Unesco

Kreuzfahrtschiffe verbannen: Bürgermeister von Venedig will Stadt als gefährdet einstufen lassen

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Kreuzfahrtschiff vor Venedig.

Im Streit um Kreuzfahrtschiffe in Venedig will der Bürgermeister die Unesco auffordern, die Stadt auf die Rote Liste des gefährdeten Weltkulturerbes zu setzen.

Venedig - "Wir werden der Unesco schreiben und sagen: Herrschaften, setzt uns auf die Rote Liste", sagte Luigi Brugnaro Radio 24 am Mittwoch. Venedig müsse als gefährdet eingestuft werden, sagte Brugnaro.

Unfall mit Kreuzfahrtschiff als Auslöser

Ein Unfall mit einem Kreuzfahrtschiff Anfang Juni im Giudecca-Kanal, an dem auch der Markusplatz liegt, befeuerte die Diskussion über die riesigen Schiffe in der Lagunenstadt. Die Stadt und die Regierung in Rom diskutieren seit Jahren, ob und wie die Schiffe die Weltkulturerbe-Stadt umfahren sollen.

Lesen Sie hier: Kreuzfahrt-Wahnsinn? Das ist das größte Kreuzfahrtschiff der Welt.

Brugnaro wirft dem Transportminister der Fünf-Sterne-Bewegung, Danilo Toninelli, vor, einen Plan der Vorgängerregierung zu blockieren, der die Schiffe aus dem Kanal verbannen sollte. "Wir fühlen uns nicht länger objektiv von diesem Minister (...) repräsentiert", sagte Brugnaro und machte deutlich, dass der Transportminister aus seiner Sicht den Schutz Venedigs nicht garantieren könne. Ein kurioser Vorfall mit einem Ausflugschiff ereignete sich derweil in Berlin. Weil ein Mann von einer Brücke auf einen Ausflugsdampfer urinierte, wurden vier Menschen verletzt. 

Video: 5 unerwartete Dinge über Kreuzfahrten

Die Unesco warnt Venedig bereits seit einiger Zeit, dass die Riesenschiffe das Welterbe gefährdeten. Umweltschützer sehen wegen der Schiffe vor allem das Ökosystem der Lagune in Gefahr.

Auch interessant: Aida, Tui & Co.: Türkei-Kreuzfahrten bei diesen Reedereien aus dem Fahrplan gestrichen.

dpa

Kreuzfahrten: Wie umweltfreundlich und vertretbar sind sie wirklich?

Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen.
Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen. © Andrea Warnecke
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen.
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen. © Hurtigruten
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben.
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben. © Juanjo Martinez
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird.
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird. © Juanjo Martinez
Felix Eichhorn ist Präsident der Reederei Aida Cruises.
Felix Eichhorn ist Präsident der Reederei Aida Cruises. © Andrea Warnecke
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Daniel Skjeldam ist CEO der norwegischen Reederei Hurtigruten. © Hurtigruten
Kreuzfahrtschiffe gelten vielen als "Dreckschleudern", die die Umwelt verschmutzen.
Kreuzfahrtschiffe gelten vielen als "Dreckschleudern", die die Umwelt verschmutzen. © Philipp Laage
Umweltschutz ist besonders in ökologisch sensiblen Gegenden wie hier in der Arktis wichtig.
Umweltschutz ist besonders in ökologisch sensiblen Gegenden wie hier in der Arktis wichtig. © Verena Wolff
Mit der "Roald Amundsen" von Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start.
Mit der "Roald Amundsen" von Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start. © Hurtigruten
Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, dem Überrest aus den Erdölraffinerien.
Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, dem Überrest aus den Erdölraffinerien. © Andrea Warnecke

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