Forstarbeiten

Wanderwege im Harz wegen Borkenkäferplage gesperrt

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Kein schöner Anblick: Vom Borkenkäfer zerstörte Fichten stehen und liegen im Nationalpark Harz nahe dem Torfhausmoor. Foto: Swen Pförtner

Viele Käfer, tote Fichten, gesperrte Straßen und Wege: Der Borkenkäfer sucht den Harz heim. Womit müssen Besucher derzeit außerdem rechnen?

Oker (dpa) - Wer im Oberharz unterwegs ist, sieht viele Baumleichen. Zwischen Braunlage und Torfhaus zum Beispiel stehen auf beiden Seiten der Straße mehr tote als lebende Fichten. Schuld ist der Borkenkäfer, der die Bäume zum Absterben bringt.

Und inzwischen ist die Borkenkäferplage für Besucher des Oberharzes nicht mehr nur eine optische Beeinträchtigung. Autofahrer und Wanderer müssen mittlerweile mit der Sperrung von Straßen und Wegen rechnen. "Bevor die toten Fichten unkontrolliert umstürzen, sollen sie gefällt werden", sagt der Sprecher der Landesforsten, Michael Rudolph.

Konkret trifft es Autofahrer auf der Bundesstraße 498. Die Verbindung von Goslar nach Altenau im Oberharz wird im Okertal für zwei Wochen auf einem längeren Abschnitt gesperrt. "In dieser Zeit sollen am Steilhang oberhalb der Fahrbahn rund 3000 abgestorbene Fichten gefällt werden", sagte Forstsprecher Rudolph. Betroffen sei vor allem der Bereich zwischen Oker und Romkerhall. "Für Verkehrsteilnehmer bedeutet die Sperrung zum Teil erhebliche Umwege", sagt ein Sprecher des Landkreises Goslar.

Auch Wanderer und Mountainbiker müssen wegen des Borkenkäfers mit Einschränkungen rechnen. Am Wurmberg bei Braunlage zum Beispiel sind bereits Wege gesperrt. Dort müssen ebenfalls großflächig geschädigte Fichten gefällt werden. Auch rund um den Burgbau bei Bad Harzburg sind Sperrungen nach Angaben der Landesforsten wahrscheinlich.

Für die Forstarbeiter sei das Fällen der Fichten vielfach nicht ohne Risiko, sagt Rudolph. An der B 498 sei das Gelände sehr steil. Gefällte Bäume könnten zudem leicht auf die Bundesstraße stürzen, so dass eine Vollsperrung unumgänglich sei.

"Die abgestorbenen Bäume sehen zwar nicht schön aus", erklärte Nationalparkleiter Andreas Pusch vor wenigen Tagen bei einer gemeinsamen Wanderung mit den Ministerpräsidenten Stephan Weil(Niedersachsen) und Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt) auf den Brocken. "Aber die Artenvielfalt nimmt zu." In Bereichen, die der Borkenkäfer schon vor mehr als zehn Jahren heimgesucht hat, seien zwischen den toten Fichten längst junge Laubbäume nachgewachsen. Und es gebe mehr Tierarten.

Dies hat auch ein Monitoring des Umweltverbands Nabu bestätigt. Danach lebten auf dem ebenfalls vom Fichtensterben betroffenen 925 Meter hohen Achtermann-Berg nahe Königskrug vor zehn Jahren 20 Vogelarten. Inzwischen seien es deutlich mehr als 30.

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