gebe ich eigentlich im Urlaub?

Wie sich das Risiko beim Trampen verringern lässt

Ist die Reisekasse kaum gefüllt, machen sich viele als Backpacker auf den Weg. Bevorzugtes Reisemittel: Per Anhalter fahren. Schließlich ist die Mitnahme meist …
Wie sich das Risiko beim Trampen verringern lässt

Mit diesen Tricks müssen Sie beim Bahnfahren nie wieder auf dem Gang stehen

Zugfahren kann manchmal ganz schön nervig sein, vor allem dann, wenn man stundenlang stehen muss. Mit diesen Tricks müssen Sie das aber nicht mehr!
Mit diesen Tricks müssen Sie beim Bahnfahren nie wieder auf dem Gang stehen

Neue Flüge nach Oman, Rumänien, Essaouira und Madrid

Reisen zur Arabischen Halbinsel sind gefragt. Auf den Weg in Omans Süden macht der Veranstalter FTI bald einen Zwischenstopp in Dubai. Tarom fliegt von Stuttgart direkt …
Neue Flüge nach Oman, Rumänien, Essaouira und Madrid

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.