Geld für die Krankenversorgung

Thailand plant neue Touristengebühr

+
Der Königspalast in Bangkok lockt jedes Jahr viele Touristen nach Thailand - nicht alle davon sind krankenversichert. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Touristen verursachen in Thailand hohe Kosten in den Krankenhäusern - das sagt jedenfalls die Regierung. Daher soll im Herbst eine Pflichtversicherung kommen - gegen eine kleine Gebühr.

Bangkok (dpa/tmn) - Viele Touristen in Thailand haben keine Krankenversicherung. Sie verursachen den Krankenhäusern nach Angaben der Regierung jährlich Kosten in Millionenhöhe.

Die Regierung will deshalb alle Urlauber, die mit einem Touristenvisum einreisen, voraussichtlich von November an für eine obligatorische Krankenversicherung zur Kasse bitten. Bei Einreise sollen einmalig 100 Baht (etwa 2,80 Euro) für eine Police fällig werden.

Diese neue Maßnahme sei notwendig und werde die boomende Touristenindustrie nicht negativ belasten, sagte Tourismus-Staatssekretär Chote Trachu.

Bereits Mitte Mai hatte die Regierung angekündigt, Langzeitbesuchern über 50 Jahren ohne gültige Krankenversicherung künftig keine Aufenthaltserlaubnis mehr zu geben. Dies werde vermutlich vom 1. Juli an gelten, teilte das Gesundheitsministerium in Bangkok mit.

Bislang mussten ältere Dauergäste eine Versicherung nur nachweisen, wenn sie ein Zehn-Jahres-Visum haben wollten. Künftig ist dies auch bei einem neuen Ein-Jahres-Visum erforderlich sowie bei der Verlängerung eines bestehenden Visums. Für Thailand-Touristen, die kürzer als ein Jahr bleiben wollen, gilt die Regelung nicht.

Begründet werden all diese Änderungen damit, dass Thailands Krankenhäuser immer wieder auf Rechnungen von älteren ausländischen Patienten sitzen bleiben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums summieren sich diese Kosten jährlich auf durchschnittlich 300 Millionen thailändische Baht (etwa 8,4 Millionen Euro). An den Küsten des südostasiatischen Urlaubsparadieses leben auch zahlreiche deutsche Rentner für mehrere Monate im Jahr oder noch länger.

Thailands Regierung beschäftigt sich seit 2017 damit, alle möglichen Kategorien von Besuchern mit einer Krankenversicherung auszustatten. 2018 kam eine Rekordzahl von 38 Millionen ausländischen Urlaubern in das Land, darunter mehr als 800.000 Deutsche. Für 2019 rechnet die Regierung mit 41 Millionen. Genaue Angaben zur Zahl der deutschen Rentner gibt es nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Ex-Kreuzfahrt-Mitarbeiter mit ungeahntem Geständnis: "Das Schwierigste, das wir ertragen..."

Kreuzfahrten ziehen immer wieder Menschen an, für eine Weile an Bord zu arbeiten und Monate lang durch die Welt zu schippern. Klingt traumhaft? Ist es nicht immer.
Ex-Kreuzfahrt-Mitarbeiter mit ungeahntem Geständnis: "Das Schwierigste, das wir ertragen..."

Wer dieses Smartphone besitzt, darf nicht auf Kreuzfahrt mit Tui Cruises gehen

Das Smartphone ist immer dabei - natürlich auch auf der Kreuzfahrt. Doch wer ein bestimmtes besitzt, der muss dies künftig auf Tui-Kreuzfahrten zuhause lassen.
Wer dieses Smartphone besitzt, darf nicht auf Kreuzfahrt mit Tui Cruises gehen

Darum sollten Sie vor bestimmten Flügen unbedingt nochmal unter die Dusche steigen

Haben Sie schon mal davon gehört, dass Fluggesellschaften erwarten, dass Passagiere gepflegt das Flugzeug betreten? Wir erklären Ihnen, was es damit auf sich hat.
Darum sollten Sie vor bestimmten Flügen unbedingt nochmal unter die Dusche steigen

Kreuzfahrtschiff erzielt schlimmste Wertung in seiner Geschichte - Gründe sind verheerend

Schmutz, Verunreinigungen und Ungeziefer: Bei einer Inspektion erhielt ein beliebtes Kreuzfahrtschiff fast die denkbar schlechteste Bewertung - und fiel durch.
Kreuzfahrtschiff erzielt schlimmste Wertung in seiner Geschichte - Gründe sind verheerend

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.