Internetriese mit neuem Angebot

Es geht an die Existenz: Neuerung bei Amazon wird Zeitschriftenhändler ärgern

+
Eine neue Kooperation von Amazon geht dem lokalen Handel an die Gurgel.

Amazon kooperiert neuerdings mit einem Pressevertrieb. Für Kunden heißt das Zeitschriften frei Haus - für Händler könnte es allerdings an die Existenz gehen.

Hamburg - Im Zeitalter von Smartphones und Tablets wurde das Ende der Zeitschriften und Zeitungen schon häufig beschworen. Viele Leser bevorzugen aber weiterhin die gedruckte Version ihres Lieblingsblattes. Für Zeitschriftenhändler ist das im digitalen Zeitalter zumindest ein schwacher Trost, denn sie leben von diesen einbrechenden Einnahmen. Nun ist aber ein Konkurrent auf der Bildfläche erschienen, der Händler ganz besonders ärgern dürfte: der Internetriese Amazon.

Amazon startete ursprünglich mit der Idee des elektronischen Buchgeschäfts, wurde aber schnell zu einem großen Onlinebuchhändler. Lokalen Geschäften macht diese Entwicklung noch heute Sorgen - auch wenn Amazon mittlerweile deutlich mehr Produktvielfalt im Sortiment bietet. Kleine Buchhändler „um die Ecke“ leiden unter dem Konzern - und bald könnten auch Zeitschriftenhändler betroffen sein. Der Grund ist eine Kooperation von Amazon mit dem Pressevertrieb Nord KG.

Amazon und Bauer Media: Zeitschriften frei Haus in diesem Jahr

Wie die Bauer Media Group, deren Zeitschriften ab jetzt bei Amazon unter anderem geführt werden, in einer Pressemitteilung schreibt, profitieren Amazon-Kunden ab jetzt von der Möglichkeit zwischen 500 Zeitschriften wählen zu können und sich die Ausgaben durch den Versanddiensthändler nach Hause liefern zu lassen. „Dieses vielseitige Angebot spricht nicht nur die unterschiedlichen Bedürfnisse der Amazon Kunden an, sondern gibt ihnen auch die Möglichkeit, neue Magazine kennenzulernen“, sagt Joachim Sander, Geschäftsleiter des Pressevertriebs. Auch Amazon freut sich über „die große Bandbreite von Printmagazinen“, die nun das digitale Angebot auf der Website erweitern.

Damit findet eine Vielzahl an diversen Titeln aus verschiedenen Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Unterhaltung, Mode, Sport sowie Haus und Heim Einzug auf Amazon. Unter anderem werden große Titel wie der Spiegel, Stern, Vogue, Cosmopolitan und die Bravo verfügbar sein. Bis zum Jahresende ist dieses Angebot für Amazon-Kunden versandkostenfrei, danach fallen pro Bestellung 99 Cent an. 

Amazon bedroht Existenz von lokalen Händlern

Die Kritik an Amazon ist keine neue, weitet sich aber aus: Je mehr Produkte der Online-Versandhändler in sein Sortiment aufnimmt, desto mehr leiden lokale Händler. Vor allem Geschäfte, die sich einer bestimmten Nische widmen, bekommen dadurch existentielle Probleme. Jetzt könnte es Zeitschriftenhändler treffen.

Für die Verleger eröffnet sich dadurch gleichzeitig ein neuer Markt. Über Amazon können sie weitere Kunden erreichen und unter Umständen die Auflagenzahl steigern. Ob das Online-Angebot zu einer Verdrängung von weiteren Händlern in Städten und Dörfern führt, bleibt abzuwarten. Düstere Zukunftsprognosen über Amazon gibt es bereits zuhauf.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Rückruf bei Lidl: Salmonellen in beliebtem Lebensmittel nachgewiesen

Lidl ruft ein Produkt des Hersteller nutwork zurück. Es wurden Salmonellen gefunden. Für Senioren besteht sogar Lebensgefahr.
Rückruf bei Lidl: Salmonellen in beliebtem Lebensmittel nachgewiesen

Arzt warnt vor Gratis-Werbegeschenk von Aldi - für eine Kundin zu spät

Der Discounter Aldi verteilt witzige Give-Aways. Manchen Kunden blieb das Lachen aber im Halse stecken, wie nun ein Arzt auf Facebook warnt.
Arzt warnt vor Gratis-Werbegeschenk von Aldi - für eine Kundin zu spät

Rückruf bei Lidl: Verletzungsgefahr bei beliebtem Back-Produkt aus dem Tiefkühlregal

Vorsicht, Verletzungsgefahr bei Lidl: Kunden sollten vorsichtig sein, denn der Discounter ruft ein beliebtes Produkt zurück.
Rückruf bei Lidl: Verletzungsgefahr bei beliebtem Back-Produkt aus dem Tiefkühlregal

WhatsApp: Neuerungen bei Nachrichten - Versprechen an User gebrochen

Über eine Milliarde Nutzer sind regelmäßig auf WhatsApp unterwegs. Eine Neuerung in der App wird den meisten allerdings ganz und gar nicht gefallen.
WhatsApp: Neuerungen bei Nachrichten - Versprechen an User gebrochen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.