Ab in den Tiefschnee

Messe Ispo zeigt viele neue Ski für Freerider und Pistenfans

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Gedacht für Tiefschneefahrer, die auch präparierte Hänge hinabbrettern: Mit der Disruption-Linie bringt der US-Freeride-Spezialist K2 zur Saison 2020/21 eine neue Ski-Serie, die eher für den Einsatz auf der Piste gedacht ist. Foto: Tal Roberts/K2 Sports Europe/dpa-tmn

Klar haben frisch präparierte Pisten ihren Reiz. Viele Skifahrer träumen aber von Schwüngen in unberührten Tiefschneefeldern. An den Produkten dürfte das nicht scheitern, wie sich auf der Ispo zeigt.

München (dpa/tmn) - Alpine Skihersteller nehmen wieder vermehrt Tiefschneefahrer ins Visier. Auf der Sportartikelmesse Ispo (noch bis 29. Januar) in München haben unter anderem Rossignol, Dynastar, Völkl und Elan neue Bretter für Abfahrten abseits der Piste vorgestellt.

So bringt Rossignol zur Wintersaison 2020/21 unter anderem das Modell Blackops Sender Ti, das durch einen verlängerten Kern früher auf Schwungeinleitungen reagieren soll. Durch seine Bauweise soll der Ski außerdem Vibrationen und Schläge im Gelände besser absorbieren.

Dynastar stattet den M Free 108 mit einem Mischkern aus Buchenholz und Polyurethanen (PU) aus. Während Holz den Ski agiler machen soll, haben die PU dämpfende Eigenschaften und sind vergleichsweise leicht.

Völkl bringt mit der Blaze-Serie vier Freeride-Modelle für Tiefschneefahrerinnen und -fahrer heraus, die gerne mehr Kurven fahren. Unter anderem durch ihr vergleichsweise geringes Gewicht sollen sie helfen, kurze Schwünge leichter einzuleiten.

Elan wiederum hat sein Tiefschnee-Modell Ripstick überarbeitet: Durch Carbonstäbe im Holzkern soll es weniger wiegen als sein Vorgänger.

Freeride lässt sich gut vermarkten

Das Thema Tiefschneefahren sei seit Jahren stark präsent, sagte Andreas König vom Deutschen Skiverband (DSV). Die Industrie warte hier oft mit Produkten auf, die breitbandig seien, "also sowohl auf der Piste ganz gut gehen und im Gelände". Das sei ein langfristiger Trend beim Alpin-Ski: "Produkte bauen, die möglichst alles können."

Die Freeride-Karte spielen Hersteller aus Sicht von König auch aus Vermarktungsgründen aus. "Das höchste Gut des Skifahrens ist das Fahren abseits der gesicherten Piste im Tiefschnee. Deshalb wird das Thema in erster Linie marketingtechnisch aufgegriffen." Ihr Geld verdienten die Firmen aber mit den Pisten-Ski, so der DSV-Experte.

K2 geht den umgekehrten Weg

Den umgekehrten Weg geht K2 mit der vom Herbst 2020 an erhältlichen Disruption-Reihe. Man gehe weg "vom vertrauten Freeride-Terrain" hin zu den Pisten, wie der US-Hersteller mitteilt. Ein Mix aus Carbon und Dämpfungsmaterial entlang der Kanten soll Vibrationen mindern und für mehr Griff auf Eispisten sorgen. In der Mitte der Ski sind im Holzkern verstärkte Seitenwangen verbaut. Skifahrerinnen und Skifahrer sollen ihre Kraft so direkter übertragen können.

Die meisten Ski haben inzwischen eine sogenannte Sandwich-Bauweise, sind also in mehreren Schichten aufgebaut, wie König erläutert. "Früher gab es für den Anfänger billige Schaum-Ski. Diese konnte man in die Tonne treten, wenn man besser wurde." Die Konstruktionen würden nun immer hochwertiger, beobachtet der Experte. Holzkerne seien dafür eine Art Synonym. Sie stünden "für ein gescheites Innenleben und eben nicht nur Luft und Schaum", sagte König.

Ispo München

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