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Streik am Düsseldorfer Airport: Diese Rechte haben Reisende

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Warnstreik am Düsseldorfer Airport: Rechte von Reisenden
Geduld: Wegen eines Warnstreiks kam es zu Verspätungen und Flugausfällen. © Roberto Pfeil/dpa

Am Düsseldorfer Flughafen sorgt ein Warnstreik von Mitarbeitenden eines Abfertigers am Freitag für viele Flugausfälle. Welche Rechte haben Reisende, die deshalb stranden?

Berlin - Wegen eines Warnstreiks am Düsseldorfer Airport gibt es dort am Freitag massive Probleme. Die Gewerkschaft Verdi hat Mitarbeitende des Gepäck- und Flugzeugabfertigers Aviapartner dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Das führt zu Verspätungen, zahlreiche Flüge wurden ganz gestrichen.

Welche Rechte haben Reisende, die deshalb nicht weiterkommen? Der Reiserechtler Paul Degott erklärt:

... wie Sie dennoch ans Ziel kommen

Die Fluggesellschaft muss bei Flugausfällen und Verspätungen von mehr als drei Stunden andere Reisemöglichkeiten anbieten.

Alternativ haben Reisende bei einem Flugausfall das Recht, sich das Geld erstatten zu lassen - das gilt ebenso bei Verspätungen von fünf Stunden und mehr. Dann müssen sie sich aber selbst darum kümmern, wie sie dennoch ans Ziel kommen. Oft zahlt man dabei am Ende drauf und hat zusätzlich den Organisationsaufwand.

Paul Degott rät, die Fluggesellschaft zu bemühen. „Es ist günstiger, wenn sie die Airline in der Pflicht lassen, sich um eine zeitnahe Ersatzbeförderung zu kümmern“, sagt er.

So sei es durch Hilfe der Airline vielleicht möglich, mit der Bahn zu einem anderen Flughafen zu fahren und von dort zu fliegen. Bei innerdeutschen Flügen bieten Airlines ihren Kunden oft auch Bahntickets an, um ans Ziel zu kommen.

Bleibt man am Airport und wartet etwa auf einen Ersatzflug, muss die Airline einem je nach Wartezeit Mahlzeiten und Getränke bereitstellen. Gegebenenfalls muss die Fluggesellschaft auch eine Unterbringung in einem Hotel besorgen.

... ob Sie Ansprüche auf Entschädigung haben

„Entscheidend ist, wer da streikt“, sagt Degott. Am Flughafen Düsseldorf sind es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Gepäck- und Flugzeugabfertigers. Und nach Einschätzung des Reiserechtlers kann Abfertigungspersonal wie eigenes Personal der Airline gelten.

„Die Airlines werden zwar mauern und sagen, dass sie mit denen nichts zu tun haben - aber das stimmt ja so nicht, denn sie brauchen sie zum Abfertigen.“ Auch wenn das Personal von einem anderen Dienstleister kommt, handelt es im Auftrag der Airline und kann durchaus als Personal der Airline gelten, so der Reiserechtler.

Das heißt für betroffene Passagiere: Bei Verspätungen und Flugausfällen könnten Ausgleichsansprüche in Betracht kommen.

Wie hoch mögliche Entschädigungen sind, legt die EU-Fluggastrechte-Verordnung fest. Bei Verspätungen von mehr als drei Stunden am Zielort oder kurzfristigen Annullierungen etwa liegen sie zwischen 250 und 600 Euro.

... was ist, wenn der Pauschalurlaub verspätet startet

„Bei einer Pauschalreise ist der Veranstalter in der Pflicht“, sagt Degott. Wer aufgrund des Warnstreiks beispielsweise erst einen Tag später in den Urlaub fliegt, kann den Reisepreis anteilig mindern. Das heißt, man zahlt dann für einen Tag weniger.

Hilfreiche Links bei Flugproblemen

Wer sich genauer über mögliche Entschädigungen bei Flugausfällen und Verspätungen belesen will, dem bietet die Stiftung Warentest online unter www.test.de/Fluggastrechte eine umfassende Übersicht.

Infos rund um Ihre Rechte bei (Warn-)Streiks bei Airlines oder an Flughäfen liefert auch die Website der Verbraucherzentralen.

Beim Prüfen von Ansprüchen kann die kostenfreie Flugärger-App der Verbraucherzentrale NRW helfen. Das Europäische Verbraucherzentrum bietet ein browserbasiertes Selbsthilfe-Tool bei Flugproblemen. dpa

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