"Heiliger Berg"

Klettertouren auf Australiens Ayers Rock bald verboten

+
Der riesige Sandstein Uluru oder Ayers Rock gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Australiens. Foto: Angela Merker/dpa

Der Ayers Rock gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten Australiens und darf auf der To-do-Liste von Touristen nicht fehlen. Doch Urlauber sollten sich mit einer Besichtigung beeilen, denn das Betreten ist bald nicht mehr erlaubt.

Sydney (dpa) - Auf Australiens "Heiligen Berg", den Uluru oder Ayers Rock, dürfen künftig keine Touristen mehr klettern. Damit kam die Verwaltung des Nationalparks Uluru-Kata Tjuta im Herzen des Kontinents am Mittwoch (1. November) Forderungen der Aborigines nach.

Die Aborigines sind die Ureinwohner Australiens und wünschen bereits seit vielen Jahren, dass der Ayers Rock nicht mehr betreten werden darf. Das Verbot soll allerdings erst 2019 in Kraft treten.

Der Uluru - ein Felsblock, der in den verschiedensten Rot- und Brauntönen leuchtet - ragt mitten in der Wüste etwa 350 Meter in die Höhe. Er gehört zu Australiens bekanntesten Sehenwürdigkeiten. Mehr als 250 000 Touristen nehmen jedes Jahr lange Reisen auf sich, um in das abgelegene Gebiet zu kommen. Mehr als 30 000 klettern dann auch tatsächlich nach oben. Der Berg gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.

Der Aufstieg ist anstrengend und auch gefährlich. Auf der 1,6 Kilometer langen Strecke kamen schon mindestens 36 Menschen ums Leben, viele davon nach einem Herzinfarkt. Bei Regen oder großer Hitze ist der Aufstieg bereits heute verboten. Zudem wurde bisher an alle Besucher appelliert, auf die Gefühle der Aborigines Rücksicht zu nehmen.

Damit ist es jetzt allerdings nicht mehr getan. Die Parkbehörde beschloss einstimmig, vom übernächsten Jahr an alle Klettertouren zu verbieten. Der Aborigines-Stamm der Anangu, die seit mindestens 30 000 Jahren in der Nähe leben, hatte dies schon seit langem gefordert. Der Vorsitzende der Behörde, Sammy Wilson - selbst ein Anangu -, sagte: "Das ist für uns heiliges Gelände. Kein Spielplatz und auch kein Themenpark wie Disneyland."

Der Name Uluru wurde bis in die 90er Jahre fast ausschließlich von Aborigines verwendet. Inzwischen hat er sich international durchgesetzt. Zuvor war in und außerhalb Australiens die englische Bezeichnung Ayers Rock üblich. Der Name geht auf einen ehemaligen Premierminister Südaustraliens zurück, Henry Ayers.

Mitteilung der Parkverwaltung

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Warum Sie im Urlaub niemals weiße Socken mit Sandalen tragen sollten

Sie tragen gerne weiße Socken? Womöglich auch noch mit Sandalen darüber? Warum Sie diese Angewohnheit schnellstmöglich ablegen sollten, lesen Sie hier.
Warum Sie im Urlaub niemals weiße Socken mit Sandalen tragen sollten

Was das neue Reiserecht bringt

Ab 1. Juli gilt in Deutschland ein neues Pauschalreiserecht. Damit sollen Online-Buchungen besser abgesichert werden. Der Urlauber bekommt mehr Insolvenzschutz und …
Was das neue Reiserecht bringt

Drohende Gefahr? Warum Sie in der Wildnis keine Steine stapeln sollten

Was ursprünglich als Wegweiser zum Überleben in der Wildnis galt, wird heute von Touristen zum Spaß gemacht: Steine stapeln. Doch das sollten Sie unterlassen.
Drohende Gefahr? Warum Sie in der Wildnis keine Steine stapeln sollten

Der Drachenfels bröckelt: Sanierung soll Gestein retten

Rheinromantik pur: Der Drachenfels im Siebengebirge ist eines der beliebtesten Naherholungsziele in NRW. Doch das brüchige Gestein sorgt für Probleme. Seit Monaten …
Der Drachenfels bröckelt: Sanierung soll Gestein retten

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.