Was erlaubt ist

Reisewarnung in Corona-Zeiten: Ist Reisen komplett untersagt?

Die Strände der Plaja de Palma warten auf Urlauber.
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Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot.

Seit einem Jahr stehen Reisewarnungen auf der Tagesordnung. Aber was genau bedeutet das und sind damit Reisen komplett untersagt?

Mit Beginn der Corona-Pandemie haben Reisewarnungen vonseiten des Auswärtigen Amts weltweit enorm zugenommen. Auch die Bundesregierung betont mit jedem neuen Beschluss, dass Bürger auf Reisen im In- und Ausland verzichten sollten. Dabei sollte aber beachtet werden, dass Reisewarnungen kein generelles Reiseverbot darstellen. Bei ihnen handelt es sich lediglich um Empfehlungen*, wie der Reiserechtler Paul Degott bereits vor einiger Zeit gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte. Dasselbe gilt auch für die Appelle der Bundesregierung. Heißt: Reisen sind grundsätzlich weiterhin erlaubt.

Reisewarnungen des Auswärtigen Amts: Das steckt dahinter

Das Auswärtige Amt erklärt auf seiner Webseite, was es mit den Reisewarnungen auf sich hat. Sie können ausgesprochen werden, wenn davon ausgegangen werden muss, dass „jedem Reisenden eine konkrete Gefahr für Leib und Leben droht“. Es ist auch möglich, nur vor Reisen in bestimmte Regionen eines Landes zu warnen – eine sogenannte Teilreisewarnung. Deutsche, die in einem solchen Gebiet leben, können zusätzlich zur Ausreise aufgefordert werden. Reisewarnungen können aber auch zum Schutz der Reisenden oder der Bevölkerung bei „abstrakten Gefährdungen“ ausgesprochen werden, wie das Auswärtige Amt informiert. Darunter fallen auch die Reisewarnungen anlässlich der Corona-Pandemie. Dabei weist die Behörde auch explizit darauf hin: „Reisewarnungen stellen kein juristisches Ausreiseverbot dar, z.B. im Sinne beschränkender Maßnahmen nach passrechtlichen Vorschriften.“

Urlauber sollten aber im Hinterkopf behalten, dass die Reisekrankenversicherung bei einer bestehenden Reisewarnung nicht mehr selbsverständlich greift. Manche Anbieter schließen einen Versicherungsschutz im Pandemiefall sogar komplett aus.

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Appell der Bundesregierung: Auf Reisen in Deutschland verzichten

Auch wenn Reisen grundsätzlich erlaubt sind, ist Urlaub während der Corona-Pandemie kaum möglich oder mit sehr vielen Hürden verbunden. Besonders bei Urlaubsplänen in Deutschland zeigt sich das: Das Beherbergungsverbot untersagt touristische Übernachtungen in Hotels, Ferienhäusern oder anderen Unterkünften dieser Art. Genauso dürfen Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und private Anbieter von Wohnmobilplätzen keine Besucher aufnehmen. Somit entfallen schon einmal Reisen, die über mehrere Tage gehen. Übrig bleibt also nur noch ein Tagesausflug mit dem Auto oder auf dem Fahrrad. Zu beachten ist aber auch hier, dass Bund und Länder von überregionalen, tagestouristischen Ausflügen abraten.

Was Auslandsreisen betrifft, so gibt es aktuell (Stand: 23. März) nur 37 Länder weltweit für die vonseiten des Auswärtigen Amts keine Reisewarnung besteht. Von Reisen in diese Länder wird aber dennoch abgeraten, weil für Urlauber Quarantäne- oder Einreiseverbote bestehen. Jeder, der nach Deutschland einreist, muss sich über die digitale Einreiseanmeldung registrieren. Bei Einreisen aus einem Risikogebiet muss spätestens innerhalb von 48 Stunden ein negativer Corona-Test vorgelegt werden. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet oder einem Virusvarianten-Gebiet kommt, muss schon vor der Einreise ein negatives Testergebnis vorzeigen, das maximal 48 Stunden alt ist. Darüber hinaus müssen sich Betroffene für zehn Tage in eine Quarantäne begeben. Beim Bund-Länder-Gipfel vom 22. März haben sich Kanzlerin und Minister zudem darauf geeinigt, eine generelle Testpflicht für alle Reiserückkehrer einzuführen – egal, ob sie aus einem Corona-Risikogebiet einreisen oder nicht. (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
1. Tod oder unerwartete, schwere Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
2. Unerwartete Impfunverträglichkeit. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
3. Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
4. Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
5. Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
6. Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent). © dpa
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7. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
8. Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
9. Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
10. Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
11. Bruch von Prothesen oder unerwartete Lockerung von Implantaten. © dpa
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12. Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
13. Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verscheibung des Termins nicht zustimmt. © dpa
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14. Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
15. Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
16. Ausfall der Urlaubsvertretung eines Selbständigen, z.B. wegen Krankheit. © dpa
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17. Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist. © dpa
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18. Unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
19. Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen. © dpa
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20. Unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark). © dpa

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