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Wie sicher sind Pauschalreisen wirklich?

Volle Strände mit Urlaubern am Meer.
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Pauschalreisen bieten in der Regel mehr Sicherheit – auch noch nach der Thomas-Cook-Pleite und in der Corona-Pandemie?

Nach der Thomas-Cook-Pleite und in Zeiten der Corona-Pandemie stellen sich viele Verbraucher die Frage: Wie sicher sind eigentlich Pauschalreisen? Eine Übersicht.

Als der Reiseveranstalter Thomas Cook im September 2019 Insolvenz anmeldete*, hatte dies teils gravierende Folgen für Urlauber: Rund 500.000 Kunden mussten plötzlich davon ausgehen, auf ihren Kosten sitzen zu bleiben. Reisende, die sich bereits am Urlaubsort befanden, waren auf einmal gestrandet, weil Hotels und Flüge nicht mehr bezahlt worden waren. Das Vertrauen in Pauschalreisen war fürs Erste erschüttert.

Pauschalreise: Warum blieben bei der Thomas-Cook-Pleite so viele auf ihren Kosten sitzen?

Bei Buchung einer Pauschalreise erhalten Kunden einen Sicherungsschein, der als Beleg für die Absicherung des angezahlten Geldes dient. Allerdings ist die Insolvenzabsicherung für Reiseveranstalter in Deutschland auf 110 Millionen Euro begrenzt. Diese Summe reichte bei Thomas Cook bei weitem nicht aus. Letztendlich musste der Staat – und damit der Steuerzahler – für die Differenz aufkommen, da es sich hierbei um ein Versäumnis der Bundesregierung handelte.

Wie werden Pauschalreisen jetzt abgesichert?

Nur wenige Großveranstalter haben so große Umsätze, dass die bisherige Deckelung nicht reicht. Damit es dennoch nie wieder zu einem solchen Fall kommt, hat der Bundestag beschlossen, einen Sicherungsfonds zu schaffen, in den Veranstalter einzahlen. Es ist ein Volumen von 750 Millionen Euro geplant, das laut Süddeutsche Zeitung aber erst Ende Oktober 2027 erreicht wird. Bis dahin übernimmt der Staat die Kosten bei Insolvenzfällen, die mehr Geld fordern. Kleine und mittelständische Unternehmen mit einem Umsatz unter zehn Millionen Euro müssen sich aber nicht am Fonds beteiligen. Sie haben die Möglichkeit, eine individuelle Versicherungslösung oder eine Bankbürgschaft zu wählen. Als Beleg für die Absicherung des angezahlten Geldes gilt weiterhin der Sicherungsschein.

Auch interessant: Wie kurzfristig kann ich eine Pauschalreise buchen?

Sicherungsfonds: Welche Reisen sind abgesichert?

Der Sicherungsfonds sichert Pauschalreisen*, aber auch sogenannte „verbundene Reiseleistungen“ ab. Als Pauschalreise zählen mindestens zwei Leistungen, die im Paket gebucht worden sind – klassischerweise Flug und Hotel. Als „verbundene Reiseleistungen“ zählen mindestens zwei Leistungen für dieselbe Reise, die innerhalb von 24 Stunden bei einem Reisebüro oder Online-Portal gebucht wurden, und mindestens 25 Prozent des Reisepreises ausmachen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie einen Flug über ein Vermittlungsportal buchen und anschließend gleich einen Mietwagen reservieren, ohne erneut ihre persönlichen Daten oder Kontodaten angeben zu müssen, wie die Süddeutsche Zeitung erklärt.

Wie sicher ist die Pauschalreise in Corona-Zeiten?

Pauschalreisende sind rechtlich weiterhin besser abgesichert als Individualreisende – auch in Corona-Zeiten. Gerade wenn „außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände“ auftreten, die Ihre Reise beeinträchtigen, dürfen Sie kostenlos vom Vertrag zurücktreten. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes kann dies zum Beispiel ermöglichen. Allerdings darf diese bei der Buchung noch nicht absehbar gewesen sein. Zudem ist ein kostenfreier Reiserücktritt möglich, wenn der Veranstalter erhebliche Leistungsänderungen vornimmt oder erhebliche Mängel auftreten – zum Beispiel, weil ein wesentlicher Teil der Reiseleistung nicht stattfindet. Das kann bei einem geplanten Badeurlaub unter anderem ein aufgrund von Corona-Bestimmungen gesperrter Strand sein, wie der ADAC erklärt. Wird eine Pauschalreise vom Veranstalter selbst abgesagt, erhalten Kunden ebenfalls ihr Geld zurück. (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Lesen Sie auch: Reise umbuchen: Wie oft kann ich meine Pauschalreise verschieben

Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
1. Tod oder unerwartete, schwere Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
2. Unerwartete Impfunverträglichkeit. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
3. Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
4. Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
5. Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
6. Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent). © dpa
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7. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte. © dpa
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8. Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum. © dpa
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9. Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität. © dpa
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10. Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
11. Bruch von Prothesen oder unerwartete Lockerung von Implantaten. © dpa
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12. Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage. © dpa
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13. Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verscheibung des Termins nicht zustimmt. © dpa
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14. Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes. © dpa
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15. Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt. © dpa
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16. Ausfall der Urlaubsvertretung eines Selbständigen, z.B. wegen Krankheit. © dpa
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17. Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist. © dpa
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18. Unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers. © dpa
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19. Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen. © dpa
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20. Unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark). © dpa

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