Blick auf eine Weltmetropole

New York ein Jahr nach dem Lockdown: Was hat sich geändert?

New York ein Jahr nach dem Lockdown
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Der Lockdown hat auch in New York seine Spuren hinterlassen. Aber nicht alles hat sich zum Schlechten verändert.

«Die Stadt, die erstmals schläft» wurde New York genannt, als die Metropole fast von heute auf morgen dichtmachte. Inzwischen hat die Pandemie den Bewohnern aber auch einiges Neues gebracht. Was davon wird bleiben?

New York (dpa) - Im März 2020 hätte sich fast kein New Yorker vorstellen können, dass die historischen Ausgangsbeschränkungen in der Weltmetropole ein ganzes Jahr Ausnahmezustand nach sich ziehen würden. Viel Leid und Schmerz hat es gegeben, vieles hat sich verändert - aber nicht alles zum Schlechten. Ein Überblick:

- OUTDOOR-DINING UND FUSSGÄNGERZONEN: Die New Yorker sind auf den Geschmack des Draußen-Essens gekommen. Viele Straßen in Manhattan oder Brooklyn sind seit Monaten von (beheizten) Außenterassen aus Holz gesäumt. Sie sind manchmal bunt angemalt oder mit Blumen verziert und - solange kein Schneesturm über die Stadt hinwegfegt - auch gut besucht. Einige Bewohner erinnerte das neue Straßenflair mit verkehrsberuhigten Zonen sogar an Straßenrestaurants in Europa - und es könnte bleiben: «Ich möchte, dass wir dieses Modell übernehmen und es für Jahre und Generationen zu einem Teil des Lebens von New York City machen», sagte Bürgermeister Bill de Blasio.

- INSTAGRAM-RESTAURANTS: Neben den traditionellen Restaurants hat sich in der Pandemie in New York ein weiterer Gastronomie-Zweig entwickelt. Zahlreiche Köche und Bäcker verlagerten sich ins Internet, in sogenannte «Ghost Kitchens». Sie haben kein Ladenlokal, sondern kochen oder backen entweder zu Hause oder in einer speziellen Küche und liefern das Essen dann aus oder lassen es abholen. Viele konnten sich so den Lebensunterhalt sichern - und manche wurden sogar zu Gastronomie-Stars, wie etwa die 27 Jahre alte Kimberly Camara, deren von ihrer philippinischen Wurzeln geprägte Donuts via Instagram regelmäßig innerhalb von Minuten ausverkauft sind.

- COMEBACK DER KULTUR: Die berühmte New Yorker Kulturszene ist von der Pandemie mit am stärksten gebeutelt worden. Bis zu zwei Drittel aller Jobs seien - zumindest vorübergehend - weggefallen, hieß es in Studien. Die Museen waren monatelang geschlossen, die Theater des Broadway machen wohl frühestens im Herbst wieder auf, die Metropolitan Oper sogar erst 2022. Aber nach einem schwarzen Jahr gibt es nun erste Hoffnungszeichen: Seit kurzem dürfen die Kinos wieder eingeschränkt öffnen, ab April auch erste Theater. Museen kündigen für den Sommer schon neue große Ausstellungen an, zudem soll es ein großes Kulturprogramm unter freiem Himmel geben - und auch davon könnte etwas bleiben.

- DAS LIEBE RAD: New York, eine Fahrradstadt? Trotz mehr als 2000 Kilometern meist grüner Spuren für Radler nicht wirklich. Doch auch hier hat die Pandemie für ein Umdenken gesorgt. Fahrrad-Verkäufer kommen mit dem Nachschub nicht hinterher, und das Bike-Sharing-Angebot boomt, weil Zehntausende nicht mehr mit der U-Bahn fahren wollen. Deshalb werden zeitweise auch die über 50.000 Fahrradstellplätze im öffentlichen Raum knapp. Die Großstadt hat versprochen, mehr in die Infrastruktur zu investieren, denn das Fahrrad dürfte in New York auch in der Zukunft seinen Platz behalten.

- PARK AUF DEM HUDSON: In der Pandemie war Platz und Natur gefragt, und die New Yorker entdeckten wieder die Liebe zu ihren vielen Parks - ob klein oder groß, ob Central Park, Prospect Park oder Hudson River Park. Nun warten sie alle gespannt auf einen grünen Neuzugang: «Little Island», ein auf Stelzen im Hudson River gebauter und vom Medien-Mogul Barry Diller mit vielen Millionen Dollar finanzierter Park, soll noch «im Frühjahr» eröffnen.

© dpa-infocom, dpa:210319-99-885774/2

Kimberly Camara on Instagram

NY zu Fahrradfahren in der Metropole

Little Island

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