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Asbest: Kritik zur Pilotfolge der ARD-Serie von 4 Blocks-Star Kida Khodr Ramadan

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Szenenfoto aus Asbest
Szenenfoto aus Asbest © ARD Degeto/Pantaleon Films GmbH/Mirza Odabasi

Die ARD-Miniserie Asbest versucht sich in einer Mischung aus Gangster- und Knastfilm, verzettelt sich aber bisweilen in Klischees. Damit untergräbt sie ein Stück weit die wichtige Fragestellung, wie die Regierung das selbst geschaffene Problem mangelnder Integration und daraus resultierender übermächtiger Clan-Strukturen angehen will.

Momo ist 19 und ein begnadeter Fußballer. Seine große Chance, bei Hertha BSC zu spielen, geht jedoch den Bach herunter, als er in der Serie „Asbest“ einen schrecklichen Fehler begeht. Obwohl seine Mutter, sein Bruder und er alles dafür tun, sich in Deutschland zu integrieren, unterliegt Mohamed aber doch den gnadenlosen Clan-Strukturen seiner Großfamilie. Und so gibt es für ihn keine Diskussion, als sein Onkel Amar Kaval, ein knallharter Drogendealer, ihm einen folgenschweren Auftrag erteilt. Zusammen mit seinen beiden Cousins überfällt er die Diskothek eines Konkurrenten.

Die Serie hinterlässt in den ersten beiden Episoden keinen schlechten Eindruck. Die Miniserie versteht es, die Zuschauenden in eine Welt mitzunehmen, die die meisten Menschen nur vom Hörensagen oder bestenfalls aus der Presse kennen. Momo ist ein Gefangener von Traditionen und starren sowie skrupellosen Clan-Strukturen. Das instabile Gefüge, in das die Hauptfigur eingebettet ist, ist durchaus nicht unrealistisch.

Dazu passen auch die tristen Farben der Sets und vom Produktionsteam ausgewählten Locations. In Berlin-Marzahn, Duisburg-Marxloh oder Dortmund-Nord ist die Welt eben nicht bunt, sondern betongrau mit noch immer rußgeschwärzten, bröckelnden Fassaden und Müll beladenen Hinterhöfen. Eine ausführliche Kritik zur Pilotepisode lesen Sie bei Serienjunkies.de. (Reinhard Prahl)

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