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Netflix-Doku: Gibt es den „Tinder-Schwindler“ wirklich?

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Von: Franziska Kaindl

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Seit einigen Tagen macht die Netflix-Doku über den „Tinder-Schwindler“ von sich Reden. Dabei fragen sich viele: Kann das wirklich echt sein?

Ein Mann, der ein Jetset-Leben führt, in den luxuriösesten Hotels übernachtet und die teuersten Designer-Marken trägt – und das alles auf Kosten von Tinder-Bekanntschaften, die er um den Finger gewickelt hat. Was wie nach einem Hollywood-Film klingt, wird aktuell in der Netflix*-Doku „Tinder-Schwindler“ behandelt. Hier berichten Opfer davon, wie sie von einem Mann namens Simon Leviev aufs Übelste betrogen wurden. Und obwohl sich der ein oder andere Zuschauer vor Verwunderung über eine solche Geschichte am liebsten die Augen reiben will, beruht diese tatsächlich auf wahren Begebenheiten.

Screenshot aus „Tinder-Schwindler“ auf Netflix.
Eine nachgestellte Szene aus der Netflix-Doku „Tinder-Schwindler“. © Netflix

Netflix-Doku: Frauen berichten vom „Tinder-Schwindler“

Der „Tinder-Schwindler“, der in Wahrheit Shimon Hayut heißt, soll durch „Love Scamming“ über Jahre hinweg mindestens zehn Frauen um rund zehn Millionen Dollar (circa 8,75 Millionen Euro) gebracht haben. 2019 wurde seine Geschichte der breiten Öffentlichkeit bekannt, auch der Spiegel berichtete 2020 darüber und hat mit Opfern gesprochen. Die Frauen berichten von seiner Masche – wie er sich bei der Dating-App „Tinder“ als wohlhabender Diamanten- oder Waffenhändler ausgegeben und seine Bekanntschaften mit seiner unaufdringlichen Art um den Finger gewickelt haben soll. Seine Dates lud er demnach in teure Restaurants ein und flog mit ihnen übers Wochenende nach Paris. Bis sich das Blatt irgendwann wendete: Entweder wurden ihm zufolge seine Konten eingefroren oder er behauptete, in Lebensgefahr zu sein. Bis die Frauen bemerkten, dass sie betrogen wurden, war es meist zu spät.

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Was macht der „Tindler-Schwindler“ heute?

Tatsächlich wurde der „Tinder-Schwindler“ festgenommen, nachdem ihm norwegische Journalisten 2019 auf die Schliche gekommen waren. Zunächst tauchte er unter und wurde schließlich am Flughafen in Athen von der Polizei verhaftet, als er mit einem falschen Pass weiterreisen wollte. In Israel wurde er für Delikte aus den Jahren 2010 und 2011 angeklagt, die allerdings nichts mit seinen Betrügereien gegenüber den Frauen zu tun haben. Er wurde zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt, aber schon nach fünf Monaten wegen guter Führung entlassen.

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Heute soll Hayut in Israel leben und mit einem Model zusammen sein, wie das britische Portal Mirror berichtet. Auf einem privaten Instagram-Account, der mittlerweile wieder gelöscht wurde, soll er laut Variety 200.000 Follower gezählt haben. Demnach versprach er in einer Instagram-Story, seine Version der Geschichte erzählen zu wollen. Auch auf „Tinder“ soll er laut der Netflix-Doku wieder unterwegs gewesen sein. Die Dating-Plattform ließ laut Variety dazu folgendes wissen: „Wir haben interne Untersuchungen durchgeführt und können bestätigen, dass Simon Leviev unter keinem seiner bekannten Decknamen mehr auf Tinder aktiv ist.“ Ob Hayut für seine Betrügereien gegenüber den Frauen noch juristisch belangt wird, bleibt offen. Laut dem Spiegel-Bericht von 2020 gäbe es keinen Auslieferungsantrag, zudem seien die Geldflüsse nur schwer nachzuvollziehen. (fk) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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