Aufregung beim Discounter

Aldi: Warnung vor Fleisch - was hinter den mysteriösen Zetteln steckt

In einigen Aldi-Filialen hängen Zettel mit einer Warnung vor Fleisch aus. Bei den Kunden sorgt das für Angst. Was hinter der Aktion steckt.

  • Ein Aushang in einigen Filialen von Aldi sorgte in den sozialen Medien für ein großes Echo.
  • Demnach soll der Discounter davor warnen, Fleisch und andere Tierprodukte einzukaufen.
  • Auch in anderen Supermärkten wurden ähnliche Warnungen gefunden.

NRW -  In mehreren Aldi-Filialen wird nun davor gewarnt, Fleisch und andere Tierprodukte zu kaufen oder gar zu verzehren. Die Aushänge sollen auch in anderen Supermärkten gefunden worden sein und sind jeweils mit dem Logo des Lebensmittelhändlers versehen, wie RUHR24.de* berichtet. Doch was steckt dahinter?

Discounter

Aldi

Zentrale

Essen

CEO

Marc Heußinger (1. Jan. 2013–)

Gründung

1946, in Essen

Aldi warnt in Filialen vor Fleisch: Deswegen sind Verbraucher aktuell verunsichert

Schweinefleisch und insbesondere die Bedingungen der Produktionsmitarbeiter sind wegen des Coronavirus in Verruf geraten. In den Schlachtbetrieben von Westfleisch und Tönnies in NRW kam es zu rasanten Ausbrüchen des Virus. Viele Verbraucher haben deswegen Bedenken, weiterhin Fleisch einzukaufen.

Erste Supermärkte und Discounter haben bereits angekündigt, die Zusammenarbeit mit Tönnies einzuschränken, darunter auch Aldi.* Jetzt soll der Discounter aber zusätzlich sogar davor warnen, überhaupt Fleisch einzukaufen, wie Chip berichtet. In den Filialen hängen Zettel, die verdächtig echt erscheinen.

Kurioser Aushang bei Aldi macht die Runde - warnt der Discounter etwa vor Fleisch?

Auf dem Aushang warnt Aldi unter anderem davor, dass die Tierindustrie für Krankheitserreger ein "idealer Nährboden" sei und dass Pandemien in 80 Prozent der Fälle dort ihren Ursprung hätten. Durch das Logo von Aldi Süd erscheint der Zettel wie eine offizielle Warnung des Unternehmens. Und auch bei anderen Supermärkten, etwa Netto und Rewe, wurden ähnliche Warnungen bereits im April gesichtet.

Um sich den vermeintlichen Gefahren nicht auszusetzen, bittet Aldi* seine Kunden, "auf tierische Produkte zu verzichten". So könne das Risiko für eine nächste Pandemie oder zweite Welle des Coronavirus minimiert werden. Stattdessen wird auf die "Vielzahl pflanzlicher Lebensmittel" im Aldi-Sortiment verwiesen.

Stammt der Aushang wirklich von Aldi? Discounter warnt angeblich vor Fleisch

Kann so ein Appell, der dem eigenen Umsatz massiv schädigen könnte, überhaupt vom Discounter selbst stammen? Mimikama, ein Verein zur Aufklärung von Internetmissbrauch, hat sich den Aushang genauer angesehen. Dabei wurde festgestellt: Das Schreiben von Aldi ist im Wortlaut komplett identisch zu ähnlichen Aufrufen, die auch bei Rewe und Netto zu finden waren.

Auf Nachfrage des Vereins distanzierte sich die Rewe damals eindeutig und dem Schreiben in den Filialen und verwies darauf, dass diese trotz Logo nicht von der Rewe GmbH stammen. Wer stattdessen hinter den Aushängen bei Aldi und Co. steckt, ist unklar. Allerdings soll keiner der betroffenen Rewe-Märkte eine Anweisung erhalten haben, eine solche Empfehlung gegen den Kauf von Fleisch auszusprechen (mehr Service-Artikel unter RUHR24.de*).

Aldi soll in einigen Filialen davor warnen, Fleisch einzukaufen. Der Aushang ist sehr ähnlich bereits in Geschäften von Rewe aufgefallen.

Rewe lehnt die Aushänge, die vor Fleisch warnen, eindeutig ab  - was bedeutet das für Aldi?

Demnach ist auch davon auszugehen, dass der Verweis bei Aldi nicht von dem Discounter selbst stammt. Wie seriös die Warnung auf den Aushängen wirklich ist, ist also unklar. Allerdings kann sich genaues Hingucken beim Einkaufen von Fleisch dennoch lohnen. Stiftung Warentests hat mehrere Sorten Fleisch*, insbesondere von Schweinen, unter die Lupe genommen.

Das Schweinefleisch eines Anbieters war dabei mit Verderbniskeimen belastet. Die Menge ist gesundheitlich zwar unbedenklich, kann aber auf Schwächen im Hygienemanagement hindeuten, wie sie im Zuge der Coronavirus-Krise* und Ausbrüchen bei mehreren Fleischproduzenten aktuell besonders in der Kritik stehen. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/Jan Woitas/dpa; Collage: RUHR24

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